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Die Marke Furla zielt mit auffälligem Design auf junge Frauen. Bild: Hersteller

Furla für Kunst : „Der Bedarf an Ironie ist gerade sehr groß“

Ohne Witz geht heute nix: Giovanna Furlanetto, Chefin des Taschenherstellers Furla, setzt sich für junge Talente in Kunst und Modedesign ein. Das soll auch ihrer Marke helfen, die mit auffälligem Design auf junge Frauen zielt.

          Signora Furlanetto, Sie sind Präsidentin der italienischen Taschenmarke Furla und unterstützen als Unternehmerin nun eine Serie von Performances im Mailänder Museo del Novecento, die unter dem Titel „Time after Time, Space after Space“ noch bis Mai 2018 laufen. Fünf Künstler sind dabei, darunter als erste Simone Forti. Von Ihren Taschen scheint das Projekt zunächst weit entfernt.

          Jennifer Wiebking

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wir wollten uns damit an eine Kunstrichtung herantasten, die für uns neu ist. Unseren Furla-Preis gibt es schon seit 15 Jahren. Jetzt war mal Zeit für eine Weiterentwicklung. Darum geht es: die Zukunft zu erforschen, die schon bald Realität sein wird. Als erstes versucht man ja, Unbekanntes zu verdrängen, aber in einer sich so schnell verändernden Welt geht das nicht. Man muss ständig dranbleiben, um auf neue Ideen zu kommen und sie auszuprobieren. Das gilt dann auch im Hinblick auf unsere Produkte.

          Was überrascht Sie besonders an dieser Zukunft, an der Sie jetzt so nah dran sein wollen?

          Ich finde, dass wir gerade beobachten können, wie grundverschiedene Kulturen zu einer gemeinsamen zusammenfinden. Das habe ich nicht nur in der Performance so verstanden, sondern sehe es auch als Aufgabe unserer Gesellschaft. Das Gleiche gilt für Sprachen. Wir werden immer mehr eins. Aber viele werden sich dagegen erst mal wehren wollen.

          Giovanna Furlanetto, Tochter des Gründers und heute Chefin des Taschenherstellers Furla.
          Giovanna Furlanetto, Tochter des Gründers und heute Chefin des Taschenherstellers Furla. : Bild: Hersteller

          Was bedeutet das für die Modebranche? Ihr Unternehmen verkauft Taschen in alle Welt. Allein im ersten Halbjahr stieg der Furla-Umsatz um 23,5 Prozent.

          Wir sind ein Schmelztiegel, da sind wir repräsentativ. Wir wollen den Weltbürger bedienen. Wenn ein Produkt gut ist, dann ist es in Tokio wie in Mailand erfolgreich. Auch daran bemerkt man: Wir sind nicht so verschieden.

          Man nennt das auch Globalisierung.

          Ja, unsere Metropolis-Tasche ist dafür ein gutes Beispiel. Aber jetzt müssen wir nach der nächsten Erfolgsgeschichte suchen. Wir fragen uns dauernd, was als nächstes kommt. Und wir müssen an den besten Orten zu finden sein. Das sind große Investitionen, aber sie zahlen sich aus. Nicht zuletzt, weil wir mit unseren Produkten ganz verschiedene Frauen ansprechen.

          Ihre Taschen sind nicht gerade günstig, aber jedenfalls preiswerter als die Luxusmarken.

          Manche Kundin kann sich eine Hermès-Tasche leisten, für andere ist das im Leben nie möglich.

          Und wie erreichen Sie heute die Kundin?

          Am besten geht das mit Ironie.

          Ihre Taschen sind jetzt sogar teils mit Gesichtern bedruckt.

          Daran sehen Sie: Der Bedarf an Ironie ist gerade sehr groß.

          Quelle: Frankfurter Allgemeine Magazin

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