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Imbissbude in Wien True Curry Wurst never dies

Original deutsche Kulinarik in Österreichs Hauptstadt: Am Donaukanal in Wien hat der Deutsche Andreas Scheuer mit seiner Currywurstbude einen Imbiss-Hit gelandet.

© privat Vergrößern Der Wurstbotschafter: Andreas Scheuer in seiner Imbissbude am Donaukanal

An seine erste Currywurst in Wien kann sich Andreas Scheuer noch genau erinnern. Zunächst war der Berliner begeistert, als er nur wenige Tage nach dem Umzug nach Österreich das Angebot eines Würstelstandes im ersten Bezirk inspizierte. Neben den Wiener Klassikern wie Käsekrainer oder Debreziner bot der Imbiss auch eine Currywurst an. „Das ist aber fortschrittlich“, dachte er und orderte seine Lieblingswurst. Doch was dann auf dem Pappteller lag, bezeichnet er heute, vier Jahre danach, als Schock: eine grobe Bratwurst mit Senf, Currypulver und einer Scheibe Graubrot.

Nach zwei Bissen kapitulierte Scheuer, aber als er in diesem Frühjahr seinen Managementposten bei einem großen europäischen Versicherer verließ, wusste er schon, was sein nächster beruflicher Schritt sein würde. „Die Gastronomie hat mich schon lange gereizt“, erzählt der Harley-Fahrer, und was ihm da am meisten fehlte in Wien, war: die Currywurst. Vom Betreiber der „Adria Wien“, einer bekannten Bar am Donaukanal, erfuhr er, dass eine angrenzende Holzhütte freistehe. Der Standort seiner Currywurst-Bude war gefunden.

Männer bevorzugen „Berlin“, Frauen „Sylt“

Die Saison am Wiener Donaukanal hatte schon begonnen. Bei schönem Wetter kommen Einheimische und Wien-Kenner in Scharen zu den zahllosen Bars, Restaurants und Beachclubs auf der Promenade zwischen Schottenring und Schwedenplatz. In schwarzer Motorradkluft fuhr Scheuer eine Fleischerei nach der anderen ab. Auf sein Ansinnen, eine echte deutsche Currywurst herzustellen, reagierte man hier mit Achselzucken und dort mit Gelächter, bis er beim Wursthersteller Trünkel Glück hatte. Gemeinsam mit dem Familienunternehmen tüftelte er eine Currywurst für seinen Imbiss aus. Das Team kostete sich durch die Wurstsorten. „Als Berliner mit jahrelanger Currywurst-Erfahrung weiß ich einfach, wie so ein Produkt aussehen, riechen und schmecken muss.“

21863574 Scheuers Wurstkreation: „Als Berliner mit jahrelanger Currywurst-Erfahrung weiß ich einfach, wie so ein Produkt aussehen, riechen und schmecken muss“ © privat Bilderstrecke 

Scheuer sammelte Curry-, Chili- und Paprikasorten auf dem Wiener Naschmarkt und verbrachte die Abende mit dem Einkochen von Tomaten, Wasser, Zucker und Gewürzen. Am Ende hatte er drei Currysaucen, die nach der Herkunft ihrer Rezepte benannt sind: Berlin, Bochum und Sylt. Drei Tage vor der Eröffnung hatte er endlich auch den ironischen Namen für seine Imbissbude, nach dem er gesucht hatte: „Wurstbotschaft“. „Ich vertrete hier schließlich die Interessen der Deutschen und fördere die Verständigung zwischen den Völkern.“ Ein gewagter Schritt beim Image der „Piefkes“ in Wien, aber auf Scheuers silbernem Fingerring steht nicht umsonst der dunkle Schriftzug „True Rebels Never Die“. Mittlerweile hat er beachtlich viele Stammkunden. „Am Anfang stocherten sie noch zaghaft in ihrer Currywurst herum. Jetzt wollen viele gleich noch eine zweite.“

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Die Saucen kann der Kunde vorher in Probierschälchen aussuchen. Männer bevorzugen „Berlin“ mit viel Curry, Frauen „Sylt“ mit eingekochten Essiggurken und Zwiebeln. Allein im ersten Monat verkaufte Andreas Scheuer 300 Kilogramm Wurst in der Woche. Das Gesamtrezept ist einfach - Qualität. „Es zahlt sich aus, regelmäßig das Frittenfett zu wechseln, und Würste, die lange auf der Platte liegen, wegzuwerfen.“ Die Kunden schätzen auch den zwanglosen Ton am Tresen. Vom Partyvolk, das nachts auf dem Weg in die Beachclubs ist, bis zum Banker, der seine Mittagspause am Kanal verbringt - alle schauen sie bei Andreas Scheuer auf eine echte deutsche Currywurst vorbei.

Quelle: F.A.Z.

 
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