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Abenteurer Arved Fuchs : „Abergläubisch bin ich nur auf See“

Arved Fuchs erreichte sowohl den Nord- als auch den Südpol zu Fuß. Mit dem umgebauten Haikutter „Dagmar Aaen“ bereist er die Weltmeere. Bild: Picture-Alliance

Der Extemsportler Arved Fuchs war eine Woche mit Jugendlichen aus fünf Ländern auf der Ostsee unterwegs. Hier beantwortet er unseren Stil-Fragebogen.

          Zu Land und zu Wasser, zu Fuß und unter Segeln, auf Ski und mit Hundeschlitten: Seit 40 Jahren zieht Arved Fuchs als Abenteurer durch die Welt. Er durchquerte das grönländische Inlandeis, umrundete im Faltboot Kap Hoorn, erreichte 1989 zu Fuß den Nordpol und - mit Reinhold Messner – den Südpol. Seit 1991 bereist er mit dem umgebauten Haikutter „Dagmar Aaen“ die Weltmeere. Kürzlich war der 64 Jahre alte Polarforscher eine Woche auf der Ostsee unterwegs: Für das Projekt „Ice Climate Education“ hat er Jugendliche aus fünf Ländern auf ein Segelschiff eingeladen, um sie für Umweltschutz und Klimawandel zu sensibilisieren.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Was essen Sie zum Frühstück?

          Obstsalat mit Naturjoghurt und Müsli. Am Wochenende gibt's ein ausgedehntes Frühstück mit gekochtem Ei, Käse, Wurst.

          Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?

          In Geschäften, bewusst nicht online. Ich bin aber nicht so der Dressman, der sich ständig Sachen kauft.

          Hebt es Ihre Stimmung, wenn Sie einkaufen?

          Nee, ich bin kein Shopping-Typ. Es kann eher sein, dass ich ein bisschen einsilbig und schlechter gelaunt werde, wenn ich mich durch Massen von Menschen schieben muss. Meine Frau kennt das. Das ist für mich eher Pflichtveranstaltung als Genuss.

          Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?

          Ein Halstuch, das gleichzeitig ein Talisman meiner älteren Schwester ist. Sie hat es mir vor vier Jahren geschenkt, und ich habe es auf Reisen immer dabei.

          Was war Ihre größte Modesünde?

          In jungen Jahren habe ich Hosen mit Kellerfalten getragen, das war eine Abart der Schlaghosen, die es in den sechziger, siebziger Jahren gab.

          Tragen Sie zu Hause Jogginghosen?

          Nur wenn ich Sport mache.

          Haben Sie Stil-Vorbilder?

          Nein.

          Haben Sie jemals ein Kleidungs- oder Möbelstück selbst gemacht?

          Ich habe Kleidungsstücke für polare Regionen aus Fell genäht: Handschuhe, Mützen, Strümpfe. Aus Fell war das damals nicht zu bekommen. Ich hatte das bei den Inuit in Kanada gelernt.

          Besitzen Sie ein komplettes Service?

          Ja, meine Frau hat eins.

          Mit welchem selbst zubereiteten Essen konnten Sie schon Freunde beeindrucken?

          Bei uns zu Hause bin meistens ich derjenige, der kocht. Ich will nicht sagen, dass ich ein ausgesprochen guter Koch bin, aber ich habe Spaß daran, mit frischen Zutaten zu experimentieren. Für mich ist wichtig, jahreszeitlich die frischen Sachen aus der Region zu kaufen. Wenn es um Nahrungsmittel geht, gehe ich auch gerne einkaufen.

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          Welche Zeitungen und Magazine lesen Sie?

          Den „Spiegel“. Und querbeet verschiedene Zeitungen.

          Welche Websites und Blogs lesen Sie?

          „Spiegel online“ und Blogs über Expeditionen, Segeln, Kulturelles.

          Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?

          Das ist noch nicht lange her. Ich schreibe oft Leuten, denen es gerade nicht so gut geht, ein paar persönliche Zeilen.

          Welches Buch hat Sie am meisten beeindruckt?

          Es ist schwer, da eins herauszugreifen. Bücher haben mich seit der Kindheit begleitet, ich bin immer ein Bücher-Wurm gewesen. „Die Entdeckung der Langsamkeit“ von Sten Nadolny hat mich fasziniert, weil ich auch in der Polar-Geschichte großgeworden bin.

          Ihre Lieblingsvornamen?

          Habe ich nicht.

          Ihr Lieblingsfilm?

          Ich schaue gerne gut gemachte Dokumentationen an, „Planet Erde“ von David Attenborough zum Beispiel.

          Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?

          Mit. Weil ich das Auto einfach brauche. Wir wohnen in einer Kleinstadt, da ist die Verkehrsanbindung nicht so optimal, wie man sich das wünschte. Aber wenn es geht, lasse ich das Auto stehen. Ich bin kein Auto-Freak, der sich begeistert hinters Lenkrad klemmt. Das Auto ist für mich eine Notwendigkeit, keine Leidenschaft.

          Tragen Sie eine Uhr?

          Ja, eine Sinn, aus einer Manufaktur in Frankfurt.

          Tragen Sie Schmuck?

          Nein.

          Haben Sie einen Lieblingsduft?

          Ich mag den Geruch von Holzteer auf alten Segelschiffen, wenn man das Tauwerk imprägniert.

          Was ist Ihr größtes Talent?

          Ich kann die Erlebnisse, die ich sammle, ganz gut vermitteln an Menschen, die das interessiert. Ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu dozieren, sondern indem ich sie an dem, was ich erlebe, teilhaben lasse.

          Was ist Ihre größte Schwäche?

          Ungeduld.

          Womit kann man Ihnen eine Freude machen?

          Mit Freunden zusammensitzen, ein gutes Glas Wein trinken, nette Gespräch führen.

          Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?

          Aktuelles Tagesgeschehen in der Politik. Da kann man schnell eine thematische Brücke schlagen.

          Sind Sie abergläubisch?

          Seeleute sind immer ein bisschen abergläubisch. Es gibt bestimmte Dinge, die würde ich nicht tun. Zum Beispiel wird auf dem Segelschiff nicht gepfiffen.

          Wenn da jemand fröhlich ein Lied flötet, wird das unterbunden, freundlich, aber bestimmt. Auf See bin ich schon ein bisschen abergläubisch, zu Hause an Land nicht.

          Wo haben Sie Ihren schönsten Urlaub verbracht?

          In den kanadischen Rocky Mountains. Ich mag Kanada sehr. Wenn ich dort bin, ist das total entspannt, weil es nur um das Naturerlebnis geht. Skilaufen, abends in der Blockhütte am Kamin sitzen, das ist wunderschön.

          Wo verbringen Sie Ihren nächsten Urlaub?

          Auf einem kleinen Segelschiff in der dänischen Südsee. Da werde ich nur mit meiner Frau unterwegs sein.

          Was trinken Sie zum Abendessen?

          Tee. Sonst auch gerne einen Schluck Wein.

          Quelle: Frankfurter Allgemeine Magazin

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