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Veröffentlicht: 01.01.2012, 21:25 Uhr

Designer-ABC von Fürstenberg, Diane

Ihre wichtigste Erfindung, das Wickelkleid, machte Diane von Fürstenberg als Designerin weltberühmt. Dann verlief ihre Karriere zunächst ruhig und hebt nun in einer Geschwindigkeit wieder an, wie sie selbst in der boomenden Luxusbranche selten ist.

Wenn sie in der Stadt ist, wohnt sie unter einer Glaskuppel. Über ihrer neuen Zentrale im Meatpacking District in Manhattan hat sich Diane von Fürstenberg eine Privatwohnung einrichten lassen. Aus der gläsernen Kuppel kann sie nun hinunterschauen auf ihre Stadt und ihr Leben. Denn hier, an der Ecke von vierzehnter Straße und Washington Street, rundet sich ihre Karriere, die Anfang der Siebziger blitzartig begann, dann ruhig verlief und nun in einer Geschwindigkeit wieder anhebt, wie sie selbst in der boomenden Luxusbranche selten ist. Und hier fügt sich ihr wechselvolles Leben in die Entwicklung eines Stadtteils, den man noch vor zehn Jahren nach Einbruch der Dunkelheit nicht betreten hätte.

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Das Zentrum ihres Modelebens lag bis zum Jahr 2007 etwas weiter südlich, in der zwölften Straße. Dort wurde es wegen ihres Comebacks im neuen Jahrtausend so eng, dass sie das Town House an die russische Multimillionen-Erbin Anna Anisimova verkaufte. Von 10,5 Millionen Dollar aus dem Erlös erwarb sie das heruntergekommene Backsteingebäude mit den gusseisernen Säulen, das früher die Fleischerei „Gachot & Gachot“ beherbergte. Hier ist sie im Trend angekommen. Schräg gegenüber ist das New Yorker Geschäft von Stella McCartney, drei Häuser weiter der Trendladen „Jeffrey“ - und noch immer zieht in dem alten Fleischerviertel ein strenger Geruch von Schweinen durch die Straßen.

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Mit dem Wickelkleid wurde sie berühmt

In den Schaufenstern des Fürstenberg-Geschäfts zeigen sich die Puppen ungerührt angesichts des Gestanks. Sie tragen Wickelkleider. Das „wrap dress“, mit dessen Erfindung Diane von Fürstenberg berühmt wurde und das sie jetzt in immer neuen Varianten wieder auflegt, ist eben für alle Lebenslagen geschaffen. Die weiblichen Fans der Modemacherin schwärmen vom T-Shirt-Gefühl der Jersey- und Seidenkleider, von der einfachen Handhabung, dem lässigen Aussehen und der im Zweifel schmeichelnden Silhouette. Diane von Fürstenbergs berühmteste Erfindung jedenfalls wickelt die Frauen heute wieder ganz neu ein.

Nach einem ungeschriebenen Gesetz der Mode können erst jene Frauen Kleidungsstücke wiederentdecken, die nicht aus eigener Anschauung den Niedergang der ersten Karriere des guten Stücks erlebten. Diane von Fürstenberg nennt noch einen weiteren Grund für die vielen jungen Fans: „Man muss nicht sehr reich sein, um meine Sachen zu kaufen. Daher ist meine Kundin automatisch jünger - und aktiv, unternehmungslustig, lebendig.“ Die Kundin, soll das wohl heißen, ist eine ähnliche Frau wie die Designerin, die noch mit mehr als 60 Jahren schlank ist, gut aussieht und einen dezidierten Charme verströmt, wenn sie sich auf der Couch räkelt, das eine Bein unter das andere legt und sich mit den Händen durch die wallende Mähne fährt, als seien drei Jahrzehnte an ihr vorbeigezogen, ohne Spuren zu hinterlassen.

Als „Princess“ reizte sie die New Yorker Gesellschaft

Als Diane Simone Michelle Halfin kam die Tochter des russischstämmigen Kaufmanns Leon Halfin und seiner aus Griechenland stammenden Frau am 31. Dezember 1946 in Brüssel zur Welt. Das ehrgeizige und lebenslustige Mädchen ging mit 15 Jahren ins Internat nach England, studierte dann Spanisch in Madrid und Wirtschaft in Genf - wo sie Eduard Egon Peter Paul Giovanni Prinz zu Fürstenberg kennen lernte. Mit ihm zog sie, frisch verheiratet, 1969 nach New York.

Sie war reich, jung, schön und hatte den richtigen Titel: Als „Princess von Furstenberg“ reizte sie die Phantasien der New Yorker Gesellschaft. Ihr Mann, väterlicherseits aus altem Adel, mütterlicherseits aus Geldadel stammend, hatte als junger Banker an der Wall Street beste Beziehungen. Sie schloss Freundschaften mit Künstlern, Prominenten und Politikern - von Andy Warhol, der sie malte, bis zu Henry Kissinger, mit dem sie noch heute gerne über Politik diskutiert.

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