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Originelle Gourmetküche : Sind Sie Mama?

  • -Aktualisiert am

Edeltraud Koppe im Berliner Restaurant Skykitchen. Frau Koppe kocht dort immer sonntags. Bild: Tim Kummert

Einmal in der Woche kocht die Mutter von Sternekoch Alexander Koppe in seinem Restaurant. Wer sie besucht, kann etwas lernen: über Spitzengastronomie – und die Sehnsucht, beim Essen zu Hause zu sein.

          Wer zum höchstgelegenen Sternerestaurant im Berliner Bezirk Lichtenberg will, muss zunächst an einem „Burger King“ vorbei. Hinter einer Tankstelle und einem Supermarkt liegt das „Skykitchen“ im 16. Stock des Hotels „andel’s“ fast versteckt. Von dort oben hat man einen Blick über ganz Berlin. Hinter einem gläsernen Tresen steht Edeltraud Koppe und schenkt Limonade in eine Glaskaraffe. Sie trägt eine schwarze Schürze, auf die ihr Name in Schreibschrift gestickt wurde. Die 66-Jährige strahlt, stellt die Limonade ab, breitet die Arme vorsichtig aus und sagt dann: „Herzlich willkommen zum Mittagstisch mit Brunch am Sonntag im ,Skykitchen‘.“

          Ihr Lächeln sieht aus wie das einer Bilderbuch-Omi. Doch im Moment ist sie ein wenig im Stress, es ist neun Uhr morgens, erst vor wenigen Minuten ist sie im Restaurant angekommen, das immer für einen Tag in der Woche ihr Reich ist.

          Zwischen den beiden Küchen

          Edeltraud Koppe ist die Mutter von Alexander Koppe, der wiederum der eigentliche Chef im „Skykitchen“ ist. Seit Januar 2015 kocht aber die Mutter jeden Sonntag im Restaurant ihres Sohnes den „Mittagstisch mit Hausmannskost“. Wie das kam? „Ich wusste ja, dass sie schon immer gern gekocht hat – und sonntags stand bei uns zu Hause immer ein besonders gutes Essen auf dem Tisch“, erklärt Alexander Koppe, der im Nobelhotel Adlon am Herd stand, bevor er sich im „andel’s“ einen Stern erkochte. Seine Mutter sagt lachend: „Ich hatte Zeit, und da hast du dir gedacht: Beschäftigen wir mal die Mama, hm?“ Jetzt muss auch Alexander lachen: „So war das nicht, das weißt du genau!“

          Wie es in Wirklichkeit war: Vor etwas über einem Jahr habe sich Alexander Koppe überlegt, wie er das Mittagsangebot am Sonntag umstrukturieren könne – „und mich einfach gefragt, ob ich nicht Lust hätte, mich irgendwie einzubringen“, erzählt seine Mutter. Am Anfang sei sie nicht begeistert gewesen, obwohl sie aus einer großen Familie komme und ihrer Mutter schon mit zwölf in der Küche geholfen habe. Doch nach einigen Gesprächen mit ihrem Sohn und dem Management des Hotels habe sie sich überzeugen lassen. „So langsam werde ich jetzt flügge und muss Alexander immer seltener um Rat fragen.“

          Edeltraud Koppe entschuldigt sich; es gibt noch einige Vorbereitungen zu treffen, bis die ersten Gäste kommen. Dann geht sie in Richtung Küche und wirft dabei einen prüfenden Blick auf die Tischdecken. Es gibt an diesem Morgen ein Brunch-Buffet und ab mittags verschiedene warme Speisen. „Ich liebe es, hier oben im Restaurant zu wirbeln. Im Prinzip koche ich wie für eine Familie – nur mit ein paar mehr Gästen“, erzählt sie. Mit ihrem Ellenbogen drückt sie auf eine Taste an der Wand, die Tür zur Küche schwingt auf. Sie spricht mit einem ihrer Mitarbeiter, der gerade in einem großen Edelstahltopf rührt: „Ist der Zander auch heute wieder so gut wie beim letzten Mal?“ Das Essen wird in zwei Küchen zubereitet, oben im Restaurant wird ihm nur der letzte Schliff verliehen; gekocht wird im Erdgeschoss. Koppe pendelt immer zwischen den beiden Küchen. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Team.

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