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Jahrgang 2013 : Augen aufhalten, Weinfreunde!

  • -Aktualisiert am

Die Weinernte von 2013 ist nicht überall schlecht. Bild: F.A.S.

Der Jahrgang 2013 macht Schlagzeilen - negative. Aber die Ernte ist nicht überall schlecht. Wir verraten, welchen Wein Sie kaufen sollten, und welchen besser nicht.

          Plötzlich sorgt ein Wein-Jahrgang für negative Schlagzeilen, und das keinesfalls nur hierzulande. Die 2013er Rotweine aus Bordeaux verkaufen sich im Vorabverkauf offenbar eher schlecht. Dabei hatten wir uns doch an eine scheinbar selbstverständliche Reihe sehr guter und exzellenter Jahrgängen gewöhnt. Was ist passiert? Waren die guten Nachrichten der letzten Jahre nur spin, oder spinnt das Wetter, mit schlimmen Folgen für den Wein?

          Es scheint überflüssig zu erwähnen, dass Wein tatsächlich heranwächst, jedes Jahr aufs Neue, und dass die Wachstumsbedingungen den Wein stark prägen. Die Klimaerwärmung hat die Welt des Weins fundamental verändert, und das wird in Deutschland besonders deutlich, weil die deutschen Weingebiete vor einer Generation den kühlen Nordrand des europäischen Weinbaus bildeten. Den letzten Jahrgang mit auffallend vielen dünnen Säuerlingen in Deutschland gab es jedoch 1987; seitdem gab es nur gelegentlich in bestimmten Weingebieten Probleme, die Trauben voll ausreifen zu lassen.

          Größte Weinlese seit 2006

          Reife und gesunde Trauben sind die ideale Basis für gute Alltagsweine sowie Spitzenweine, weil sie zu aromatischen Weinen mit harmonischer Säure führen. Obwohl das Problem der fehlenden Reife durch die Klimaveränderung quasi gelöst wurde, hat diese zu erhöhten Fäulnisproblemen geführt: Regen im Herbst, wenn die Trauben bereits weich sind, ist das große Schreckgespenst der deutschen Winzer, und 2013 gab es hierzulande ziemlich viel herbstlichen Regen - allerdings auch in einigen anderen europäischen Weinbauländern. Und dies ist die Hauptursache der negativen Schlagzeilen.

          Dagegen herrschten 2013 in Übersee oft völlig andere Witterungsverhältnisse mit erstklassigen Ergebnissen beim Wein. Mengenmäßig gleicht das die Einbußen in Ländern wie Deutschland und Frankreich aus. Die Panikmeldungen über eine weltweite Verknappung des Weins stimmen nicht. Global gesehen, war es sogar die größte Weinlese seit 2006. Die Länder in der Einzelschau:

          Deutschland

          Deutschland verdeutlicht die Situation für die Winzer in Europa im Allgemeinen sehr gut im Jahr 2013. Das Wetter war fast exakt das Gegenteil von dem, was wir gerade erleben. Der verspätete kühle Frühling 2013 führte zu verspätetem Austrieb und verspäteter Blüte der Reben, was die gesamte Entwicklung der Trauben zeitlich nach hinten hinausschob. Damit war eine mehr oder minder verspätete Weinlese programmiert. Im Sommer gab es ganz ordentlich Hitze, aber im Herbst häufige Regenfälle. Das beeinträchtigte die Reifung mancher Traubensorten, denn die schönsten Riesling-Aromen werden erst im Herbst gebildet, und oftmals war auch Wasser in den Trauben.

          Während des trockenen und sonnigen Herbstes 2012 konnten die Traubenaromen sich optimal bilden, und die deutschen Winzer konnten sie dann sehr entspannt lesen. 2013 hingegen mussten sie sich sputen, um ihre Trauben vor der drohenden Fäulnis zu retten. Deswegen wurden die Trauben oft vor der optimalen Reife gelesen. Das wiederum führte zu zahlreichen Weinen mit weniger Körper und mehr Säure als üblich.

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