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Designer-ABC Hilfiger, Tommy

Mit Schlaghosen und 150 Dollar Startkapital gründete er sein erstes Geschäft - inzwischen wurde Tommy Hilfiger in Rap-Songs verewigt und hat die amerikanische Poloshirt-Mode revolutioniert: „Meine Sachen sind casual, farbenfroh und positiv“.

Tommy Hilfiger verbreitet eine klare Botschaft, so klar, als käme sie aus dem Lehrbuch der Markenführung. Das Logo aus Dunkelblau, Weiß und Rot ist immer zu erkennen, obwohl es nach seinen eigenen Worten nicht durch die amerikanische Flagge inspiriert ist. Die eingängigen Farben aber sichern Hilfiger nicht nur ein klares Erscheinungsbild, sondern auch die Identifikation mit dem amerikanischen Traum schlechthin. Und das gilt in jeder Hinsicht: Denn Hilfiger nahm den „urban cool style“ der Hip-Hopper auf und steht gleichzeitig auch für den „preppy look“ der besseren Söhne und Töchter, die auf Elitehochschulen studieren oder in Investmentbanken arbeiten und manchmal Abwechslung suchen von ihren Ralph-Lauren-Poloshirts.

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Tommy Hilfiger, der als Thomas Jacob Hilfiger am 24. März 1951 in Elmira im Bundesstaat New York als zweites von neun Kindern eines Uhrmachers und einer Krankenschwester geboren wurde, interessierte sich schon früh für Mode. Mit vierzehn Jahren stand er für 1,25 Dollar in der Stunde hinter der Theke von „Pal's Sporting Goods“ und verkaufte Sportausrüstungen. Selbst bei einem Hilfsjob an einer Tankstelle schulte er sein Stilempfinden: Die Tankwart-Uniformen mit dem großen Logo auf dem Rücken und das Design der Autos begeisterten ihn - ähnliche Marketingmittel setzte er später selbst ein. Ein Urlaub in Cape Cod veränderte den Siebzehnjährigen: Er tauchte in die Flower-Power-Bewegung ein, arbeitete in einer Boutique in Hyannis und kam aus den verlängerten Ferien mit verlängerten Haaren nach Hause zurück.

„Meine Sachen sind casual und positiv“

Mit zwei Freunden - jeder hatte sich 150 Dollar Startkapital zusammengespart - eröffnete er in Elmira einen Laden mit dem programmatischen Namen „People's Place“. Das Geschäft mit Schlaghosen, Perlenblusen, Häkelwesten und Patchwork-Lederjacken lief so gut, dass die drei Jungunternehmer Läden in mehreren Städten in Upstate New York eröffneten. Hilfiger begann zu zeichnen und ließ nach eigenen Entwürfen fertigen. 1979 zog er nach New York. Eine Zeit lang arbeitete er für die Firma Jordache. Den Aufstieg zum großen Label schaffte er 1984 mit seiner eigenen Marke „Tommy Hilfiger“, als er in Mohan Murjani einen Investor fand. Fünf Jahre später kaufte sich Hilfiger die Firma wieder zurück. 1991 kam „Tommy Hilfiger“ an die Börse, im Dezember 2004 kaufte die Firma die Karl-Lagerfeld-Marken. Und nun steht die gesamte Tommy Hilfiger Corp., an der Hilfiger selbst als Ehrenvorsitzender des Verwaltungsrats und Chefdesigner noch einen Anteil von vier Prozent besitzt, zum Verkauf.

Zu seinem Erfolg befragt, sagt Hilfiger: „Meine Sachen sind casual, haben viele sportliche Elemente und Outdoor-Anleihen, sind farbenfroh und sehr positiv.“ Doch während er noch Anfang der Neunziger Männer der weißen Mittelschicht zwischen Mitte 20 und Mitte 40 bediente, wechselte die Stimmung, nachdem der populäre Rapper Snoop Doggy Dog in der legendären Show „Saturday Night Live“ in einem Hilfiger-T-Shirt aufgetreten war. Hilfiger wurde so populär, dass er sogar in Rap-Songs verewigt wurde. Die daraufhin entwickelte Baggy-Streetwear mit den überdimensionierten Jogginghosen und tiefhängenden X-Large-Jeans machten ihn nun ebenso erfolgreich wie der klare und saubere College-Stil, der auch ältere Kunden anspricht. Dazu treten Outdoor-Mode und Vintage-Stil bis hin zu Westernstiefeln. Hilfiger, der mit seiner inzwischen von ihm geschiedenen Frau Susie vier Kinder hat und sich am liebsten auf der Insel Mustique in der Karibik aufhält, kann seinen Ruhm und seinen Reichtum entspannt genießen: Am liebsten trägt er ohnehin Jeans und ein weißes T-Shirt.

Das Designer ABC:

Ihre Träume sind aus Samt und Seide und spazieren auf langen Beinen über den Laufsteg: Passend zum Start der Modeschauen in New York, London, Mailand und Paris präsentiert FAZ.NET in einer werktäglichen Serie die großen Designer unserer Zeit. Von A wie Armani bis Z wie Zegna wirft das „Designer ABC“ jeden Tag Licht auf die Biographie eines Klassikers. Spot on!

Lesen Sie morgen im „Designer ABC“: „J wie Marc Jacobs“

Quelle: FAZ.NET

 
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Veröffentlicht: 01.01.2012, 20:40 Uhr