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Aufregung um Influencerin : Die Schöne und die Sklaven

Ein Herz für Katzen, aber nicht für Gastarbeiter: Instagram-Post von Sondos Alqattan Bild: Screenshot/instagram/sondos_aq

Sondos Alqattan will nie mehr ein Dienstmädchen aus den Philippinen einstellen. Zu wütend ist die Influencerin aus Kuweit darüber, dass sie ihnen jetzt einen Tag frei geben muss – und deren Pässe nicht mehr einziehen darf.

          Wahrscheinlich führt Sondos Alqattan nicht Buch, wie viele kuweitische Dinar sie Monat für Monat für ihre Schönheit ausgibt, die sie über Instagram vermarktet. Schließlich erreicht die 27 Jahre alte Influencerin aus Kuweit mit ihren Schminkvideos 2,3 Millionen Menschen. Geld, sollte man also meinen, spielt für eine junge Frau, die zum Vorbild für so viele Jugendliche geworden ist, keine Rolle. Wer so viel hat, wird doch auch ein großes Herz haben und großzügig sein.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

          Nicht so Sondos al Alqattan. Richtig knausrig wird sie, wenn es um ihr Dienstpersonal geht. Da mutiert sie rasch zur modernen Sklavenhalterin. In einem Video erhebt sie den rechten Zeigefinger und ereifert sich: „Einen freien Tag jede Woche!?“ So hatte es die kuweitische Regierung beschlossen. Hausangestellte sollen in Kuweit nicht mehr 24/7 ihren Herrschaften zur Verfügung stehen, sondern endlich einen freien Tag haben. Das aber will ihr nicht in den Kopf.

          Sie würde, und das empfiehlt sie auch ihrer Fangemeinde, nie mehr ein Dienstmädchen aus den Philippinen einstellen. „Die würde doch nur sechs Tage die Woche arbeiten und bekäme vier Tage im Monat frei!“ Ja, unvorstellbar. Zu was hat man denn in einem durchschnittlichen kuweitischen Haushalt überhaupt Dienstmädchen? Und ihnen gibt die Regierung wirklich Rechte? Darauf haben sich aber Kuweit und die Philippinen im Mai geeinigt, nachdem ein Kuweiter sein Dienstmädchen aus den Philippinen getötet und ihre Leiche in eine Tiefkühltruhe gesteckt hatte.

          Sondos Alqattan pocht nun darauf, dass ihre Rechte als Arbeitgeberin geschützt werden, dass sie weiter die Pässe ihrer Bediensteten verwahren darf, dass die keinen freien Tag haben. Dann hat sie davon genug und schließt das Video: „Ich habe jetzt auch genug von dem Thema. Ich will davon nichts mehr hören, es gibt Wichtigeres im Leben. Zum Beispiel Botox.“

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