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Designer-ABC : Lauren, Ralph

Sein Logo prangt auf unzähligen Poloshirts, nun spielt Ralph Lauren auch noch in Wimbledon mit. Der Sohn eines Anstreichers aus der Bronx erarbeitete sich mit sportlicher Mode in Marine und Creme seinen Platz unter den Schönen und Reichen.

          Nun hat Ralph Lauren auch noch in Wimbledon seinen Auftritt. Im Sommer 2006 laufen zum ersten Mal in der 129 Jahre währenden Geschichte des berühmtesten Tennisturniers der Welt die Schiedsrichter und die Linienrichter, die Ballmädchen und die Balljungen in Designerkleidung auf den Platz.

          Alfons  Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Auf ihren Hemdchen ist dezent „Polo Ralph Lauren“ zu lesen. Denn Ralph Lauren, der New Yorker Modemacher der Schönen und Reichen, will auch die Sportlichen stärker für sich gewinnen. Bei seinen Farben kann er bleiben: Die dezente Aussage in Marineblau und Creme - das ist seine Welt.

          Subtiler Charme aus der Bronx

          Ralph Lauren hat sich den subtilen Charme des Reichtums wohl auch deshalb zugelegt, weil er aus einfachen Verhältnissen stammt. Am 14. Oktober 1939 als Ralph Lifschitz in der Bronx geboren, hat er sich über die Jahrzehnte ins Herz von Manhattan gearbeitet. „Mein Vater war ein Künstler“, sagte Lauren einmal, „aber er mußte seine Familie ernähren.“

          Also schuf Frank Lifshitz, der mit seiner Frau jiddisch mit russischen Brocken sprach, seinen drei Söhnen und der erstgeborenen Tochter als Anstreicher eine Existenzgrundlage. Der verkannte Künstler, der sich als Handwerker durchbeißt - in gewisser Weise hat Ralph Lifshitz, der sich mit seinen Brüdern schon als Jugendlicher den marketingtechnisch einfach besseren Nachnamen Lauren zulegte, die Mission seines Vaters übererfüllt.

          Erfolgreicher Handwerker

          Heute ist Ralph Lauren ein so erfolgreicher Handwerker, daß alle Welt glaubt, es mit einem Künstler zu tun zu haben. Sein Erfolg beruht gerade auf der Distanz zur Welt der Mode. Wie Tom Ford („Designer ABC“: F wie Ford) und Tommy Hilfiger („Designer ABC“: H wie Hilfiger) ist er mehr Marketing- als Modespezialist. Zwar war er schon früh in Kleidung vernarrt, und viel früher, als es sein Geldbeutel erlaubte, war er Kunde bei Brooks Brothers. Aber dem Elend der Bronx entfloh er durch ein Studium der Betriebswirtschaft. Da er es nicht beendete und das College überhaupt unglamouröser war als gedacht, arbeitete er nach seinem Militärdienst als Handschuh- und Krawattenverkäufer. 1968 gründete er mit einem Kredit von 50.000 Dollar die Marke Polo und verkaufte jene bunten und breiten Krawatten, die Anfang der Siebziger so schrecklich modern waren. Hinzu kamen bald die Damen.

          Mittlerweile kann man mit „Polo Ralph Lauren“ seinen ganzen Hausstand einrichten - samt Bettwäsche, Tapeten, Brillen, Parfum. Die hehre Mode aber - und das ist vielleicht seine größte Kunst - beschützt er vor dem banausischen Business. Auf beständig hohem Niveau setzt er in den Damenkollektionen gediegene Lebensfreude, Ivy-League-Blasiertheit und Ostküsten-Gelassenheit ins Bild.

          Ikone der Schönen und Reichen

          Kein Wunder, daß Lauren zu einer Ikone der Schönen und Reichen wurde: Er besitzt eine Ranch in Colorado, fliegt zum Wochenende von New York aus mit dem Hubschrauber in sein Haus in den Hamptons und unterhält eine Oldtimer-Sammlung. Lauren, seit 1964 mit der Lehrerin Ricky Low-Beer verheiratet, hat drei Söhne, Andrew, David und Dylan, die sein Erbe teils schon angetreten haben. Es ist ein schönes Erbe in jedem Wortsinn: Denn im Jahr 2004 war Ralph Lauren der Großverdiener schlechthin im Modegeschäft. 14,3 Millionen Dollar soll er verdient haben, die sich aus seinem Gehalt und einem Bonus ergaben.

          Daß er weiter in Mode ist, zeigen die Steigerungsraten: Um rund 58 Prozent war sein Einkommen gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Sein Vermögen wird auf drei Milliarden Dollar geschätzt. Mehr besitzt in der Modewelt wohl nur noch Giorgio Armani („Designer ABC“: A wie Armani).

          Quelle: FAZ.NET

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