http://www.faz.net/-hrx-7lgeg

Gary Barlow : „Ich esse einfach sehr gerne“

  • -Aktualisiert am

Sieht aus wie eine neue Boygroup, ist es aber nicht: Gary Barlow, Zweiter von links, beim Training mit britischen Soldaten, die der Sänger im Oktober in Afghanistan besuchte Bild: dpa

Vom Take-That-Pummel zum Anhänger gesunder Ernährung: Gary Barlow erzählt, wie er sich mit Anfang 30 einen 100-Kilo-Schutzpanzer anfutterte und was er tat, um ihn wieder loszuwerden.

          Herr Barlow, auf dem Cover Ihres neuen Albums sehen Sie bemerkenswert gut und gesund aus.

          Heute morgen fühle ich mich aber gar nicht gut. Gestern war mein Hochzeitstag, und wir haben bis in die Puppen gefeiert.

          Wie lange sind Sie jetzt verheiratet?

          Vierzehn Jahre.

          Gratuliere! Aber zurück zu Ihrem Albumcover: Warum haben Sie sich für eine Nahaufnahme von Ihrem Gesicht in Schwarzweiß entschieden?

          Ich wollte, dass die Leute an meinem Gesicht sehen, wie viel Zeit seit meinem letzten Album vergangen ist, dass sie mein jetziges Alter sehen, ganz ohne Make-up. Wir haben das Fotoshooting im September in New York auf einem Dach gemacht. Die Sonne schien mir direkt ins Gesicht, so dass man alles haargenau sehen konnte, jede einzelne Sommersprosse. Als wir es uns dann auf dem Computer anschauten, drückte der Fotograf spontan auf die Schwarzweiß-Taste. Uns blieb fast der Atem stehen, so toll sah das aus.

          Sie waren bei Take That eher der Pummelige. Heute sehen Sie besser aus denn je. Wovon ernähren Sie sich eigentlich?

          Das ist unterschiedlich. Vielleicht sage ich Ihnen besser, was ich alles nicht esse, denn das ist fast wichtiger. Ich esse keine industriell verarbeiteten Lebensmittel. Früher habe ich mich von Fish & Chips, McDonald’s, Keksen, Schokolade und Chips ernährt. So was lasse ich jetzt weg. Stattdessen esse ich alles, was Mutter Natur so wachsen lässt, das nicht in irgendeiner Form manipuliert wurde. Und ich koche selbst. Ich esse Fleisch, aber nicht allzu viel. Und ich esse in Maßen, kleine Portionen.

          Sie sind in Cheshire in Nordengland aufgewachsen. Waren sie eigentlich ein sportliches Kind?

          Nein, das kann man wirklich nicht sagen.

          Als Sie 1990 bei Take That anfingen, verordnete Ihnen der Manager erst mal ein straffes Fitnessprogramm. Das muss für Sie als jemand, der sich selbst eher als Musiker und Songwriter sah, schwierig gewesen sein.

          Das hat sich für mich nie natürlich angefühlt. Mir war zwar klar, dass wir eine Band sind, die viel tanzt und aufeinander abgestimmte Choreographien vorführte, was auch sehr hübsch aussah. Aber ich hasste das. Mir waren die Musik und der Gesang viel wichtiger als die ganze Show drum herum.

          Im Laufe der Zeit entwickelten Sie bei Take That dann offenbar doch ein Faible für gesunde Lebensweise und Fitness. Ihr Bandkollege Jason Orange erzählte einmal von einer Zwei-Tages-Entschlackungskur, bei der die Band nur Obst und rohes Gemüse essen durfte. Sie hielten bis zum Schluss durch, was Jason angeblich sehr überraschte. Warum war er so überrascht?

          Ich war zur Take-That-Zeiten einfach als Naschkatze bekannt. Wenn alle anderen Fußball spielen gingen, ging ich abendessen. Ich esse einfach sehr gerne. Und besonders gern gehe ich zum Abendessen aus, mit Freunden in ein nettes Restaurant. Und ich war immer der, der sich abends mit der Plattenfirma im Restaurant traf. Deshalb dachte Jason, dass ich wohl niemals zwei Tage nur von Obst und Gemüse leben könnte. Ich habe mich damit selbst überrascht. Aber es war die Hölle.

          Dick im Geschäft: 1999 beim Auftritt als Solokünstler.
          Dick im Geschäft: 1999 beim Auftritt als Solokünstler. : Bild: Camera Press / Picture Press

          Hat sich in dieser Zeit Ihre Beziehung zu Ihrem Körper verändert?

          Ich weiß nicht recht. Bis ich etwa dreißig war, habe ich nie über meine Ernährung nachgedacht. Das muss man in dem Alter auch nicht. Der Körper macht einfach alles mit. Man schaufelt diesen ganzen Müll in sich rein, und der Körper weiß sich zu wehren. Aber ab einem bestimmten Punkt - und bei mir war das so um die 29, 30 - wehrt sich der Körper nicht mehr. Und plötzlich nahm ich in einem Jahr 32 Kilo zu und wog 100 Kilo.

          Wie ging es Ihnen damit?

          Damals wurde mir mein Plattenvertrag gekündigt. Meine Karriere war im Eimer, oder zumindest fühlte es sich so an. Aber auf der Straße erkannte mich noch jeder. Weil ich nichts mehr mit dem Musikgeschäft zu tun haben wollte, war es mir extrem unangenehm, erkannt zu werden. Allmählich merkte ich, dass mich, je dicker ich wurde, die Leute umso weniger erkannten. Bis sie mich schließlich komplett in Ruhe ließen. Das war mir damals so am liebsten.

          Wovon haben Sie sich in dieser Zeit ernährt?

          Viel Frittiertes, viele verarbeitete Nahrungsmittel. Und vor allem habe ich immer zu den falschen Tageszeiten gegessen, zum Beispiel vorm Schlafengehen. Eben all die klassischen Fehler, die man macht, wenn man zunimmt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Überbewertete Aktie : Was ist Tesla wirklich wert?

          Der Hype um den Autobauer Tesla ist riesig. Kleinste Nachrichten bewegen die Öffentlichkeit wie sonst bei kaum einem Unternehmen. Doch was ist Tesla eigentlich wirklich wert? Nichts, sagt jetzt ein bekannter Leerverkäufer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.