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Kochen in einem einzigen Topf : „Sie müssen nur umrühren“

  • -Aktualisiert am

Beim Kochen mit nur einem Topf spart man eine Menge Zeit Bild: Akiko Ida/2016 Jan Thorbecke Verlag

Es klingt zu schön, um wahr zu sein: Alle Zutaten in einen Topf werfen, dreißig Minuten lang kochen lassen, fertig ist ein leckeres Gericht. Gespült werden muss danach nur ein Topf. Aber schmeckt das auch? Ein Interview mit Kochbuchautorin Sabrina Fauda-Rôle.

          Frau Fauda-Rôle, warum ist es besser, Pastagerichte in einem Topf zuzubereiten statt in zweien?

          Diese Methode ist wie gemacht für Leute, die immer unterwegs sind und viel zu tun haben. Nur ein Topf ist gut, wenn Sie keine Lust haben, viel abzuspülen, und so wie ich keinen Geschirrspüler haben. So zu kochen ist sehr einfach. Sie packen alles in einen Topf und kochen es zwanzig bis dreißig Minuten lang. Sonst müssen Sie nichts machen.

          Wie viel Zeit spart man ungefähr?

          Sicher ein Viertel der Zeit, die man sonst benötigen würde. Für mein Kochbuch habe ich außerdem darauf geachtet, Zutaten zu verwenden, die Sie im Supermarkt nebenan kaufen können. Sie müssen nicht alle Geschäfte abklappern. Da sparen Sie noch mal Zeit.

          Okay, aber schmeckt es auch? Zeitersparnis ist ja nicht alles.

          Ja, es schmeckt wirklich lecker, weil die Nudeln in der Soße kochen und alle Aromen aufsaugen. Wissen Sie, meine Freunde und ich, wir lieben die französische Küche. Wir gehen immer in sehr gute Restaurants. Als ich meinen Freunden dann eines Abends ein One-Pot-Pasta-Rezept kochte, hatte ich zunächst Bedenken, dass es ihnen nicht schmeckt. Aber alle waren begeistert.

          Ganz knapp erklärt: Wie geht One-Pot-Pasta?

          Sie nehmen 750 Milliliter Wasser für 250 Gramm Pasta, dazu kommen noch die anderen Zutaten wie etwa Fleisch, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch oder Basilikum. Das kommt alles in einen Topf, und dann kochen Sie es. Zwischendurch müssen Sie ab und zu umrühren, sonst bleibt die Pasta am Boden kleben.

          Wie kamen Sie auf die Idee, Nudeln und Soße in einem Topf zu kochen?

          Erfunden wurde One-Pot-Pasta von Martha Stewart, einer amerikanischen Köchin. Sie hat ein Koch-Blog und dort Rezepte veröffentlicht. Zuerst habe ich gedacht: Das kann nicht klappen, das ist doch kein richtiges Kochen. Beim ersten Mal war ich auch nicht ganz glücklich mit dem Ergebnis, aber schließlich habe ich es hinbekommen.

          Was haben Sie denn zunächst falsch gemacht? Was ist der typische Anfängerfehler?

          Wenn Sie die One-Pot-Pasta ohne Rezept kochen, kann es passieren, dass Sie zu viel Wasser nehmen. Dann ist die Pasta am Ende überkocht und matschig.

          In Ihrem Kochbuch haben Sie ja sehr viele unterschiedliche Rezepte. Wie kommen Sie auf die Ideen?

          Das ist alles in meinem Kopf (lacht). Nein, im Ernst, ich habe einige typische Nudelrezepte wie Bolognese oder Carbonara versucht, nur eben auf One-Pot-Pasta-Art. Bei anderen Rezepten habe ich mich einfach inspirieren lassen. Zum Beispiel haben wir so viele verschiedene Käsesorten in Frankreich. Ich habe mich bemüht, Geschmacksrichtungen zu kombinieren, die gut zusammenpassen.

          Was ist gerade Ihr Lieblingsrezept?

          Mein Favorit ist das einfachste Rezept im Buch, das mit Tomaten, Basilikum und Paprika. Außerdem das Rezept mit Thunfisch, Parmesan und Kapern.

          Haben Sie noch einen Tipp?

          Ja, kaufen Sie hochwertige Pasta. Bei einer billigen Marke bleibt die Pasta nicht bissfest, sondern wird matschig. Wenn Sie Gemüse verwenden, sollte es aus biologischem Anbau sein. Sie gießen ja das Kochwasser vom Gemüse nicht ab, sondern kochen die Nudeln darin.

          Sabrina Fauda-Rôle ist 35 Jahre alt und lebt in Paris. Sie arbeitet seit fünf Jahren als Food-Stylistin und Kochbuchautorin. Ihr Buch „One Pot Pasta: Schnelle Nudelgerichte aus einem Topf“ ist erschienen bei Thorbecke, 72 Seiten, 9,99 Euro.

          Thunfisch-Kapern-Parmesan

          4 PERSONEN / 15 MIN.

          Zutaten:
          350 g Linguine
          200 g Thunfischfilets in Olivenöl
          80 g Kapern
          12 Basilikumblätter, gehackt
          100 g geriebener Parmesan (+ etwas zum Bestreuen)
          Zesten und Saft von 1 Zitrone
          1 Würfel Gemüsebrühe
          1 Zwiebel, in Ringe geschnitten
          2 Knoblauchzehen, blättrig geschnitten
          4 EL Olivenöl
          2 Umdrehungen Pfeffer aus der Mühle
          900 ml Wasser

          Zubereitung:
          Sämtliche Zutaten in der vorgegebenen Reihenfolge in einen großen Kochtopf füllen. 15 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Dabei regelmäßig umrühren. Nach Ende der Kochzeit müssen 2 cm Kochflüssigkeit auf dem Topfboden zurückbleiben. 5 Minuten ohne Hitze ziehen lassen. Mit geriebenem Parmesan bestreut servieren.

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