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Sonntagsbraten der Politiker : „Aus der Suppe müssen mehr Augen rausschauen als reinschauen“

  • -Aktualisiert am

Julia Klöckner beim Wahlkampf in einer Metzgerei in Mainz: „Wenn ich mir etwas wünschen darf, wenn ich nach Hause zum Essen komme, dann ganz klar: Rouladen.“ Bild: Marcus Kaufhold

Diese Vorliebe zieht sich durch fast alle politischen Lager: Markus Söder, Thomas Oppermann, Katrin Göring-Eckardt, Katja Kipping und Julia Klöckner erzählen vom Sonntagsbraten ihrer Kindheit – und verraten ihre Lieblingsrezepte.

          Markus Söder (50), CSU, Bayerischer Staatsminister 

          Beim Sonntagsbraten denke ich sofort an meine Kindheit und an meine eigenen Kinder. Seit meiner Jugend ist es so, dass es am Sonntag einen Braten gibt und dazu immer Kloß mit Soß. Ein ordentliches Stück Fleisch ist sonntags Pflicht, das gilt besonders bei uns in Franken. In der Woche haben wir früher in der Küche gegessen. Doch am Sonntag, nach dem Kirchgang, wenn meine Mutter den Gong geschlagen hat, kam die ganze Familie – mein Vater, meine Schwester, mein Großvater und ich – in der Essstube an einem großen Tisch zusammen. An besonderen Tagen gab es Gänsebraten, der nach einem festen Ritual aufgeteilt wurde. Mein Vater und ich bekamen die Keulen, meine Mutter und meine Schwester die Brust. Und eine fränkische Spezialität liebe ich besonders: Schäufele mit einer schönen Kruste und Kloß mit Soß. Ich habe sie gerade vorletzten Sonntag wieder bekommen. Es war eine Gemeinschaftsarbeit meiner Frau und meiner Schwiegermutter.

          Markus Söder
          Markus Söder : Bild: dpa

          Ich selber koche nicht. Mich kann man gut bekochen. Ich bin für alles Frische dankbar und ein großer Genießer. Für mich ist ein Sonntag ohne Braten unvollendet. Ich freu mich besonders, dass meine Jungs auch Fans davon geworden sind. So vererbt sich die Kloß-mit-Soß-Tradition über Generationen. Und ein gutes Essen ist die einfachste Form der Familienzusammenführung.

          Schweine-Schäufele nach Schwiegermutter-Art

          für 4 Personen

          4 Schweine-Schäufele à 500g (Stück aus der Schulter, Schwarte eingeschnitten)

          Salz, Pfeffer, 1 Prise Kümmel ganz, 1 Lorbeerblatt,

          3 Nelken, 1 Knoblauchzehe geschält und halbiert,

          1 Prise Majoran

          2 Zwiebeln, 2 Karotten, ½ Sellerie geputzt und in Würfel geschnitten, 2 EL Tomatenmark, 2 EL Pflanzenöl, 0,1 l dunkles Bier, 1 TL Speisestärke

          1. Gemüse in Öl anbraten, bis die Zwiebeln eine leicht braune Farbe haben. Dann das Tomatenmark unterrühren und weiter leicht anbraten. Mit ein wenig Wasser ablöschen. Den Fond einkochen lassen. Diesen Vorgang zweimal wiederholen. Nun die Gewürze dazugeben und leicht köcheln lassen.

          2. Schäufele salzen und pfeffern. Die rohen Schäufele mit dem Saucenansatz in einen großen Bräter setzen und zwei Stunden im Backofen mit geschlossenem Deckel bei 150° schmoren. Das Fleisch dabei öfters mit dem Bratensaft oder mit dunklem Bier übergießen. Dann die Schäufele herausnehmen und mit der Grillfunktion oder Oberhitze zehn Minuten bei 200° Grad die Schwarte knusprig werden lassen.

          3. Soße durch ein Sieb passieren und im Topf nochmals erhitzen. Speisestärke mit kaltem Wasser verrühren und Soße damit binden. Gut durchkochen lassen und abschmecken.

          Das Berliner Restaurant „Rutz“ mit Sternekoch Marco Müller hat alle Gerichte für uns zubereitet. Nach dem Fototermin wurden die Braten zu einem festlichen Personalessen für das Küchenteam.
          Das Berliner Restaurant „Rutz“ mit Sternekoch Marco Müller hat alle Gerichte für uns zubereitet. Nach dem Fototermin wurden die Braten zu einem festlichen Personalessen für das Küchenteam. : Bild: Andreas Pein

          Fränkischer roher Kloß:

          1 kg rohe mehlig kochende Kartoffeln, 250g gekochte Kartoffeln, in Butter geröstete Semmelwürfel, Salz.

          Die Kartoffeln reiben und in einem Knödelsack (weißes Küchentuch) auspressen. Das Kartoffelwasser in einem Glasgefäß auffangen. Warten, dass sich die Kartoffelstärke absetzt. Nun vorsichtig das Wasser über der Kartoffelstärke abgießen. Die ausgepressten Kartoffeln in einer großen Schüssel mit der Kartoffelstärke und dem Salz vermischen. Die gekochten Kartoffeln zu Brei stampfen und in die rohe Kartoffelmasse einarbeiten. Vier große Klöße formen, in die Mitte die Semmelwürfel drücken, in sprudelndes Salzwasser geben. Dann nur noch ziehen lassen, bis die Klöße oben schwimmen. Gesamte Garzeit bei Klößen à 200g circa 20 Minuten.

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