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Digitale Entzugskur? : Wo steckt Kanye West?

Zurückgezogen: Die Sorge um Kanye West steigt. Bild: dpa

Kanye West ist von Twitter und Instagram verschwunden. Kim Kardashian schweigt über den Verbleib ihres Mannes. Was steckt hinter der plötzlichen Funkstille?

          Kanye West ist nicht mehr. Zumindest nicht auf Twitter oder Instagram. Seit ein paar Tagen zeigen beide Seiten nur noch Fehlermeldungen an, wenn man diesen Namen eingibt. Sehr zum Ärger seiner Fans. Auf Instagram hatte er davon zwar noch nicht Massen gesammelt, immerhin war er auf der Plattform erst seit September des vergangenen Jahres; auf Twitter jedoch war West ein Phänomen mit Millionen Followern. Und die fragen sich nun (hoffentlich) ironisch, wie ihr Leben ohne den täglichen Stream of Consciousness weitergehen soll, den der Rap-Musiker dort in 140 Zeichen hinterließ. Einige sind gar dazu übergegangen, unter die Instagram-Posts seiner Frau Kim Kardashian West Genesungswünsche und Liebesbekundungen an den Gatten zu richten.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Die ist zwar auch für ihre freizügigen Einblicke ins Privatleben bekannt. Dieses Mal aber schweigt sie vorerst über den Verbleib ihres Mannes. Was also steckt hinter der plötzlichen Funkstille? Hat Kanye digital detox für sich entdeckt? Ist er eines Morgens aufgewacht und dachte sich: „Diese leeren Likes, die tausenden Retweets, das ist doch alles nichts handfestes, wahre Liebe sieht anders aus, ich lösch das jetzt mal alles“?

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          Falls Sie sich jetzt fragen, was digital Detox eigentlich ist, sei Ihnen zunächst ein Glückwunsch ausgesprochen, denn Sie gehören wahrscheinlich nicht zur Risiko-Gruppe dieser zeitgeistigen Digital-Diät. Beim digitalen Detox versucht man, auf so viele digitale Aktivitäten wie möglich zu verzichten, lässt Smartphone und Rechner also links liegen und ignoriert Facebook, Twitter und die anderen Social-Media-Konten über einen längeren Zeitraum. Wer es nicht mehr schafft, das allein durchzuhalten, kann Seminare für den digitalen Verzicht belegen. In Amerika gibt es sogar Camp-Aufenthalte, bei denen man seine elektronischen Geräte abgibt. Auf einer Website werden selbst Wandertouren angeboten, auf denen man idyllische Landschaften ohne Funkempfang durchstreift (“Ihr Guide schickt auf Wunsch täglich eine Mail an Angehörige, dass es Ihnen gut geht.“) Das alles soll helfen, den Umgang mit der Natur wiederzuerlernen, über zwischenmenschliche Beziehungen nachzudenken und sich selbst mit mehr Achtsamkeit (auch so ein zeitgeistiges Schlagwort) zu begegnen. Wie bei jeder anderen Diät, haben die Verzichtenden vorher meist maßlos übertrieben.

          Ferndiagnostisch würde man das Kanye West durchaus bestätigen. Immerhin soll er während seiner Flitterwochen mit Kim Kardashian ganze vier Tage am Rechner gesessen haben, um am Hochzeitsphoto nachträglich Farbverläufe zu korrigieren, damit es für die Sozialen Netzwerke perfekt aussieht. Was seine Frau zu den Bemühungen sagte, ist nicht überliefert. Die perfekten Flitterwochen aber stellt man sich dann doch anders vor.

          Sorge um gesundheitlichen Zustand

          Überhaupt häuften sich in letzter Zeit Nachrichten, die Sorgen über Kanyes gesundheitlichem Zustand verbreiteten. Nein, wir sprechen hier nicht über den Vorfall bei den MTV Music Awards vor zwei Jahren, als er ernsthaft verkündete Präsident der Vereinigten Staaten werden zu wollen. Vielmehr blicken wir auf das Ende des vergangenen Jahres, als er während eines Konzerts in Sacramento nach nur drei Songs von der Bühne ging. Zuvor soll er noch über Jay-Z, Facebook und Hillary Clinton gewütet haben. Im November setzte er dann in Los Angeles einen Notruf ab und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Diagnose: Schlafmangel und Erschöpfung. Schwiegermutter Kris Jenner sagte in einer amerikanischen TV-Show, er sei einfach geschafft und sehr müde und brauche gerade etwas Ruhe. Erholt zu haben scheint er sich noch nicht. Ehefrau Kim kam zur Met-Gala unlängst allein und sagte im Interview mit einem Vogue-Reporter auf die Frage nach ihrem Mann: „Er hat sich einfach einige Zeit freigenommen und genießt es sehr.“

          Kanye wäre auch nicht der erste Star, der sich von seinen Social-Media-Auftritten abmeldet. Sängerin Mariah Carey blieb Twitter für ein paar Wochen fern, nachdem sie ihren Auftritt an Silvester in New York grandios versemmelt hatte. Comedian Leslie Jones hatte sich vom Kurznachrichtendienst abgemeldet, nachdem sie dort aufs Gröbste wegen ihres Geschlechts und ihrer Hautfarbe beschimpft worden war. Und selbst Kim Kardashian hat ihre Instagram-Aktivität kurzzeitig ruhen lassen, nachdem sie in Paris während der Modewoche im vergangenen Herbst ausgeraubt worden war.

          Bei Kanye West muss man jedoch skeptisch sein. Er ist und bleibt Geschäftsmann. 2013 hatte er schon einmal all seine Tweets gelöscht. Stehen blieb damals nur ein Tweet, der kryptisch ein Datum nannte. Die Aufregung unter den Fans war auch damals groß, die Presse berichtete, alle fragten sich, was es mit der Aktion auf sich hatte. Und pünktlich zum genannten Termin erschien dann Wests neues Album "Yeezus". Es bleibt abzuwarten, ob er dieses Mal also tatsächlich lieber mit seinen Kindern spielt, als zu twittern - oder ob er nur einen Hype für sein nächstes großes Ding erzeugt.

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