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Designer-ABC : Blahnik, Manolo

„Bitte, nehmen Sie meine Tasche, meinen Ring und meine Uhr, aber nehmen Sie mir nicht meine Manolo Blahniks“, bat Sarah Jessica Parker in der Serie „Sex and the City“ einen Dieb. Der Schurke nahm die Schuhe – und seitdem kennen Millionen die High-Heels des Designers.

          Schuhdesigner haben es schwer. Während Modemacher die Medien beherrschen, treten Schuhmacher in der Öffentlichkeit auf der Stelle. Manolo Blahnik hat das geändert.

          Alfons  Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          Aber nicht sein langes Lebenswerk brachte ihm den großen Ruhm - was zeigt, wie Schuhe von der Öffentlichkeit mit Füßen getreten werden. Erst die Fernsehserie „Sex and the City“ machte ihn weltbekannt. Carrie Bradshaw, die schuhverrückte Hauptfigur der Serie, trifft in einer Folge auf einen Dieb und sagt: „Bitte, nehmen Sie meine Fendi-Tasche, nehmen Sie meinen Ring und meine Uhr, aber nehmen Sie mir nicht meine Manolo Blahniks.“ Der Dieb nahm die Schuhe - und seitdem waren auch Millionen Fernsehzuschauerinnen hin und weg. Seitdem gilt der Mann, für dessen Kreationen man durchaus 500 bis 1500 Euro zahlen muß, als der Designer filigraner Schuhkreationen schlechthin. Und die Bezeichnung „Manolos“ wurde zum Inbegriff schöner High-Heels.

          „How amusing!“

          In die Wiege war ihm diese Karriere nicht gelegt worden. Manolo Blahnik, der 1942 als Sohn einer spanischen Mutter und eines tschechischen Vaters geboren wurde, die in Santa Cruz de la Palma im Osten der Kanarischen Insel La Palma eine Bananenplantage bewirtschafteten, lernte aber von seiner Mutter immerhin, wie man aus Stroh und leichtem Stoff Espandrillos fertigt. Eigentlich sollte er Diplomat werden. Schon nach einem Semester Jura und Politik in Genf jedoch schrieb er sich um und studierte Literatur und Architektur. 1965 ging er an die Kunsthochschule in Paris. Einige Jahre später zog er nach London, um sein Englisch zu verbessern.

          In den großen Kinos am Leicester Square lernte er nicht nur die Sprache Britanniens, sondern anhand der großen Auftritte der Filmdiven auch die Sprache der Mode. Er zeichnete und arbeitete gelegentlich als Designer. Paloma Picasso, die er in Paris kennen gelernt hatte, verwies ihn 1971 an die damalige Chefredakteurin der amerikanischen „Vogue“, Diana Vreeland in New York. Sie war von seinen Zeichnungen begeistert („How amusing!“) und überzeugte ihn davon, Schuhdesigner zu werden.

          Als erster Mann auf der britischen „Vogue“

          Blahnik begann gleich mit der Arbeit, zunächst als Designer von Herrenschuhen für die Boutique Zapata, bald als Designer der Damenschuh-Kollektion des damals bekannten britischen Modemachers Ossie Clark. Schon 1974 war er als erster Mann auf dem Titelblatt der britischen „Vogue“ zu sehen. 1977 kaufte er Zapata und leitete das Geschäft mit seiner Schwester Evangelina. 1978 hatte er sein erstes Geschäft auf der New Yorker Madison Avenue. Außerdem entwarf er Schuhe im Auftrag so bekannter Designer wie Jean Muir oder Elio Fiorucci - und später auch für Calvin Klein, John Galliano (siehe auch: „Designer ABC“: G wie Galliano), Bill Blass, Carolina Herrera und Oscar de la Renta.

          Schon in den Siebzigern, als eigentlich ein flacherer Look erwünscht war, setzte er auf Stilettos. Dabei achtete er darauf, die Avantgarde-Looks für die „Happy Few“ mit soliden Entwürfen für den normalen Auftritt zu kombinieren. Blahnik nennt als Inspirationsquellen für seine Arbeit nicht nur die großen Modemacher Cristobál Balenciaga, Coco Chanel (siehe auch: „Designer ABC“: C wie Chanel) und Yves Saint Laurent, sondern auch Maler seiner spanischen Heimat wie Velázquez oder Zurbarán.

          Außerdem bezieht er viele Ideen aus Filmen. Insofern ist es dann doch wieder logisch, dass er seinen ganz großen Erfolg den bewegten Bildern verdankt - wenn auch nicht jenen auf der Leinwand, sondern denen auf dem Bildschirm.

          Das Designer ABC:

          Ihre Träume sind aus Samt und Seide und spazieren auf langen Beinen über den Laufsteg: Passend zum Start der Modeschauen in New York, London, Mailand und Paris präsentiert FAZ.NET in einer werktäglichen Serie die großen Designer unserer Zeit. Von A wie Armani bis Z wie Zegna wirft das „Designer ABC“ jeden Tag Licht auf die Biographie eines Klassikers. Spot on!

          Morgen lesen Sie: „C wie Coco Chanel“

          Das NRW-Forum für Kultur und Wirtschaft in Düsseldorf zeigt vom 17. September bis 27. November die Ausstellung: „Schuhe - Shoes - Chaussures“, unter anderem auch mit Skizzen, Fotografien und Modellen von Manolo Blahnik.

          Quelle: FAZ.NET

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