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#freetheeggplant : Warum die Aubergine das nächste „Superfood“ sein wird

  • -Aktualisiert am

Trend und Klassiker zugleich: Die Aubergine lässt die Avocado alt aussehen. Bild: LARS KLOVE/The New York Times/Re

Bei Instagram wird die Aubergine oft als Phallussymbol verwendet. Doch ihre violette Farbe und ihre Vielseitigkeit könnten das Gemüse zu einem richtigen Trendobjekt machen – und sogar die Avocado ablösen.

          Es sieht schlecht aus für die Avocado. Die grüne Hipsterfrucht geriet zuerst in Verruf, weil sie in ihrer Anbaubilanz einen unverhältnismäßigen Wasserverbrauch aufweist. Dann musste sie auch als Grund dafür herhalten, dass Millennials sich keine Häuser leisten können (weil sie zu viele überteuerte Avocado-Brote essen). Und nun wächst dazu noch ein Konkurrent heran, der sie als Superfood der neuen Zeit ablösen wird: die Aubergine.

          Vieles spricht für die subtropische Pflanzenart aus der Familie der Nachtschattengewächse. Sie kommt sogar in der Pantone-Trendfarbe des Jahres daher. Die Avocado passte zu 2017 und der damaligen Farbe Greenery. Aber jetzt ist die Welt in dieses Ultraviolett namens Pantone 18-3838 getaucht. Die Auberginenfarbe ziert von Mode über Kosmetik bis zu Interieurs viele Oberflächen. So hat das Münchner Kosmetikunternehmen Kia-Charlotta, das vegane und tierversuchsfreie Nagellacke herstellt, den trendigen Aubergine-Farbton Abundance seit Frühjahr im Sortiment - und schon gehört er zu den Bestsellern. Der schottisch-israelische Koch Omri McNabb vom Restaurant "Night Kitchen" in Berlin sagt: "Die Aubergine ist eine superleckere Zutat und zentrales Element der mediterranen Küche. Für mich ist sie sowieso immer im Trend."

          Eine sinnvolle Option

          Die Aubergine kam von Asien über Persien nach Europa. In der japanischen Küche, wo sie schon seit etwa zwölf Jahrhunderten heimisch ist, gilt sie als geradezu kosmisches Zeichen. Wenn man von einer Aubergine träumt, ist das ein gutes Omen – das japanische Wort für Aubergine, nasu, klingt ähnlich wie die japanischen Wörter für „erreichen“ und „erfüllen“.

          Aber macht sie allein das zum Trend? Wohl kaum. Sie ist einfach eine sinnvolle Option. Anne Manns ist sich sicher: Es handelt sich um einen Klassiker. Die Schmuckdesignerin, die in Berlin-Neukölln und Norditalien lebt, betreibt Auberginen-Studien. "Der italienische Gemüsegarten meines Freundes hat mich dazu inspiriert. Es ist einfach ein wahnsinnig schönes Gemüse, das eine malerische, organische Tropfenform und einen besonderen Glanz hat." Nun baumelt die anmutig geformte Frucht silbern und golden von Ohrläppchen, Handgelenken und Hälsen.

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          "Die gewisse Doppeldeutigkeit der Aubergine, diese humoristische Note, gefällt mir." Damit spielt die Designerin auf die Tatsache an, dass die Aubergine in der Piktogrammschrift Emoji vor allem als Phallussymbol benutzt wird. Zeitweise war der Hashtag der einzige, nach dem man auf Instagram nicht suchen konnte – er werde, so hieß es, „typischerweise verwendet, um gegen Community-Guidelines zu verstoßen". Die Community wehrte sich mit dem Aufruf #freetheeggplant. Mit Erfolg: Mittlerweile kann man wieder nach dem Emoji suchen. Nur beim Verwenden sollte man aufpassen.

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