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Modefilm von Caruso : „Stil ist einfach ein Teil unserer Kultur“

Modefilm mit Handlung: „The Good Italian III“ spielt in Neapel. Bild: Sofia Masini/ Caruso

Drei Kurzfilme hat das italienische Label Caruso mittlerweile veröffentlicht. Alle stellen ein Stück italienische Kultur vor, aber mit Stil. Wieso können Italiener den eigentlich so gut? Und ist das nun Mode oder Marketing?

          Herr Angeloni, Sie haben gerade einen Modefilm für die italienische Manufaktur Caruso produziert. Der italienische Mann darin ist lässig durchgestylt. Warum können Italiener Stil so viel besser als manch eine andere Nation?

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Vielleicht ist das einfach ein Teil unserer Kultur. Es ist etwas, das uns angeboren wurde. Ein Instinkt. Ein Gefühl, das man entwickelt, wenn man in Italien aufwächst. Das Gefühl des Vergnügens, der Lust, eine Art Lifestyle. Es ist etwas, das man nicht wirklich erklären kann. Wörter reichen dafür nicht aus.

          Ihr Kurzfilm ist der Dritte in der Reihe “The Good Italian“, die alle für Caruso entstanden sind. Es sind nicht nur Marken- sondern auch Fashion-Film und sie haben auf einigen Modefilmfestivals schon Preise gewonnen, wie in La Jolla. Sind es denn nun Modefilme oder ist es eher eine neue Art des Marketings?

          In vergangenen Jahr war ich viel auf Modefilmfestivals unterwegs. Ich war in Südafrika und Berlin, auf vielen unterschiedlichen Festivals und ich habe sehr viele solcher Filme gesehen und muss sagen: „The Good Italian“ ist im Vergleich dazu ein neues Genre des Modefilms. Meist ist ein Modefilm etwas, das von einer Marke entwickelt wurde und nur ihre Mode zeigt. „The Good Italian“ ist da anders, fast schon einzigartig. So haben wir den Preis in La Jolla gewonnen - denn der Film war etwas anderes. Die meisten anderen Filme sind ein bis zwei Minuten lang, meistens mit Musik unterlegt, kein Dialog und man versteht meist nicht einmal, wer die Marke dahinter ist und was der Inhalt des Films sein soll. Es ist meist einfach nur Mode. Man braucht schon etwas Mut, um da etwas ganz anderes auszuprobieren. Deshalb sage ich, dass „The Good Italian“ in dieser Beziehung einzigartig ist und deshalb hat es auch so lange gedauert, den Film umzusetzen. Das Skript, die Dialoge, die Geschichte, das muss alles erst ausgearbeitet werden.

          Die drei Filme tragen alle den Titel „The Good Italian“, ein Ausspruch, der von Ernest Hemingway inspiriert ist. Was genau ist denn „The Good Italian“?

          Das ist das Gefühl, die Denkweise der Italiener. Das drückt sich nicht so sehr mit Worten aus, sondern mit Gesten. Lassen Sie mich das an einem Beispiel verdeutlichen: Wenn ein Italiener ins Restaurant geht, dann schaut er  - ohne das vielleicht bewusst zu merken - nach einem ganz bestimmten Tisch, dem perfekten Tisch. Er wird dem Kellner sagen: Ich möchte gern dort sitzen. Denn das ist sein Platz, den er mit seinem Bauchgefühl ausgesucht hat. Und Fefé, die Figur, die ich im Film spiele, transportiert genau das. Er redet nie, aber er vermittelt mit seinem Wesen und seinen Gesten dieses Gefühl. Er sagt im zweiten Film auch nur ein Wort: „Perfetto – Perfekt“. Worte können nicht alles erklären, sie sind manchmal nur eine Ausrede, um etwas zu sagen. Fefé muss nichts sagen, er lässt seine Taten sprechen. Die drei „The Good Italian“-Filme sind Filme ohne viele Worte.

          Das macht es für ein internationales Publikum ja auch einfacher, oder?

          (lacht) Oh ja, das stimmt natürlich auch. Wir müssen aber auch nicht viel sagen. Was wir sagen wollen, zeigen wir. Und was zu sehen ist, transportiert sich als Gefühl. „The Good Italian“ kann als Idee für die neue Generation der Italiener gesehen werden. Auch deshalb wollte Caruso mich, einen jungen Schauspieler, in dem Film haben, denn sie wollen einer jungen Zielgruppe das „Made in Italy“ nahe bringen.

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