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50 Jahre Lavalampe : So waberten schon die Sixties

Auf und nieder: Seit 50 Jahren dient die Lavalampe des Briten Edward Craven-Walker auch als Stimmungsaufheller. Bild: Mathmos

Edward Craven-Walker galt als Exzentriker, der mit Unterwasser-FKK-Filmen seinen Lebensunterhalt zu verdienen suchte. Bis er schließlich, heute vor 50 Jahren, die Lavalampe erfand.

          So ganz von dieser Welt scheint sie nicht zu sein. Dafür spricht schon ihr Einsatz in diversen Science-Fiction-Filmen – unter anderem bereits in den sechziger Jahren in zwei Episoden der BBC-Kultserie „Doctor Who“. Auch die Flüssigkeit, die merkwürdig auf und ab wabert, scheint eher überirdische Assoziationen zu wecken: Der spätere Name der Firma, die das ursprünglich „Astro Lamp“ getaufte Produkt vertreibt, lautet Mathmos und stammt aus dem Film „Barbarella“, mit dem Jane Fonda weltberühmt wurde. Mathmos ist der lavaartig blubbernde See des absoluten Bösen, der in dem Klassiker um die Astronautin Barbarella, die durch die Galaxis reist, eine nicht unwesentliche Rolle spielt.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Ganz irdisch, wenn auch nicht minder gefährlich klingend, kommt der deutsche Name daher: Lavalampe. Vor 50 Jahren kam die erste Leuchte auf den Markt. So einfach die physikalischen Gesetzmäßigkeiten auch zu sein scheinen, die ihrem Innenleben zugrunde liegen: Edward Craven-Walker hat doch mehr als zehn Jahre an seiner bekanntesten Arbeit getüftelt, bis er mit ihr zufrieden war. Angeblich sogar schon 1950 entdeckte der in Singapur geborene Brite in einem Pub in England einen Cocktail Shaker auf einem Herd, in dessen Innerem sich eine der beiden darin enthaltenen Flüssigkeiten in stetiger Bewegung befand. Die merkwürdig blubbernde Erfindung stellte eine Eieruhr dar. Ein gewisser Donald Dunnet hatte diesen Vorläufer der Lavalampe erfunden; es blieb allerdings bei dem nicht ausgereiften Eieruhr-Einzelstück.

          Edward Craven-Walker, der als Exzentriker beschrieben wird, wohl auch, weil er unter anderem versuchte, mit Unterwasser-FKK-Filmen seinen Lebensunterhalt zu verdienen, entwickelte Dunnets Entwurf weiter und perfektionierte schließlich die Lavalampe, in der ein hydrophober Wachs am Boden erwärmt wird, aufsteigt, erkaltet und wieder nach unten sinkt. Die Glühlampe erwärmt und beleuchtet das flaschenartige Gefäß. Anfangs waren es tatsächlich Orangensaft-Flaschen.

          Verkaufsfläche: Das Erfinder-Ehepaar Craven-Walker vor ihrem Post-Kleinbus „Smokey“.
          Verkaufsfläche: Das Erfinder-Ehepaar Craven-Walker vor ihrem Post-Kleinbus „Smokey“. : Bild: Mathmos

          Edward Craven-Walker kannte die beruhigende Wirkung, die von dem sanft auf- und absteigenden Wachs, den er auffällig einfärbte, ausgeht. Sie war in den „Psychedelic Sixties“ wohl Teil des Erfolgs der Leuchte, die sein Erfinder zusammen mit seiner Frau Christine anfangs von der Ladefläche eines ehemaligen Post-Kleinbusses feilbot, der den offenbar passenden Spitznamen „Smokey“ trug. Bald aber war das Marketender-Dasein nicht mehr vonnöten. Die Absatzzahlen stiegen rasant, Patentrechte für gleich mehrere Länder, auch für die Vereinigten Staaten, wurden noch in den Sechzigern verkauft.

          In den achtziger Jahren kamen die Leuchten aus der Mode. Sie erlebten erst ein Comeback, nachdem Cressida Granger und David Mulley ins Lavalampen-Geschäft mit eingestiegen waren, ganz auf „Stimmungsleuchten“ setzten und ihre neue Firma geheimnisvoll Mathmos nannten. In den Neunzigern wurden Millionen von ihnen verkauft. Diesen zweiten Siegeszug erlebte Erfinder Edward Craven-Walker noch; er starb im Jahr 2000 mit 82 Jahren in London.

          Alle Leuchten, und darauf ist Mathmos stolz, werden bis heute in Großbritannien von Hand gefertigt. In diesem besonderen Jahr hat das Unternehmen eine Vintage-Serie und eine limitierte Auflage von „Astro Lamps“ herausgebracht, jede mit einem Erinnerungszertifikat.

          Quelle: Frankfurter Allgemeine Magazin

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