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Einrichtungsdesign : Nicht nur für die Tonne

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Die Tischplatte aus Keramik, der Rahmen aus Stahlprofilen: Auch beim Vipp-Tisch spielt Metall eine Rolle. Bild: Vipp

Der Vipp Mülleimer ist praktisch und weltweit bekannt. Das Unternehmen produziert aber auch Designermöbel. Fast immer mit dabei: Metall. So auch beim Vipp-Tisch.

          Holger Nielsen war Schmied, seine Frau Marie Friseurin. Als sie ihren eigenen Haarsalon in der dänischen Stadt Randers eröffnen wollte, kümmerte sich ihr Mann um die Ausstattung des Geschäfts. Zu seinen Erfindungen gehörte auch ein Abfalleimer, ein besonders funktioneller. Die runde Metalltonne, die auf einem Gummiring steht, damit sie über den Boden geschoben werden kann, hat ein Pedal, mit dem sich der gewölbte Deckel öffnen lässt.

          Der Eimer war in mehrfacher Hinsicht praktisch, die Kunden von Marie Nielsen waren begeistert. Holger Nielsen bekam so viele Anfragen und Aufträge, dass er noch im selben Jahr, 1939, eine Metallfabrik gründen konnte. Besonders Ärzte schätzten die Tonne, weil sie sich öffnen ließ, ohne dass man seine Hände benutzen musste. Bis heute ist der Mülleimer des dänischen Herstellers Vipp vor allem in Arztpraxen und Krankenhäusern zu finden, aber auch, seit 2009, als Designobjekt in der ständigen Sammlung des Museums of Modern Art in New York.

          Das Familienunternehmen Vipp

          Er sei kein Designer, hat Holger Nielsen, der 1992 starb, zeit seines Lebens gesagt. Auch seine Tochter Jette Egelund hatte nicht vor, die Firma zu übernehmen. Doch nach dem Tod des Vaters fühlte sie sich mit ihren Kindern Sofie und Kasper in die Pflicht genommen. Nach und nach vergrößerten sie das Unternehmen.

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          Mittlerweile ist Vipp ein erfolgreicher Produkt- und Möbelhersteller – und das mit einem richtigen Designer. Morten Bo Jensen, Jahrgang 1977, entwirft seit zehn Jahren alles für die Familie Egelund – von Badarmaturen über Kehrschaufeln bis hin zu Wandleuchten.

          Metall spielt wie bei Holger Nielsen immer eine Rolle, so auch beim neuen Vipp-Tisch mit einem Rahmen aus Stahlprofilen, Ecken aus Aluminiumguss und einer Tischplatte aus Keramik. Mit der „schwebenden Platte“ wollte Jensen dem robusten Design Leichtigkeit verleihen. Bleibt nur eine Frage: Was bedeutet eigentlich Vipp? Jette Egelung meint trocken, das habe sie ihren Vater vergessen zu fragen.

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