http://www.faz.net/-hrx-90sr2

Studie aus Österreich : So einfach gibt’s eine größere Portion Eis

  • Aktualisiert am

Laut einer Studie in Österreich dürfen sich besonders freundliche Kunden über eine größere Eisportion freuen. (Symbolfoto) Bild: dpa

Der Eishunger ist so groß und die Kugel so klein? Forscher aus Österreich haben herausgefunden, welchen Kunden die Verkäufer eine besonders große Eisportion reichen.

          Freundlichkeit lohnt sich. Kunden werden bevorzugt behandelt, wenn sie nett zum Verkäufer sind, berichten österreichische Wirtschaftsforscher im Fachjournal „Experimental Economics“ über eine Feldstudie. Ein Lob vorweg werde mit deutlich mehr Eis in die Tüte oder größerem Kebab belohnt. Auch Trinkgeld schon vor der Bestellung führe zu größeren Portionen.

          Die Wissenschaftler um Michael Kircher von der Universität Innsbruck hatten mehrere Teilnehmer in Fast-Food-Lokale in Innsbruck und München geschickt und sie dort eine Tüte Eis kaufen lassen. Direkt danach wurde die Leckerei gewogen. Nach Komplimenten gab es zehn Prozent mehr Eiscreme. Trinkgeld im Voraus brachte 17 Prozent mehr - zog man die Kosten dafür wieder ab, blieb ein Plus von sieben Prozent.

          Anreize wie Lob und Anerkennung werden unterschätzt

          Das Experiment wurde danach an Kebab-Ständen in Graz, Innsbruck und München fortgesetzt. Die dort gewonnenen Daten untermauerten die Ergebnisse. Insgesamt wurden über 100 Tüten Eis und 800 Döner-Wraps gekauft. Das Essen wurde danach meist verschenkt oder gespendet.

          „Interessant war, dass der Effekt beim Trinkgeld über mehrere Besuche gleichgeblieben ist, während er bei Komplimenten deutlich anstieg und nach fünf Besuchen sogar stärker war als jener mit Trinkgeld“, sagte Mitautor Stefan Palan. Wer jedes Mal lobt, bekommt also jedes Mal ein bisschen mehr Eis.

          Die Studie zeige, dass immaterielle Anreize wie Anerkennung und Lob in der Gesellschaft wohl eher unterschätzt und finanzielle Anreize überschätzt werden. Vermutlich funktioniere das bei vielen alltäglichen Konsumentscheidungen ähnlich. Also: Vor der nächsten Bestellung einfach mal ein Lächeln aufsetzen.

          Quelle: dpa

          Weitere Themen

          In der Offensive

          Amazon geht in den Buchhandel : In der Offensive

          Amazon will mit seinen eigenen Büchern in den Buchhandel. Der Konzern hat einen Vertrag mit einem großen Zwischenhändler abgeschlossen. Dadurch bedroht sind vor allem die Verlage. Für sie brechen noch härtere Zeiten an. Ein Kommentar.

          Explosion löst Gas-Engpässe aus Video-Seite öffnen

          Österreich : Explosion löst Gas-Engpässe aus

          Nach der Explosion in Österreichs größtem Erdgasterminal hat Italien wegen drohender Engpässe bei Gaslieferungen den Notstand ausgerufen. Die Polizei geht von einem technischen Fehler als Unfallursache aus.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Erwin Huber im Gespräch : „Die CSU hat ein Trauma“

          Als Parteivorsitzender bildete Erwin Huber mit Günter Beckstein das erste CSU-Führungstandem. Im FAZ.NET-Interview verrät er, was er über das Duo Söder/Seehofer und über eine Rückkehr von Karl-Theodor zu Guttenberg denkt.

          Erderwärmung – eine Pause? : Auch 2017 war ein Hitzejahr

          Kein Rekord, eine kleine Pause sogar, aber der Trend bleibt: Die mittlere Erdtemperatur kratzt an den Rekordwerten. Deutschland jedoch ist abgehängt, und eine Kälteanomalie bleibt bis 2018.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.