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Bastel-Tipps : Nicht kleckern, klotzen!

Die Betonbauer im Einsatz: Erst das in den Eimer, dann den Beton dazuschütten und alles kräftig mischen. Bild: Jan Roeder

Es muss nicht immer Pappe, Holz oder Stoff sein. Auch mit Beton kann man basteln. Es bedeutet etwas mehr Aufwand – aber auch viel Spaß.

          Der Müllwagen rumpelt ums Eck, der Nachwuchs starrt verzückt auf das wundersame Treiben. Diesen Anblick toppt nur der Betonmischer. Minutenlang stehen Kinder eingestaubt hinterm Baustellenzaun, um rotierende Trommeln zu bestaunen. Das Leben ist eine Baustelle. Auch daheim. Basteln mit Beton boomt. Designer haben den rauhen Charme der kühlen Kunststücke wiederentdeckt, die Do-it-yourself-Fraktion ist längst in Produktion gegangen. Beton anrühren macht Spaß, und die Ergebnisse halten ewig.

          Ursula  Kals

          Redakteurin in der Wirtschaft, zuständig für „Jugend schreibt“.

          Aber wie geht man mit einem Material um, mit dem andere ganze Häuser bauen? Wir haben, Marion Ilkenhans, Münchner Erzieherin und Kennerin der Materie, gefragt, die uns gemeinsam mit Hanna, David und Constantin zeigt, wie es geht.

          Die Betonmasse lässt sich bunt verzieren.
          Die Betonmasse lässt sich bunt verzieren. : Bild: Jan Roeder

          Das Grundrezept

          Bastelfachgeschäfte bieten kleine Sets an, die rasch aufgebraucht sind. Kreativknetbeton kostet rund 9 Euro im Kilobeutel, ist leicht zu verarbeiten und liefert glatte Ergebnisse. Billiger, aber reich an Steinen sind Feinbetonsäcke aus dem Baumarkt. Unschlagbar ist deren Preis: Der 25-Kilo-Sack Betonestrich kostet rund vier Euro. Wem er zu grob erscheint, der siebt größere Steine aus. Beim Umgang mit Baumarkt-Beton sollten Handschuhe und eine Schutzbrille getragen werden.

          Die Ausrüstung

          Einen alten Eimer, Stöcke oder ausgediente Holzlöffel bereitlegen. Wer große Mengen verarbeitet, ist mit einem Quirlaufsatz für die Bohrmaschine gut bedient. Plastikhandschuhe schützen empfindliche Hände. Manche Ratgeber empfehlen sogar einen Mundschutz, um den feinen Betonstaub nicht einzuatmen. Ein Spatel hilft, die Flächen glattzustreichen. Jetzt geht es los. Die Kinder holen Wasser. „Bitte unbedingt darauf achten, erst das Wasser in den Eimer zu gießen und danach den Beton dazuzuschütten, sonst lässt sich die Masse nicht vermischen, und der Bohrer läuft heiß“, sagt Ilkenhans. Mit ohrenbetäubendem Geknatter wird die Masse mit dem Bohraufsatz zerpflügt.

          Das staubt und saut so richtig schön vor sich hin. Die Kinder sind entzückt. Kleinere Mengen lassen sich mit einem Stock mixen. Einen Marmorkuchen mit Küchenmixer herzustellen ist dagegen ein Klacks. Nach Gefühl Wasser nachschütten, bis die gewünschte, leicht zähe Konsistenz erreicht ist, Hauptsache, der graue Pamp ist nicht zu flüssig und ähnelt dickem Brei. „Je weniger Wasser für den Betonbrei benutzt wird, desto grober und poröser wird das Ergebnis“, erklärt die 42-Jährige. „Deshalb sollte man unbedingt erst mal ausprobieren, wie die fertige Betonmischung getrocknet aussieht, bevor man eine Großproduktion startet.“

          Knallharte Tipps, damit es klappt

          Bei Plastikformen nicht vergessen, die Gefäße mit Pflanzenöl großzügig auszupinseln, bevor man den Beton eingießt. Das gilt hier ausdrücklich auch für Silikonformen. So lässt sich hinterher die Form lösen. Kartons werden nicht eingeölt, sondern später aufgeschnitten.

          Schatten statt Schnelltrocknung

          Ist die Masse gegossen, klopft man die Form vorsichtig auf den Boden, damit sich mögliche Luftblasen auflösen. Nun heißt es mindestens 24 Stunden warten, bis der Beton getrocknet ist. Da müssen die kleinen Bastler durch.

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