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Roher Keksteig zum Löffeln : Pfeif auf die Diät!

  • -Aktualisiert am

Sieht aus wie Eis, ist aber keins: roher Teig mit verschiedenen Zutaten und Toppings. Bild: Andreas Pein

Keksteig ist zum Backen da? Von wegen: Eine Berlinerin bietet in ihrer „Spooning Cookie Dough Bar“ rohen Keksteig zum Naschen an.

          Selbstgebackene Kuchen und Kekse schmecken eigentlich fast jedem. Noch viel mehr mögen manche Menschen – vor allem Kinder – allerdings den rohen Teig, der zuvor entsteht. Wer hat im Grundschulalter nicht gern mit dem Finger aus der Rührschüssel genascht, begleitet von der warnenden Stimme der Mutter, dass man von rohem Teig schlimme Bauchschmerzen bekomme? Ein Laden in Berlin hat nun das Naschen quasi aus der Rührschüssel zum Geschäftsmodell gemacht. Man kann dort rohen Keksteig kaufen und wie ein Eis essen – und das angeblich ganz ohne Bauchschmerzen.

          Betritt man die Cookie Dough Bar „Spooning“ in der Kollwitzstraße in Prenzlauer Berg, findet man sich mit einem Schlag in einem wahr gewordenen Mädchentraum wieder: rosafarbene Wände, blaue Sitzhocker, frische Schnittblumen – und eine Glastheke voll mit Teigschüsseln und bunten Toppings. Auch bei den Beschriftungsschildern und Schälchen sind Rosa und Pink die vorherrschenden Farben. „Forget your diet“ steht als Gebrauchsanweisung in großen Druckbuchstaben über der Glastheke auf der rosa Wand.

          Einhornstreusel und Mangopüree als Topping

          Den Grundteig stellt Ladenbesitzerin Diana Hildenbrand nicht selbst her, sondern bekommt ihn täglich frisch von einer Konditormeisterin geliefert. „Ohne Konditorausbildung darf man nämlich nicht einfach so Keksteig herstellen und verkaufen“, erzählt Hildenbrand, „da achtet die Handwerkskammer sehr genau drauf.“ Zum Glück hat sie schnell eine Konditorin gefunden, die den Teig nach ihrer Rezeptur herstellt. So rührt Hildenbrand vor Ort nur noch die individuellen Zutaten wie Oreo-Kekse, Schoko-Chips oder Streusel in den Teig.

          Wahr gewordener Mädchentraum: In ihrem Laden verkauft Diana Hildenbrand rohen Keksteig in Kugelform.
          Wahr gewordener Mädchentraum: In ihrem Laden verkauft Diana Hildenbrand rohen Keksteig in Kugelform. : Bild: Andreas Pein

          Acht verschiedene Sorten mit Namen wie „Peanutbutter Jelly Time“, „Party like Confetti“ oder „Caramel Overload“ stehen täglich zur Auswahl, wovon meist drei Sorten vegan sind. Eine Kugel kostet 2,30 Euro, die Toppings gibt es für 50 Cent. Sie reichen von fruchtigem Mangopüree über knusprigen Kokoscrunch hin zu bunten Einhornstreuseln und Schokoperlen. Dann ist es endlich soweit, und wir dürfen probieren. Unsere Wahl fällt auf die Sorte „Caramel Overload“, ein Keksteig mit von Schokolade ummantelten Mandelkaramellstücken und salziger Karamellsoße. Als Topping wählen wir zusätzlich noch kleine Karamellstückchen – wenn schon, denn schon. Was sofort beim ersten Löffel auffällt, ist die Konsistenz des Teigs: nicht so cremig wie Eis, sondern fester und etwas zäh. Der Geschmack: angenehm süß, karamellig, lecker!

          Figurfreundlicher als Sahnetorte

          Eine Mutter mit zwei kleinen Kindern und Freundin im Schlepptau betritt die Cookie Dough Bar. „Das ist ja eine total lustige Idee“, sagt sie. „Ich habe hier nämlich zwei kleine Teigmonster.“ Die Kinder wollen statt des rohen Teigs in Kugelform trotzdem lieber Küchlein am Stil. Die Mutter wagt sich dagegen an den Klassiker, einen einfachen Keksteig mit Schoko-Chips. Ihre Begleitung, die Freundin, ist noch etwas skeptisch. „Ich trau mich da nicht ran“, sagt sie. Probieren tut sie auf dem Weg nach draußen trotzdem. „Lecker“, so ihr Fazit.

          Auf die Idee, rohen Keksteig zu produzieren, kam Hildenbrand in ihrer Schwangerschaft. „Ich liebe Kuchenteig, gebackene Kuchen mag ich dagegen gar nicht so gerne. Als ich dann mit meinen Zwillingen schwanger war, durfte ich plötzlich keinen rohen Teig mehr naschen. Da musste eine Lösung her!“ Und so tüfelte die 35-Jährige an einem Teig, der ohne Eier auskommt und somit bedenkenlos von Schwangeren und Nichtschwangeren gelöffelt werden kann. Backpulver kommt ebenfalls nicht in den Teig; das verwendete Mehl ist hitzebehandelt. Angst vor Bauchschmerzen braucht hier also niemand zu haben, höchstens aufgrund von akuter Völlerei. Die meisten Kunden bestellen allerdings nur eine Kugel – wahrscheinlich auch, um sich erst mal langsam an die kulinarische Neuheit heranzutasten. Kalorienarm ist das Ganze natürlich nicht: Eine Kugel hat etwa 230 Kalorien. Das ist allerdings immer noch weniger als ein Stück Sahnetorte.

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