http://www.faz.net/-hrx-8y21s

Kurzhaarfrisuren bei Frauen : Typveränderung der radikalen Sorte

  • -Aktualisiert am

Für sich: Kristen Stewart in Cannes. Die Haar habe sie sich nicht für ihre Rolle in „Personal Shopper“ abschneiden lassen, sondern auf eigenen Wunsch hin. Bild: AP

Verkraftet da jemand eine Trennung nicht oder steckt in einer Krise? Wenn prominente Frauen sich die Haare kurz schneiden lassen, brodelt es in der Gerüchteküche. Und was, wenn sie sich, wie jetzt einige, gleich für die Totalrasur entscheiden?

          Es geschah auf dem roten Teppich. Also genau dort, wo sich Kristen Stewart laut eigenem Bekunden ganz und gar nicht wohl fühlt. Meist versteckt sie sich dann hinter einer distanzierten Miene und fährt mit den Händen durch ihr Haar. Auch bei einer Premiere ihres aktuellen Films „Personal Shopper“ im März hob sie immer wieder die Hände, um sich die Haare aus dem Gesicht zu streichen. Doch diesmal griff sie ins Leere. Denn da, wo einst lange braune Haare waren, ist jetzt nichts. Fast nichts. Stewart trägt auf ihrem schönen Kopf nämlich nur noch millimeterkurzes, platinblond gefärbtes Haar.

          Erst versuchte die Schauspielerin noch, den Griff ins Nichts zu überspielen. Beim dritten Mal aber lachte die sonst so reservierte 26-Jährige schließlich über sich selbst und ließ für einen Moment seltene Nähe zwischen sich und den Fotografen zu.

          Schönheitsideale verändern sich

          Auch die Musikerin Katy Perry zeigte sich im April mit hellblondem, extrem kurzen Schnitt – nicht ganz so kurz wie Stewart, aber kurz genug, um die mediale Gerüchteküche anzuheizen: Verkraftet die Popsirene die Trennung von Orlando Bloom nicht? Strebt sie einen Imagewandel an? Oder folgt sie einfach einem Trend? Schließlich tragen seit diesem Frühjahr auch Lenny Kravitz’ Tochter Zoë und das schauspielernde Model Cara Delevingne radikales Nichts.

          Für ihn: In Gedenken an Heath Ledger trägt Michelle Williams ihre Haare seit Jahren kurz. Bilderstrecke
          Für ihn: In Gedenken an Heath Ledger trägt Michelle Williams ihre Haare seit Jahren kurz. :

          Schönheitsideale wandeln sich ständig. Gerade noch konnten Models gar nicht dünn genug sein, nun erobern kurvenreichere Frauen wie Ashley Graham die Hochglanzmagazine. Eine Hautkrankheit wie Vitiligo wird zum Markenzeichen erfolgreicher Models wie Winnie Harlow, und die Grenzen zwischen den Geschlechtern sind mittlerweile so fließend, dass selbst bei Heidi Klums martialischer Suche nach fotogenem Nachwuchs auch Transgendermodels willkommen sind. Daneben wirkt ein Haarschnitt eigentlich harmlos. Doch wann immer sich eine schöne, junge Frau von ihrer langen Haarpracht trennt, scheint das Publikum alarmiert.

          Scheidungsgrund Kurzhaarfrisur?

          Dabei geschieht das ziemlich oft: 2016 lief das Model Jourdana Phillips mit raspelkurzem Haar über den Victoria’s-Secret-Laufsteg, eine der Bastionen der wallenden Mähnen und Haarverlängerungen. Die kurzhaarige Gwyneth Paltrow machte 1997 den bis dato als Todesstoß für jedwede Erotik geltenden Partnerlook an der Seite ihres damaligen Freundes Brad Pitt begehrenswert, und die irische Sängerin Sinéad O’Connor rührte 1990 die Welt zu Tränen, als sie mit engelsgleicher Stimme und geschorenem Kopf einer verlorenen Liebe nachsang und -weinte. Die Model-Karrieren von Linda Evangelista in den Achtzigern und jene von Twiggy in den Sechzigern gingen erst richtig los, als die Schönheiten ihre langen Haare abschneiden ließen.

          Ebenfalls in den sechziger Jahren sorgte Mia Farrows Frisur für ein sich hartnäckig haltendes Gerücht: Frank Sinatra, Farrows damaliger Gatte, habe sich so sehr an den kurzen Haaren seiner Frau gestört, dass er die Scheidung einreichte, hieß es noch 2013 in der „New York Times“. Mit dieser Version räumte die Schauspielerin selbst in einem Schreiben an die Zeitung auf: „Mein Freund Frank Sinatra liebte meine Frisur, deshalb behielt ich sie.“ Tatsächlich trug Farrow schon vor ihrer Heirat 1966 jenen Pixie-Schnitt, mit dem sie zwei Jahre später in „Rosemary’s Baby“ brillierte.

          Weitere Themen

          Alternatives Modeln Video-Seite öffnen

          Laufsteg mal anders : Alternatives Modeln

          Vom Muskelkerl mit Glatze und Silberkette bis zur agilen Großmutter - die Agentur „Ugly Models“ aus London hat sich den etwas anderen Mannequins verschrieben. Doch für welche Produkte werben die Models?

          Die Jeanne d’Arc der #MeToo-Bewegung

          „Brave“ von Rose McGowan : Die Jeanne d’Arc der #MeToo-Bewegung

          Die amerikanische Schauspielerin Rose McGowan gehörte zu den ersten Frauen, die sich trauten, über ihre Erlebnisse mit Harvey Weinstein zu sprechen. Inzwischen führt sie einen Feldzug an. In ihrem autobiographischen Buch „Brave“ erzählt sie, wie sie wurde, wer sie ist.

          Topmeldungen

          Syrischer Krieg : Spielball der Großmächte

          Syrien versinkt seit Jahren in Krieg und Gewalt – und ein Ende ist nicht in Sicht. Das liegt auch an den vielen verschiedenen Beteiligten und Interessen. Ein Überblick.
          Provisorium: Zelt für Influenza-Patienten vor einem Krankenhaus in Kalifornien.

          Heftiger Virus : Fast 90 tote Kinder durch Grippe in Amerika

          In den Vereinigten Staaten wütet die schlimmste Grippewelle seit 15 Jahren. Mehr als 180.000 Amerikaner haben sich schon infiziert. Betroffen sind vor allem die geburtenstarken Jahrgänge.
          Jetzt tut’s ihr leid: Kim Bo-reum entschuldigt sich vor der Presse.

          Ärger im Eisschnelllauf : „Es ist eine nationale Schande“

          Das Verhalten zweier Eisschnellläuferinnen aus Südkorea sorgt bei Olympia für große Aufregung. Sogar das Präsidialamt schaltet sich ein. Die Strafe ist drakonisch. Da helfen auch keine Krokodilstränen mehr.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.