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Schmuckdesign : Die Juwelen aus dem Rapunzelturm

Dieser Ring hat vier Steine, einen roten Turmalin, einen Bergkristall, Granit und einen Aquamarin in 750er Gold und 925er Silber. Bild: Frank Röth

Cécile Prinzessin zu Hohenlohe-Langenburg ist auf Schloss Langenburg in Baden-Württemberg aufgewachsen. Ihren Schmuck entwirft sie dort an einem luftigen Ort.

          Am Finger trägt sie ein Juwel aus dem Zarenschatz. Es ist ein leuchtender Rubin, umringt von Diamanten. Lange lag das Kleinod nur herum. Der Ring war zu klein und zu zierlich auf ihrer Hand. „Ich brauche große Teile an meinen Händen“, sagt Cécile zu Hohenlohe-Langenburg. Dann habe sich eins zum anderen gefügt, also das glitzernde Juwel zu einem geschmolzenen, im Grunde wertlosen Stück Bronze. Beides gehört für sie zusammen. So wurde ein Schmuckstück daraus, das nicht nur zu seiner Trägerin passt, sondern auch auf eindrückliche Weise die Familiengeschichte derer zu Hohenlohe-Langenburg erzählt.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Es ist kalt im Turm des Schlosses. Durch die rohen Backsteinmauern und die alten Holzdielen scheint an diesem Frühlingstag der Wind zu fegen. Wo sich einst die Bibliothek des fürstlichen Hauses befand, entstehen heute ungewöhnliche Schmuckstücke. Direkt über der Schlosskapelle hat Cécile zu Hohenlohe-Langenburg ihr Refugium. Vom Trubel im Schloss mit den fast 90.000 Besuchern im Jahr bekommt sie wenig mit. „Die Ruhe, die ich brauche, finde ich hier oben“, sagt sie. Wenn sie den ganzen Tag an ihrem Schreibtisch sitzt, wandert die Sonne einmal um sie herum. Fast jede Stunde schaut sie zu einem anderen Fenster hinein. Im Sommer ist es angenehm kühl in ihrer Werkstatt, im Winter ist es eigentlich zu kalt zum Arbeiten.

          In der einstigen Bibliothek hat sich Cecile zu Hohenlohe-Langenburg ihr Refugium geschaffen. Vom Trubel im Schloss bekommt sie wenig mit.
          In der einstigen Bibliothek hat sich Cecile zu Hohenlohe-Langenburg ihr Refugium geschaffen. Vom Trubel im Schloss bekommt sie wenig mit. : Bild: Frank Röth

          Schätze mussten aus dem Schloss gerettet werden

          Am wohl schlimmsten Tag in der Geschichte ihrer Familien war es bitterkalt, minus 20 Grad. In der Nacht auf den 24. Januar 1963 löste ein schadhafter Kamin im Ostflügel einen Brand aus, der um kurz nach ein Uhr entdeckt wurde. Eine halbe Stunde später waren die ersten Feuerwehren beim Schloss. Doch das Wasser gefror in den Schläuchen. Den fast 300 Männern, die sogar aus der gut 100 Kilometer entfernten Landeshauptstadt Stuttgart herbeigeeilt waren, blieb nur die Schadensbegrenzung.

          Gemälde, Möbel, Waffen – über neun Stunden hinweg wurden Schätze aus neun Jahrhunderten aus der Burg getragen. Auf wackeligen Leitern schafften die Feuerwehrleute es sogar bis hinauf zu den Turmfenstem und in die Bibliothek, um die wertvollen Bücher zu retten. Das Feuer fraß sich durch den Ostflügel, wo die fürstliche Familie wohnte, hinauf bis in den Turm, der aus dem 13. Jahrhundert stammt. Eine rußgeschwärzte Stelle erinnert noch an den schwärzesten Tag in der Schlossgeschichte.

          Nur Verkäufe konnten das Schloss retten

          „Dieses Bild könnte die Erinnerungen an Kriegszerstörungen wecken, aber es geschah in einer friedlichen Januarnacht“: So beginnt eine Reportage des Süddeutschen Rundfunks, die an einem der folgenden Tage im Januar 1963 gedreht wurde. Schloss Langenburg, eines der schönsten Renaissance-Schlösser Süddeutschlands, sei fast zur Hälfte eingeäschert. In dem zweiminütigen Beitrag über die furchtbare Brandnacht kommt auch Kraft zu Hohenlohe-Langenburg zu Wort. Der sichtlich angeschlagene Fürst hatte 1960 nach dem frühen Tod seines Vaters mit gerade einmal 24 Jahren das Erbe antreten müssen. Nun stand er in den Trümmern seines Schlosses, das die Kriege zuvor unbeschadet überstanden hatte.

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