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Veröffentlicht: 17.04.2017, 18:26 Uhr

Stil-Fragebogen Dorka Gryllus „Mein erstes Buch war die Bibel“

Schauspielerin Dorka Gryllus ist am Montagabend im Tatort zu sehen. Im Stil-Fragebogen erzählt sie von Geschenken für ihr Kind, ihre (Aber-)Gläubigkeit und den Lieblingsort im Urlaub.

von
© Frank Röth Die ungarische Schauspielerin Dorka Gryllus bei der Frankfurter Buchmesse

Eine wahrhafte Europäerin unter den Schauspielerinnen: Zur Zeit steht Dorka Gryllus in Budapest als Frida Kahlo auf der Bühne. Im deutschen Fernsehen ist sie am 17. April im Tatort "Sturm" zu sehen. Weil die 44 Jahre alte Darstellerin, Mutter eines fünf Jahre alten Sohnes, zwischen Ungarn und Berlin pendelt, ist die Zeit immer knapp. Aber im Gespräch ist sie ganz da.

Julia Schaaf Folgen:

Was essen Sie zum Frühstück?

Ich muss am Morgen viel essen, weil mein Energielevel sehr niedrig ist. Das war mir lange nicht bewusst. Ich habe morgens Kaffee getrunken, und meine Energie ging runter. Ein Arzt hat mir dann erklärt, dass ich viel frühstücken muss, um gut in den Tag zu starten. Heute gab es Omelette.

Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

Ich bin keine, die gern shoppt. Oft kaufe ich meine Kostüme nach Dreharbeiten, ich komme ja beruflich viel dazu, neue Kleider anzuprobieren. Mein Lieblingslabel ist Kala Fashion aus Berlin. Da kann ich in einer Stunde eine ganze Winter- oder Sommergarderobe kaufen.

Hebt es Ihre Stimmung, wenn Sie einkaufen?

Wenn ich für meinen Sohn einkaufe, schon.

Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?

Ich habe einen Mantel von meinem Großvater, den hat er schon mit 18 getragen: sehr ungarisch, mit Stickereien am Revers, Schwarz auf Schwarz.

Was war Ihre größte Modesünde?

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In Berlin ist die Mode anders als in Budapest. Etwas, das in Berlin supercool ist, findet man in Budapest vielleicht peinlich. Ich liebe flache Schuhe und überhaupt diese menschliche Berliner Mode. In Budapest wirkt das manchmal ein bisschen komisch. Aber ich mag den verwirrenden Wechsel von Modesünde und Modetugend zwischen den Kulturen.

Tragen Sie zu Hause Jogginghosen?

Ja.

Haben Sie Stil-Vorbilder?

Nicht wirklich.

Haben Sie jemals ein Kleidungs- oder Möbelstück selbst gemacht?

Nein.

Besitzen Sie ein komplettes Service?

Nein.

Mit welchem selbst zubereiteten Essen konnten Sie schon Freunde beeindrucken?

Für einen Freund in Berlin mache ich zum Geburtstag immer Lecso: einen ungarischen Eintopf aus Paprika und Tomaten mit Wurst.

Welche Zeitungen und Magazine lesen Sie?

Ich lese vor allem online. Oder auf dem Flug. Dann lese ich alles durch, was ich am Flughafen finde.

Welche Websites und Blogs lesen Sie?

Ungarische Blogs, Seiten wie origo.hu und index.hu. Und Tagesschau in 100 Sekunden. Ich habe leider wenig Zeit.

Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

 
Schauspielerin Dorka Gryllus: „Mein erstes Buch war die Bibel“ #FAZMagazin

Vor zwei Wochen, eine Postkarte. Hat sich so ergeben.

Welches Buch hat Sie am meisten beeindruckt?

Die Bibel. Ich komme aus einer protestantischen Familie, in der Religion sehr wichtig ist. Wahrscheinlich war es das erste Buch, das ich als Kind bekommen habe. Ich habe Theologie studiert, bevor ich Schauspielerin wurde. Meine Bibel liegt auf dem Nachttisch.

Ihre Lieblingsvornamen?

Soma. So heißt mein Kind.

Ihr Lieblingsfilm?

„Satan Tango“ von Béla Tarr. Seinetwegen bin ich Schauspielerin geworden. Ich habe damals mit einem Freund das Set besucht. Das hat mein Leben verändert.

Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?

Mit. Als ich vor 15 Jahren nach Berlin zog, hatte ich das Gefühl, mein Auto ist mein Zuhause. Ich war neu in der Stadt, und mein Auto war der einzige Ort, den ich kannte. Jetzt steht es meistens in Budapest.

Tragen Sie eine Uhr?

Nein.

Tragen Sie Schmuck?

Nur, wenn ich mich für irgendeinen Anlass hübsch anziehen muss. Im Alltag verliere ich Schmuck immer.

Haben Sie einen Lieblingsduft?

Als ich mein Kind bekam, wurde meine Nase so empfindlich, dass ich kein Parfum mehr ertragen konnte. Seitdem ist es schwierig mit Parfum. Wenn ich am Flughafen durch die Parfum-Abteilung muss, fängt die Nase an zu jucken.

Was ist Ihr größtes Talent?

Ich weiß, was ich nicht kann. Vielleicht ist das ein Talent von mir? Und ich glaube, ich bin ein positiver Mensch. Ich mache immer weiter. Hauptsache, man gibt nie auf. Eine Krise ist auch gut, um etwas Neues zu finden.

Was ist Ihre größte Schwäche?

Ich bin ein unsicherer Mensch. Ich habe eine Entscheidungsschwäche.

Womit kann man Ihnen eine Freude machen?

Ganz einfach: mit einer Umarmung. Mit einem Lächeln.

Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?

Filme. Und wir reden in unserem Alter oft über Kinder.

Sind Sie abergläubisch?

Ich bin eher gläubig. Aber es gibt Sachen, die man schon als Kind gelernt hat. Wenn das Salz umkippt, soll man eine Prise über die linke Schulter nach hinten werfen. Sonst gibt es Streit. Das mache ich manchmal. Aber ich glaube nicht wirklich, dass es etwas bringt.

Wo haben Sie Ihren schönsten Urlaub verbracht?

Am Balaton. Wir fahren jedes Jahr ein bisschen nördlich des Balaton ins Kali-Becken, in ein Tal mit schönen kleinen Dörfern. Das ist für mich eine Ruheinsel in der Welt. Alles ist still, und die Sterne leuchten, weil es keine Lichtverschmutzung gibt.

Wo verbringen Sie Ihren nächsten Urlaub?

Weiß ich noch nicht. Mein Mann ist auch Schauspieler, wir können nicht so einfach planen. Ich habe das aufgegeben. Wir sind immer sehr spontan.

Was trinken Sie zum Abendessen?

Meistens Wasser. Ganz selten ein Glas Wein.

Aufgezeichnet von Julia Schaaf

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