http://www.faz.net/-hrx-8vka6

Florale Bettmuster : Nachts im Urwald

Blütenträume: „Fay brun“ von Schlossberg Bild: Schlossberg

Mag sonst überall Minimalismus herrschen, die neue Bettwäsche treibt es bunt: Florale Motive entführen in exotische Wunderwelten.

          Vorbei sind die Zeiten, als die Bettwäsche morgens schamhaft unter einer Tagesdecke verschwand, um erst im Dunkeln wieder entdeckt zu werden. Allein schon das Wort Tagesdecke weist dem, was darunter steckt, eine Statistenrolle zu: Obenauf der Stoff, der sich auch bei Lichte der Öffentlichkeit präsentieren darf, und darunter die private Wäsche, die keiner außer dem Benutzer zu Gesicht bekommt und die deshalb auch etwas verwaschen, verhuscht oder verschossen sein darf.

          Judith Lembke

          Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch die neue Bettwäschegeneration ist selbstbewusst: Ob im Hotel, auf Messen oder in Interior-Blogs, sie versteckt sich nicht mehr unter einer anderen Decke, sondern wird tagsüber mit Kissen dekoriert und durch ein kuscheliges Plaid, lässig darübergeworfen, ergänzt. Das Bett muss sich nicht mehr, sobald verwaist, in eine spaßfreie Soldatenpritsche verwandeln, deren glattgezogener abgezirkelter Überwurf „gefälligst nicht draufsetzen“ zu rufen scheint. Stattdessen lockt die Schlafstatt nun auch am hellen Tag mit dem Versprechen, ein Platz zu sein, an dem sich nicht nur gut schlafen, sondern überhaupt entspannen, lesen, lieben, im Internet surfen und auch arbeiten lässt.

          Motive aus dem Museum „Avantgardening“ von Christian Fischbacher Bilderstrecke
          Motive aus dem Museum „Avantgardening“ von Christian Fischbacher :

          Passend zu ihrem gewonnenen Selbstbewusstsein nimmt die neue Bettwäsche sich auch nicht mehr nur in minimalistischen Weiß-, Sand- oder Grautönen zurück, sondern lässt es krachen: Die neuen Kollektionen feiern die Natur in kräftigen Farben. Der Schweizer Hersteller Christian Fischbacher hat das „Avantgardening“ zum Leitmotiv seiner aktuellen Bettwäschekollektion auserkoren - und das Motiv hält, was der Name verspricht: Stilisierte Pfauenfedern als prägnante Artdéco-Elemente bilden den Hintergrund für eine tropische Wunderwelt. Äffchen, Schmetterlinge und Papageien inmitten einer üppigen Vegetation in Grünschattierungen, Korallfarben, Gelb und Blau.

          Die Motive sind angelehnt an alte Zeichnungen und Gemälde aus der New York Public Library und den Archiven des Amsterdamer Rijksmuseums. So viel Opulenz will gesehen werden: Wer sein Bett in einen farbenfrohen Dschungel aus Mako-Satin, ein besonders edles Baumwollsatin, verwandelt und für eine Garnitur mindestens 330 Euro ausgibt, der lässt die Bettwäsche nicht bei Tagesanbruch unter einer schnöden sandfarbenen Abdeckung verschwinden.

          Auch dichtes Blattwerk ist derzeit ein häufig zu findendes Motiv

          Auch bei den anderen Premiumherstellern geht es in dieser Saison floral und farbig zu - allen voran bei Schlossberg, wo blumige Muster und Farbenfreude ohnehin in der Unternehmens-DNA stecken. Auch die Frühjahrskollektion „Summer Swing“ feiert die tropische Flora. Magenta, Fuchsia und Koralle kontrastieren satte Grüntöne. Die Schattierungen der Blätter gehen von Smaragd über Türkis bis zu Nachtblau. Die Blumenmotive zeigen gefüllte Hibiskusblüten, blassblaue Klivien und gelbe Orchideen.

          Weitere Themen

          Die Frau mit den Ballerinas

          Nachlass von Audrey Hepburn : Die Frau mit den Ballerinas

          Audrey Hepburns Söhne lassen Teile des Nachlasses ihrer Mutter in London versteigern – und im Internet. Darin findet sich das Filmskript von „Breakfast at Tiffany’s“ – mit Notizen der Stilikone in türkisfarbener Tinte.

          Topmeldungen

          Sandra Maischberger (Mitte) und ihre Gäste, unter anderem Uschi Glas und der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge (ganz links)

          TV-Kritik Maischberger : Was macht Politik?

          Üblicherweise trifft Politik Entscheidungen, die durch eine Wahl legitimiert worden sind. Gestern Abend wurde deutlich, warum diese scheinbare Selbstverständlichkeit nicht mehr selbstverständlich ist. Beim Wahlergebnis wird das Spuren hinterlassen.

          Sorge um Iran-Atomabkommen : „Große Konflikte und Gefahren“

          Weil die Amerikaner als einzige nicht zufrieden sind, könnte das Iran-Abkommen „zerstört“ werden, warnt Außenminister Sigmar Gabriel. Angesichts der Atomkrise mit Nordkorea brauche man keine weitere, hieß es nach einer Sechserrunde in New York.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.