http://www.faz.net/-hrx-7q698
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren

Veröffentlicht: 07.06.2014, 19:19 Uhr

Der Ausverkauf naht „Große Leute haben im Sale Vorteile“

Auch wenn der offizielle Schlussverkauf abgeschafft ist, werden die Preise in wenigen Tagen wieder stark herabgesetzt. Eine Expertin hat Tipps für Schnäppchenjäger.

© dpa Der typische Schlussverkauf-Kunde hat so ziemlich gar nichts mit den Vorurteilen zu tun, die über ihn kursieren

Stephanie Phair, Sie sind geschäftsführende Direktorin des Online-Shops The Outnet.com. Bei Ihnen ist das ganze Jahr über Schlussverkauf, denn Ihre Designerstücke sind erheblich heruntergesetzt. Jetzt geht es auch in den Läden wieder los. Was, würden Sie empfehlen, sollte man unbedingt in dieser Zeit kaufen?

Auf jeden Fall ein Abendkleid. Das ist eins dieser Stücke, die man nie im Schrank hängen hat, wenn man sie braucht. Da sollte man vorsorgen und das Kleid kaufen, wenn man es im Sale sieht.

Spiegelt sich das im Verhalten der Kunden wider? Schlagen die auch besonders oft bei Kleidern zu?

Kleider sind eine beliebte Wahl. Ich glaube, das hat etwas damit zu tun, dass die Leute, wenn sie sich dazu entschließen, für etwas richtig Geld auszugeben, wie etwa für ein Kleid, das gerne im Sale tun, denn dann geht es ja um das bestmögliche Preis-Leistungs-Verhältnis.

Ihren Online-Shop gibt es jetzt seit fünf Jahren. Zum Jubiläum leisten Sie sich eine eigene Kollektion mit Stücken von verschiedenen berühmten Designern. Sind das Labels, die man sich allgemein im Schlussverkauf näher anschauen sollte?

Oft haben sich die Stücke dieser Designer schon in den vergangenen Jahren gut verkauft. Aber ja, ich persönlich würde in dieser Zeit zum Beispiel zu einer Clutch von Alexander McQueen tendieren. Auch ein Kleid von Roland Mouret ist eine sichere Bank; der hat so viele großartige Kleider entworfen, damit besitzt man ein echtes Stück Designgeschichte.

29595304 © Hersteller Vergrößern Stephanie Phair

Worauf sollte man achten, wenn man Stücke im Sale kauft?

Man sollte eigentlich ganz ähnlich vorgehen, wie wenn man Stücke zum vollen Preis kauft.

Das heißt, sich bloß nicht vom reduzierten Preis verleiten zu lassen?

Oft sind das ja immer noch teure Stücke. Es ist aber ratsam, vorab zu überlegen, ob das Stück wirklich zur eigenen Garderobe passt. Überlegen Sie auch, was Sie schon haben. Ich kaufe etwa ständig neue Jacken. Ich besitze bestimmt zwanzig Blazer und Jacken. Oder sogar dreißig. Da sollte man wohl besser das nächste Mal in einen Rock investieren. Achten Sie auch auf die Qualität: Prüfen Sie, aus welchem Material etwas gefertigt ist.

Was sind empfehlenswerte Stoffe?

Kaufen Sie zum Beispiel Kaschmir! Kaufen Sie Leder! Eine Lederjacke, eine Seidenbluse, ein Paar Skinny-Jeans oder ein guter Bleistiftrock können auch keiner Garderobe schaden.

Das klingt alles sehr klassisch. Sind Stücke nicht oft gerade deshalb im Sale, weil sie zum Beispiel an den Rocksäumen hohe Schlitze haben oder mit großflächigen Mustern versehen sind, die nur wenigen Menschen stehen?

Das ist eine Möglichkeit. Andererseits dreht sich das Rad der Mode auch sehr schnell; die Zeit, in der etwas zum vollen Preis angeboten wird, ist oft kurz. Würde man vielen dieser Teile mehr Zeit geben, könnte es gut sein, dass sie sich noch zum vollen Preis verkaufen. Oft entwerfen Designer aber auch Stücke, an die sich Kunden erst mal gewöhnen müssen. Erst nach einer Weile wird daraus ein Trend.

Im Sale hängen also oft Teile, die gerade angesagt sind. Wie wichtig ist es in der Hinsicht, seinen Körper und Stil zu kennen?

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
Frankfurter Allgemeine Stil auf Facebook