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Instantkaffee im Test : Löslich, leicht – lecker?

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Löslich und gut? Der Test verrät, ob Instantkaffee überzeugen kann. Bild: Imago

Instantkaffee kann den Eindruck des frisch Gebrühten gut simulieren. Spitzenqualität aber sucht man vergeblich. Gerade deshalb muss ein Test sein.

          Einstmals war sein Prestige groß. Denn der lösliche Kaffee passte nach dem Zweiten Weltkrieg ganz prächtig ins rasch sich ausbreitende Klima allgemeiner Fortschrittsverehrung und Bequemlichkeitsmehrung. Als häusliches Objekt dieses Glaubens fügte sich diese veredelte Militärkost perfekt zu heute abstrus wirkenden kulinarischen Vorstellungen, die während des Wirtschaftswunders Unzählige zu hegen schienen: dass die Nahrung – natürlich von Automaten hergestellt und von gutmütigen Robotern serviert – schon in naher Zukunft aus Tuben käme oder aus der Pillendose, die gleichermaßen in der Raumkapsel wie im Einfamilienhaus auf einen Knopfdruck hin verfügbar sein würden.

          Mit dem Ende dieser kollektiven Naivität machte auch das hohe Ansehen des Instantkaffees, den man nach der wichtigsten Marke durchweg Nescafé zu nennen pflegte, einer realistischeren, eigentlich sogar pessimistischen Sicht Platz. Ein weiteres Mal nämlich wurde das braune Granulat zum Symbol – diesmal allerdings dem einer Angst vor der Zukunft. Den Robotern erging es ähnlich.

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          Geschichte reich an Innovation

          Die Geschichte des Kaffees ist reich an Innovationen. Vom Biedermeierkaminfeuer bis zum Vollautomaten war es ein weiter Weg, der mit den heute beliebten Kapseln und Pads noch lange nicht ans Ziel gelangt ist. Auch die Instantversion hat noch nicht ausgedient - ein reichhaltiges Angebot in unseren Supermärkten belegt dies. Allerdings hat sich das Produkt selbst gewandelt. Über wenige Lebensmittel dürfte mehr nachgedacht worden sein als über Kaffee. Im Unterschied zur Herstellung eines Schweinebratens, die seit 200 Jahren annähernd dieselbe geblieben ist, wurde die Instanttechnologie beständig verfeinert. Inzwischen weiß der gefriergetrocknete Extrakt den Eindruck des frisch Gebrühten gut zu simulieren. Was er nicht so richtig nachzubilden vermag, ist die belebende Wirkung des Kaffees. Er enthält deutlich weniger Koffein als Filterkaffee und Espresso.

          Jacobs Krönung Cronat Gold, 200 g, 7,99 Euro.

Einen merkwürdig konservierten beziehungsweise präparierten Eindruck des Abgestandenen hinterlässt diese weitverbreitete Marke. Die eher unangenehmen Aspekte des Röstens scheinen die Aufmerksamkeit mehr zu beanspruchen als die nach Blüte und Frucht duftenden, die immerhin in Andeutung vorhanden sind. Ein Anflug von Künstlichkeit breitet sich über Kakaonoten und einem nicht uninteressanten Zigarrenkisten-Duft aus. Wenn die Zitrusnote zum Schluss nicht penetrant auftreten würde, wäre sie in der Lage, wenigstens etwas Munterkeit beizusteuern.

Note 5 Bilderstrecke
          Jacobs Krönung Cronat Gold, 200 g, 7,99 Euro. Einen merkwürdig konservierten beziehungsweise präparierten Eindruck des Abgestandenen hinterlässt diese weitverbreitete Marke. Die eher unangenehmen Aspekte des Röstens scheinen die Aufmerksamkeit mehr zu beanspruchen als die nach Blüte und Frucht duftenden, die immerhin in Andeutung vorhanden sind. Ein Anflug von Künstlichkeit breitet sich über Kakaonoten und einem nicht uninteressanten Zigarrenkisten-Duft aus. Wenn die Zitrusnote zum Schluss nicht penetrant auftreten würde, wäre sie in der Lage, wenigstens etwas Munterkeit beizusteuern. Note 5 :

          Hinzu kommt, dass die moderne Aufbereitung Defekte vor allem der schnell wachsenden Sorte Robusta, die in Mischungen oft an die Stelle der zarteren, aber auch wesentlich teureren Arabica-Sorte tritt, nachträglich ein bisschen korrigieren kann. Wilhelm Andraschko, „Café Einstein“-Impresario und Chef einer nach ihm benannten „Kaffeemanufaktur“, weist darauf hin, dass sowohl im gemahlen angebotenen Kaffee als auch im löslichen häufig ein minderwertiger, aber eben preiswerter Kaffeebruch Verwendung findet. Über den Umweg der industriellen Prozessierung könne noch Annehmbares entstehen, Spitzenqualität dagegen niemals. Ohnehin sei der Sofortkaffee in erster Linie für die sekundäre Anwendung da, fügt er hinzu, etwa wenn die Kaffeemaschine kaputtgegangen sei, ein Frappé gemixt oder schnell ein Tiramisu angefertigt werden müsse. Der traditionelle Campingbegleiter biete sich auch fürs Flugzeug und vor allem für das Hotel an. Dort sei gerade in Deutschland die Kaffeequalität nach wie vor beklagenswert.

          Bio- und Regionaltrend

          Im „Einsunternull“ ist sie es nicht. Aber naturgemäß liegt das Gewicht im schicken Berliner Avantgarde-Restaurant nicht auf diesem Improvisationsgetränk, sondern eher darauf, was wir in Zukunft essen werden. Gründer Ivo Ebert und sein Küchenchef Andreas Rieger gehören zu jenen Gastronomen, die auf denkbar überzeugende Art zwei starke Bewegungen miteinander zu verbinden wissen: den Bio- und den Regionaltrend. Dass ihnen wohl die Zukunft gehört, illustrieren schon heute ihre intelligent komponierten Speisefolgen.

          Eberts Gabe, feinste Nuancen zu erkennen, kommt beim Aufspüren seltener Wurzeln und Kräuter genauso zum Tragen wie bei der Zusammenstellung seiner Weinkarte. Mit großer Freude machte Ebert sich mit uns daran, mit dem Instantkaffee eine Sache zu testen, die, gemessen an seinem täglichen Schaffen, derart exotisch wirkte, dass sie unwillkürlich seine Neugier auf sich zog. Also begab er sich auf die Suche nach Fruchtnoten, überhaupt nach allem, was Frische verströmt und beschwingt, lebendig und jung im Kaffee sein kann – beispielsweise Zitrus- und Bergamottenoten sowie alles Rotfruchtige. Dass ein Wachmacher auch ermüden kann, erfuhr er immer dann, wenn die gemütliche Seite des Bohnentrunks mit Malz, Zimt, Schokolade und Rauch überhandnahm.

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