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Vegan essen : Ein gutes Gewissen hat seinen Preis

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Und die Produkte? Im Tiefkühlfach gibt es „Meatless Meatballs“ aus Kanada (5,49 Euro für 360 Gramm), „Fish-Fillets with Mango Chutney“ aus Taiwan (6,99 Euro für knapp 300 Gramm), eine Tofu-Pizza (8,99 Euro) und sogar einen kompletten fleischlosen Truthahn (49,90 Euro) - beides aus den Vereinigten Staaten. „Die Sachen schmecken einfach besser“, begründet ein Verkäufer die vielen Import-Produkte.

Die weite Reise der Lebensmittel ist jedoch nicht nur aus Umweltgründen fragwürdig; sie wirkt sich auch auf den Preis aus: „Es IST definitiv teuer“, schreibt beispielsweise die Studentin Janine, 23, in ihrem Blog „Veganine“. Und weiter: „Ein ,normaler‘ Einkauf im ,Veganz‘ würde mein Monatsbudget absolut sprengen. Vor allem Käse- und Fleischersatzprodukte haben unglaublich hohe Preise.“ Tatsächlich sind beispielsweise Steaks aus Seitan (Weizeneiweiß) teurer als echte Steaks, veganer Käse und pflanzliche Milch kosten mindestens das Doppelte der entsprechenden tierischen Produkte, und vegane Gummibärchen oder Schokolade sind reiner Luxus.

Warum ist das so? Hanni Rützler, Autorin des „Food-Report 2015“, erklärt, vegane Lebensmittel gehörten nach wie vor zu einem Nischenmarkt, in dem noch viel Entwicklungsarbeit geleistet werde. Über Monate und Jahre hinweg würden neue Rezepte entwickelt, Maschinen gekauft und Vertriebswege aufgebaut. „Für viele Menschen sind die Produkte zudem Neuland, entsprechend aufwendig und teuer ist das Marketing.“

Wie gesunde, vegane Ernährung auch mit knappem Studentenbudget funktioniert, zeigte Annette Greca, 29, aus Wiesbaden. In ihrem Blog „think. care. act.“ rief sie ihre Leser auf, einen Monat lang ihre Ausgaben für Lebensmittel zu protokollieren. Am Ende hatte sie Daten von 13 Teilnehmern, fast alles Studentinnen Mitte 20. Deren Ausgaben lagen bei durchschnittlich 130 Euro. Klar, Fertigprodukte vom anderen Ufer des Atlantiks sind bei dem Budget nicht drin. Und wie man an ihrem eigenen Protokoll sieht, hätten es an manchen Tagen durchaus ein paar Kalorien mehr sein dürfen.

Als speziell vegane Produkte gab es bei Greca häufig als Brotaufstrich „Casheesio“, einen selbst gemachten fermentierten Nusskäse, und in der Nudelsoße „Braised Tofu“, eingelegten Tofu aus dem Asialaden. „Als Veganer fängt man aus verschiedenen Gründen an, Essen selbst zuzubereiten. Sei es, weil der Blick auf die Zutatenliste vermuten lässt, dass das Essen wohl aus dem Chemielabor stammt oder weil es keine vegane Option gibt“, erzählt Greca. „Schlussendlich spart man jedes Mal Geld.“ Das ist ihr vor allem beim Vergleich mit dem veganen Informatiker aufgefallen, dem einzigen Berufstätigen und Mann, der seine Ausgaben protokolliert hat. Er aß vor allem Convenience-Produkte wie Käse-, Fleisch- und Wurstersatz. Dazu kamen viele vegane Süßigkeiten und Snacks. Das Ergebnis: Mit 250 Euro lagen seine monatlichen Ausgaben fast doppelt so hoch wie die der Studentinnen.

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