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Veröffentlicht: 01.01.2012, 22:10 Uhr

Designer-ABC Etro, Veronica

Ganz in den Dienst der „famiglia“ stellte sich Veronica Etro, die jüngste Tochter des italienischen Modehauses. Ihr Vater „Gimmo“ brachte einst das Paisley-Muster von einer Indienreise mit, aber auch unter ihrer Führung steht die Marke für Farben- und Mustervielfalt.

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Veronica Etro, die Designerin der Damenlinien des Modehauses Etro, erkennt man schon von weitem. Die schweren Halsketten aus Holz kündigen sie akustisch an, das starke Grün ihrer Tunika optisch. Nicht, daß sie sich in den Vordergrund spielen möchte. Aber die Marke Etro, die mit der Farbwelle der vergangenen Jahre erst richtig bekannt geworden ist, verlangt nach einem farbig abgestimmten und mit Ethno-Schmuck unterstrichenen Auftritt. Da unterscheidet sich Veronica kaum von ihren älteren Brüdern Jacopo, der im Familienunternehmen Stoffe, Taschen und die Home-Kollektion betreut, und Kean, der die Männermode entwirft. Nur der dritte Sohn der Familie, Ippolito, hält sich als Finanzchef des Familienunternehmens modisch bedeckt.

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Veronica Etro, die 1974 geborene jüngste Tochter des Firmenpatriarchen Gimmo Etro und seiner Frau Roberta, hat mit der Damenlinie die Hauptverantwortung für den modischen Auftritt der Familie. Gimmo, der sich mittlerweile vor allem seiner Kunstsammlung widmet, brachte von seinen Reisen nach Indien das Paisleymuster mit, machte es zum Symbol des Modehauses und gründete im Jahr 1968 eine Marke, die mit ihrer Spezialisierung auf vielfarbige Drucke einen genau definierten Kern entwickelt hat. Heute ist Etro eine der am stärksten wachsenden Modemarken mit Herren-, Kinder- und Damenkollektionen, zahlreichen weiteren Produktlinien und mehr als zwanzig eigenen Geschäften, zu denen jedes Jahr mehrere neue hinzukommen.

Die „Famiglia“ rief zurück nach Italien

Veronica Etro, die jüngste der vier Geschwister, verhandelt zwar zu Beginn der Arbeit an einer Kollektion mit ihren Brüdern. Aber sie entscheidet selbst, wie ihre Entwürfe letztlich aussehen. Das Selbstbewußtsein hat sie in London gewonnen, ihrer Lieblingsstadt. Dorthin war sie nach dem Abitur an der deutschen Schule von Mailand mit 19 Jahren gegangen, um an der bekannten St. Martins School of Design zu studieren, die auch Stella McCartney besuchte, in der Klasse über ihr. An der Modeschule, aus der schon John Galliano (siehe auch: „Designer ABC“: G wie Galliano) und Alexander McQueen hervorgegangen sind, studierte sie auch Kunst, Film und Fotografie. Vorübergehend arbeitete sie beim Designerpaar Clements Ribeiro. Als sie 1997 die Schule beendet hatte, rief die Familie sie zurück nach Italien. Schon 1999 entwarf sie hauptverantwortlich die Damenkollektion, die ihr Bruder Kean bis dahin geführt hatte.

Gerne gibt Veronica Etro zu, daß sie nicht immer dem letzten Modetrend hinterherläuft. Sie sammelt vielmehr Eindrücke in Kunst und Theater, reist viel und beschäftigt sich gerne mit ihrem Sohn Filippo, der im Jahr 2004 geboren wurde. In den Kollektionen, die sie gemeinsam mit sieben Designern entwirft, zwingt sie sich zu überzeitlichen Entwürfen, die sie in die „new tradition“ ihres Hauses einordnet. Die meisten dieser Entwürfe sind aber weit davon entfernt, klassisch genannt zu werden. Etro bleibt berühmt für die kreative Mischung von Farben, Mustern und Materialien. Auch Monochromes findet sich in den Kollektionen - aber oft nur, um den Farben eine Grundierung zu verleihen.

„Jeder ist heute sein eigener Stylist“

Die Farbenvielfalt verlangt beim Entwerfen und beim Tragen Disziplin. Veronica Etro sagt daher, sie sei froh, in London studiert zu haben, weil man auch in England häufig Drucke nutzt und sich in einer großen Tradition zu bewegen lernt. „Man muß kombinieren. Jeder ist heute sein eigener Stylist.“

Diese neue Freiheit trug zum Erfolg von Etro bei, wo man durchaus zwanzig Farben in einem Kleidungsstück mischt. Aus Tausenden Nuancen, die in den Schachteln auf ihre Entdeckung warten, wählt Veronica Etro die Farben der Saison aus. Die Geschäftszahlen zeigen den Erfolg dieser Methode. Auch die zahlreichen Kopien beweisen, daß Etro im Trend liegt.

Patriarch Gimmo Etro jedenfalls, der schon acht Enkel hat, kann ruhig in die Zukunft schauen - und weiter viel Geld für seine Sammlung alter italienischer Meister ausgeben.

Das Designer ABC:

Ihre Träume sind aus Samt und Seide und spazieren auf langen Beinen über den Laufsteg: Passend zum Start der Modeschauen in New York, London, Mailand und Paris präsentiert FAZ.NET in einer werktäglichen Serie die großen Designer unserer Zeit. Von A wie Armani bis Z wie Zegna wirft das „Designer ABC“ jeden Tag Licht auf die Biographie eines Klassikers. Spot on!

Lesen Sie morgen: „F wie Tom Ford“

Quelle: FAZ.NET

 

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