Home
http://www.faz.net/-hry-7aw6o
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Das richtige Sonnenschutzmittel Als hätte die Sonne uns still geküsst

Welcher Lichtschutzfaktor sollte es sein? Taugen auch billige Präparate etwas? Das sind nicht die einzige Fragen, die man sich vor dem Regal mit den Sonnenschutzmitteln stellt.

© Getty Images Vergrößern Ab in den Urlaub: Welche Creme an einem langen Strandtag gut schützt, bestimmt, laut Stiftung Warentest, nicht unbedingt der Preis

Grundlagen: Die Rüstung

Reiseziel und Unterkunft sind ausgesucht, die Entscheidung, welcher Bikini in den Koffer darf, ist gefallen, doch bleibt noch eine Frage: Welche Sonnencreme soll mit? In der Drogerie muss man sich nicht nur zwischen Spray, Milch oder Öl entscheiden, sondern auch zwischen mineralischem oder synthetischem Schutz. Es gibt dreißig Stoffe, die in Europa als Lichtschutzfilter für Sonnenschutzmittel zugelassen sind. Darunter sind organische, also chemische oder synthetische, und anorganische, also mineralische oder physikalische. Häufig werden verschiedene UV-Filter gemischt, um eine breite Abdeckung des UV-Spektrums zu erreichen. Synthetische Filter sind künstlich hergestellte chemische Verbindungen, mineralische sind hingegen natürlichen Ursprungs. Häufig handelt es sich um Titandioxid oder Zinkoxid. Vor Sonnenbrand schützen beide Gruppen, allerdings auf unterschiedliche Weise. Mineralischer Sonnenschutz wirkt wie eine „Ritterrüstung“. Er legt sich über die Haut und reflektiert die UV-Strahlen zum größten Teil, so dass sie nicht in die Haut eindringen können. Synthetischer Sonnenschutz absorbiert die UV-Strahlen und wandelt sie in Energie in Form von Wärme um.

UV-Filter: Die Qual der Wahl

Bei Kindern raten Hautärzte zu mineralischem Schutz, um die empfindliche Haut nicht zu belasten. Erwachsenen ist es selbst überlassen, wie natürlich sie sich eincremen wollen. Für manche ist die Ästhetik das ausschlaggebende Argument für einen synthetischen Filter. Dieser hinterlässt nämlich, anders als die mineralische Konkurrenz, keinen weißen Schimmer auf der Haut. Für Eltern ein netter Nebeneffekt: Ist der Sprössling von Kopf bis Fuß mit einem weißen Film überzogen, wurde kein Körperteil vergessen.

Lichtschutzfaktor: Die Typfrage

20 oder doch lieber 30? „Welcher Lichtschutzfaktor der richtige ist, hängt vom Hauttyp ab“, sagt Karena Reddington, Dermatologin aus Frankfurt. Es gibt sechs verschiedene - vom keltischen bis zum schwarzen Hauttyp. Der durchschnittliche Deutsche liegt mittendrin. „Die meisten Deutschen entsprechen Typ 2 und können rund zehn Minuten ungeschützt in der Sonne bleiben, ohne dass die Haut sich rötet“, sagt Reddington.

Sonnenbad © dpa Vergrößern Sonnenbad in Heidelberg - gut eingecremt?

Diese zehn Minuten entsprechen dem sogenannten Eigenschutz. Multipliziert man ihn mit dem angewendeten Lichtschutzfaktor (LSF), erhält man den Zeitraum, den man in der Sonne verbringen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Reddington rät dem ungebräunten Deutschen zumindest am Anfang des Sommers zu LSF 30. Das beschert rund 300 Minuten pures Sonnenvergnügen, ohne dass man Schäden davonträgt. Nach Vorgabe der EU-Kommission werden in Europa zur besseren Vergleichbarkeit nur LSF 6, 10 (niedrig), 15, 20, 25 (mittel), 30, 50 (hoch) und 50+ (sehr hoch) verkauft. Je höher der LSF ist, desto höher ist der Anteil an UV-Filtern und umso klebriger die Creme. Für Kinder, die erst einen schwach ausgebildeten Eigenschutz besitzen, muss man immer einen hohen LSF wählen. Dabei müssen es aber nicht Produkte „extra for kids“ sein.

Verpackung: Möglichst bequem

1 | 2 | 3 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Hermann Weinbuch Eric Frenzel hat den Mut zur Veränderung

Der Bundestrainer der Nordischen Kombinierer spricht vor dem ersten Start von Eric Frenzel bei der WM in Falun an diesem Freitag über seinen besten Athleten, dessen Favoritenrolle und soziale Kompetenz. Mehr Von Claus Dieterle

20.02.2015, 08:25 Uhr | Sport
Urlaubsüberraschung aus Bali Spinne unter der Haut

Ein Souvenir der besonderen Art hat sich der Australier Dylan Maxwell aus Bali mitgebracht: Ein Spinne hatte sich durch eine Wunde unter seine Haut gebohrt und dort drei Tage lang entlang gegraben. Mehr

17.10.2014, 13:00 Uhr | Gesellschaft
Abenteurer Bertrand Piccard Drei Stunden Schlaf sind genug

Der Abenteurer Bertrand Piccard bricht am 7. März auf, um mit einem Solarflugzeug die Erde zu umrunden. Im Interview spricht er über das, was ihn antreibt, wie man mit wenig Schlaf leistungsfähig bleibt und wovor er Angst hat. Mehr Von Johannes Ritter

01.03.2015, 08:00 Uhr | Wirtschaft
Unter die Haut Tattoos erinnern an Mandela

Am 5. Dezember jährt sich der Todestag des Freiheitskämpfers und früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela zum ersten Mal, für viele Menschen ist Madiba aber immer noch ein stetiger Begleiter - sie haben sich ein Tattoo von ihm in die Haut stechen lassen. Mehr

05.12.2014, 09:25 Uhr | Gesellschaft
Heilfasten Der bewusste Verzicht ist ein faszinierendes Abenteuer

Seit Jahrzehnten hilft Françoise Wilhelmi de Toledo Menschen in ihrer Klinik beim Heilfasten. Ein Gespräch über toxische Lebensbedingungen und die Erotik des Verzichts. Mehr Von Rüdiger Soldt

18.02.2015, 13:46 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.07.2013, 09:43 Uhr