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Mit Yoga angekommen : „Es gibt in der Mode-Szene eine starke Sehnsucht nach Tiefe“

  • -Aktualisiert am

Models und Yoga: Das passt, wie man am Beispiel von Annika Isterlings Beweglichkeit sieht. Bild: Hersteller

Nach der ersten Probestunde war Topmodel Annika Isterling von der Kunst des Yoga gar nicht überzeugt. Heute ist sie selbst Yoga-Lehrerin. Was hat sich geändert?

          Ziemlich holprig verlief Annika Isterlings erste Begegnung mit der Kunst des Yoga. Ein befreundeter Hair- und Make-up-Artist hatte das damalige Topmodel 2001 in New York zu einer Yoga-Stunde in einem Fitnessstudio überredet. „Der Raum war vollgestopft mit Menschen, und die Übungen fand ich extrem anstrengend. Gepackt hat mich das nicht wirklich“, sagt sie rückblickend.

          Trotzdem machte sie weiter, zunächst sporadisch und dann – nach dem Ende ihrer Laufsteg-Zeit – immer öfter. Nach einer Yogalehrer-Ausbildung fing sie richtig Feuer. Heute zählt sie, inzwischen 40 Jahre alt, zu den bekanntesten Yoginis Deutschlands. Gerade hat sie ihr erstes Buch veröffentlicht. „Ankommen“ soll Yoga-Übungen zu einem festen Platz im Leben verhelfen, ist erfrischend realistisch, dennoch spirituell und zudem schön gestaltet.

          „Yoga soll alltagstauglich sein“, sagt Annika Isterling. „Ich selbst bin kein Mensch, der schon mit neun Jahren im Ashram gelebt hat und über den Dingen schwebt. Die Welt des Modelns zum Beispiel habe ich nicht wegen des Yoga verlassen.“ Isterling möchte ihren Lesern dazu verhelfen, „eine Verbindung zu sich selbst“ zu schaffen.

          Sie gliedert die Übungen in eine Art „Baukastensystem“, erklärt, wozu Rückbeugen oder Vorbeugen dienen, Umkehrhaltungen oder Drehungen. Recht einfach kann man sich daraus eine eigene Routine zusammenstellen. Statt wie bei vielen anderen Lehrbüchern die ewig gleiche Asana-Abfolge nachzuturnen, entsteht eine individuelle Yoga-Praxis.

          Dazu tragen auch die Bilder bei. Dass die zweifache Mutter heute noch modelt, merkt man auf fast jeder Seite. Isterling, die in den neunziger Jahren mit Naomi Campbell und Kate Moss über die Laufstege stolzierte, ist nicht das einzige Mannequin, das dem Yoga verfallen ist. Christy Turlington veröffentlichte vor 15 Jahren mit „Living Yoga“ ein glühendes Bekenntnis zu der indischen Lehre. Und das frühere Model Tara Stiles aus New York gehört mit einem von ihr entwickelten Übungsstil zu den am meisten gehypten Yoginis der Welt.

          „Es gibt in der Mode-Szene eine starke Sehnsucht nach Tiefe“, sagt Isterling. So erklärt sie sich diese Begeisterung. „Alles ist an das Äußerliche gebunden. Der eine findet dich schön, der andere macht dich nieder.“ Zudem sei man auf sich allein gestellt. „Zu keiner meiner früheren Model-Freundinnen habe ich noch Kontakt.“ Erst Yoga habe sie gelehrt, bei sich selbst zu Hause zu sein.

          ..to the people that turn your world upside down in a good way.. #gratitude #love #you #family #friends

          Ein Beitrag geteilt von Annika Isterling (@annikaisterling) am

          today I realized how much I am being trapped in old thinking patterns and unconsciously reconstructing hurtful but familiar feelings from the past. my whole body reacts with stored information, that's not even related to the current situation and making myself and then others feel not good. the hardest thing in music is to improvise and let go of the structures we learned. in life and relationships with others it is just as much. is so important to learn to free oneself of what was experienced prior and not bring it on to another person. staying present and open to the other one. • • #itsallaboutconnection #keeponevolving #be #presence #patience #new #feelings #openness #practice #yoga #reflection #challenges #reconstruction #life #space #relationship #ankommen

          Ein Beitrag geteilt von Annika Isterling (@annikaisterling) am

          Annika Isterlings Yoga-Buch

          Annika Isterling: „Ankommen. Deine Yogapraxis für zu Hause“, Theseus Verlag, 220 Seiten, 29,95 Euro.

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