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Marketing in sozialen Medien : Traumjob Influencer?

Zunge raus fürs Selfie: Chiara Ferragni, ein Star der Influencer-Scene, verdient Millionen mit solchen Fotos. Bild: Foto Instagram, Screenshot F.A.Z.

Hübsche junge Menschen verdienen viel Geld, weil sie im Internet für Mode oder Kosmetik werben. Das sieht verlockend einfach aus, ist aber harte Arbeit.

          Eine hübsche, junge Frau macht ein Selfie, den Betrachtern zeigt sie ihre ausgestreckte Zunge. Um den Hals hat sie lässig eine Tasche geschwungen, auch die Kleidung ist gut in Szene gesetzt. Das Bild, von der 30-jährigen Italienerin Chiara Ferragni auf Instagram veröffentlicht, gefällt mehr als 230.000 Menschen, jedenfalls klicken so viele auf das Herzchen unter dem Eintrag. „Ich brauche dieses Outfit“, schreibt eine Nutzerin. Sie ist eine von 776 Menschen, die einen Kommentar dazu hinterlassen.

          Jenni Thier

          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Mehr als 9,6 Millionen folgen Chiara Ferragni auf Instagram. Sie verdient mittlerweile geschätzte zehn Millionen Euro im Jahr. Ruhm und Reichtum hat sie allein durch Fotos von sich selbst in Designer-Kleidung vor toller Kulisse erlangt, Unternehmen bezahlen die Italienerin dafür, dass sie ihre Produkte auf den Fotos trägt. Influencer heißen die Leute, die auf diese Weise im Netz unterwegs sind, und Ferragni ist einer der Topstars unter ihnen.

          Auch in Deutschland gibt es Influencer, die viel Geld damit verdienen, dass sie anderer Leute Geschmack, Meinung oder Kaufverhalten beeinflussen. Bianca Heinicke zum Beispiel, die mehr als 100.000 Euro im Monat verdienen soll und vor allem auf der Video-Plattform Youtube unter dem Namen Bibis Beauty Palace auftritt. Knapp 4,5 Millionen vor allem junge Nutzer folgen der 24-Jährigen und ihren Schönheits-, Mode- und Reisetipps.

          „Wichtig ist, dass man authentisch ist“

          Solche Erfolgsgeschichten klingen verlockend – verlockend einfach. Doch ganz so einfach, wie es aussehen mag, ist das Influencer-Leben nicht. Der Job besteht darin, möglichst viele Menschen in den sozialen Medien dazu zu bewegen, „Follower“ zu werden, Beiträge zu „liken“, sie zu kommentieren und mit Freunden zu teilen.

          Je mehr Anhänger ein Influencer hat, je mehr sie kommentieren, klicken und weiterleiten, desto wertvoller werden Fotos, Videos und Texte für Unternehmen, die Werbeträger für ihre Marke und ihre Produkte suchen. In verschiedenen Datenbank lässt sich nachschauen, wie viel ein einzelner Eintrag bestimmter Nutzer in sozialen Netzwerken wert ist.

          Man muss nicht zwangsläufig eine hübsche, junge Frau sein, um als Influencer Mode und Schönheitsprodukte zu präsentieren. Entscheidend ist, dass man ein Thema hat, mit dem man sich sehr gut auskennt – selbst wenn das eine kleine Nische ist. „Wichtig ist, dass man authentisch ist und eine Geschichte zu seinem Thema erzählen kann“, sagt Mike Schnoor von der Digitalagentur Guts & Glory.

          Was braucht ein Influencer?

          Wer beispielsweise liebend gerne indisch kocht, kann Zubereitungstipps und Rezepte mit anderen Begeisterten teilen. Wer gerne mit der Bahn rund um den Globus reist, findet im Netz vermutlich auch reges Interesse an Erfahrungen und Reisezielen. Im Technik-Bereich gibt es Platz für Foto-Freaks oder Smartphone-Tester. Und junge Eltern – Mütter und Väter – haben auch viel zu erzählen.

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