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Designer-ABC Jacobs, Marc

Was Tom Ford für Gucci, ist Marc Jacobs für Louis Vuitton: Der Amerikaner verwandelte das Taschen-Traditionshaus in ein Laufsteg-Label, sein eigenwilliger Stil wird als „Luxus-Hip“ bezeichnet.

Marc Jacobs gilt seit Ende der neunziger Jahre als einer der wichtigsten Modedesigner in Paris. 1997 übernahm er die Position des Kreativdirektors in dem Traditionshaus Louis Vuitton, das bis dahin nur für die Produktion von Taschen bekannt war. Mit seiner überaus erfolgreichen Prêt-à-porter-Linie revolutionierte er das Image des Hauses, das seitdem zur Riege der großen Designerlabels gehört. Er war damit der zweite Amerikaner nach Tom Ford, der es schaffte, aus einer Traditionsmarke ein Kultlabel zu machen. Doch während Ford den Gucci-Stil der sechziger Jahre modernisierte, machte sich Jacobs vollkommen frei von den Vorgaben des Hauses und definierte Luxus auf seine Weise: „Luxus funktioniert nicht unbedingt über die Kosten. Es hat mehr mit der Freiheit zu tun, sich das aussuchen zu können, was man für das Beste hält.“

Jacobs, der 1963 in New York geboren wurde, interessierte sich schon als Teenager für Mode. Zu Weihnachten wünschte er sich kein neues Fahrrad, sondern einen Pullover. Er besuchte die High School of Art and Design und später die Parsons School of Design. Nachdem er einige Jahre in dem Modeunternehmen Perry Ellis gearbeitet hatte, kam er 1986 mit seinem eigenen Label „Marc Jacobs“ heraus, das er bis heute weiterführt. Erstmals ins Gespräch brachte er sich Anfang der neunziger Jahre mit einer düsteren Kollektion, die von der Grunge-Musik inspiriert war.

„Du kaufst kein Gefühl, du kaufst ein Kleid“

Als er nach Paris kam, stieß er auf Skeptiker. Wie passte ein Amerikaner, der gerne Sweatshirts und Jeans trug und auch im Land der Gourmets Fast Food bevorzugte, zu dem 150 Jahre alten Lederwarenunternehmen an der Rue du Pont Neuf mit dem wertkonservativen Luxusbegriff? Jacobs legte denn auch prompt einen Fehlstart hin. Seine erste, eher schlichte Kollektion ausschließlich in den Farben Grau, Weiß und Schwarz wurde von der französischen Presse verrissen. Es sah zu wenig nach Louis Vuitton aus. Doch Jacobs beging nicht den Fehler, seine Kollektion sichtbar den Taschen anzupassen. Vielmehr feminisierte er seinen Stil, wurde „pariserisch“.

Er brachte das Mädchenhafte in die Mode zurück, ohne süßlich zu wirken. Elegant vollführte er Brüche durch gewagte Stoffkombinationen und dem virtuosen Einsatz von Pop- und Kitschelementen, ohne an dem luxuriösen Gesamtbild der Marke zu kratzen. „Luxus-Hip“ nannte die „International Herald Tribune“ Jacobs Stil. Seine Frauen sind Protagonistinnen einer neuen Bohème, seine Kundinnen, zu denen auch seine Freundin Sofia Coppola zählt, urban und selbstbewusst. Ähnlich wie Tom Ford verfolgt er trotzdem stets das amerikanische Prinzip: Kleider müssen tragbar sein und dürfen eine Frau niemals verkleiden. „Du kaufst kein Gefühl, du kaufst ein Kleid“, sagt Jacobs, „erst der Mensch, der das Kleid trägt, verleiht ihm Gefühle. Das Kleid ist nicht sexy, wenn die Frau, die das Kleid trägt, nicht sexy ist.“

Neben seiner Prêt-à-porter-Kollektion hat Jacobs auch eine ebenfalls sehr erfolgreiche Taschenlinie für Louis Vuitton entwickelt. Dabei arbeitet er vorzugsweise mit anderen Designern und Künstlern zusammen wie dem Japaner Takashi Murakami, der eine farbenfrohe, von Comics inspirierte Kollektion mit dem berühmten LV-Monogramm entwarf.

Das Designer ABC:

Ihre Träume sind aus Samt und Seide und spazieren auf langen Beinen über den Laufsteg: Passend zum Start der Modeschauen in New York, London, Mailand und Paris präsentiert FAZ.NET in einer werktäglichen Serie die großen Designer unserer Zeit. Von A wie Armani bis Z wie Zegna wirft das „Designer ABC“ jeden Tag Licht auf die Biographie eines Klassikers. Spot on!

Lesen Sie als nächstes im „Designer ABC“: „K wie Donna Karan“

Quelle: FAZ.NET

 
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