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Weißwein : Ganz groß gewachsen

  • -Aktualisiert am

Eine Flasche der 2014er GGs kann der Weinliebhaber bereits ab rund 20 Euro erstehen. Bild: dpa

Ein Festtag für die Freunde trockener Weißweine: Die „Großen Gewächse“ 2014 kommen in den Handel. Wir erklären, welche am allergrößten sind - und warum manche Weine noch ein wenig stinken.

          Für Weinliebhaber ist der 1. September ein sehr wichtiges Datum. Dann kommen die „Großen Gewächse“ (kurz GG) unter den trockenen Weißweinen der Mitgliedsweingüter des VDP (Verband deutscher Prädikatsweingüter) aus dem Jahrgang 2014 erstmalig auf den Markt. Ein guter Anteil der Produktion von den begehrtesten dieser Lagenweine wurde bereits von Stammkunden reserviert, manche sind tatsächlich ab Hof schon komplett ausverkauft (aber noch nicht ausgeliefert).

          Viele Weintrinker haben das GG-Logo zwar irgendwo mal gesehen und den Begriff Großes Gewächs gehört, wissen aber nicht, um was es dabei wirklich geht. Da die allermeisten GG-Weine von 2014 überaus gelungen sind, ist dies ein guter Moment, um die wichtigsten Fragen zum Thema zu beantworten und einige gute Beispiele vorzustellen.

          Wie schmeckt ein GG?

          Kurz gesagt, sind GGs grundsätzlich kräftige Weine. Die trockenen GG-Weißweine werden aus einer Reihe von Traubensorten erzeugt, vor allem Riesling, aber auch Weißburgunder, Grauburgunder, Silvaner und Chardonnay. Trotz dieser Vielfalt ist ihnen allen eine ausdrucksstarke Art gemeinsam. Leichte, süffige GG-Weine zum Wegzechen gibt es nicht. Ganz selten haben sie weniger als 12 Prozent Alkohol, meist eher 13 Prozent.

          Beispiel: 2014 Rausch Riesling GG vom Weingut Zilliken in Saarburg/Mosel. Eines der seltenen GGs mit nur 11,5 Prozent, der zart nach Aprikose und Zitrus duftet und sehr lebendig schmeckt, mit animierender Säurefrische. Wie jeder gute deutsche Weißwein aus dem Jahr 2014 wirkt dieser recht jung. Er wird mit der Zeit an Harmonie zulegen, genauso wie seine kräftigeren Verwandten. Hinweis: Die besten GGs aus dem Jahr 2013 kommen erst jetzt in ihre beste, jugendliche Form, die 2007er GGs sind inzwischen wunderbar gereift.

          Was steht auf den GGs-Etiketten?

          Fett gedruckt auf jedem GG-Etikett stehen der Name des Erzeugers und die Weinbergslage, in der die Trauben gewachsen sind. Ausschließlich vom VDP klassifizierte Spitzenlagen sind für die Erzeugung von GGs zugelassen. Deren Liste erscheint auf den ersten Blick ziemlich lang, ist aber im Vergleich mit der Menge aller deutschen Weinbergslagen auffallend kurz; also ist bereits der Ursprungsort eines GGs exklusiv. Der Name der Traubensorte taucht meist nur kleingedruckt auf, oft muss man danach suchen. Ein GG soll die Lage, in der es gewachsen ist, geschmacklich abbilden, daher die große Bedeutung des Lagennamens auf dem Etikett.

          Manche Lagennamen gibt es nur einmal in ganz Deutschland, etwa „Maustal“ in Sulzfeld/Franken, und wenn wie hier nur ein einziger Erzeuger (Weingut Zehnthof Luckert) in dieser Lage GG-Weine erzeugt, dann ist alles klar und einfach, wenn man einmal diesen Namen gespeichert hat. Wenn jedoch Lagennamen wie etwa „Schlossberg“ x-mal in diversen Gebieten auftauchen, erschwert das natürlich die Orientierung. Auch Fachleute müssen dann nachfragen, um welchen Schlossberg es sich jeweils handelt.

          Beispiel 1: 2014 Maustal Silvaner GG vom Weingut Luckert in Sulzfeld/Franken. Duftet nach perfekt reifen Mirabellen; feine Geschmeidigkeit prägt den Geschmack von der Zungenspitze bis zur letzten Note des Finales.

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