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Lieferdienste im Test : Essen auf Rädern

  • -Aktualisiert am

Wohin des Weges? Essenslieferdienst Foodora will in diesem Jahr an die Börse. Bild: Junker, Patrick

Das Lieblingsrestaurant soll im digitalen Zeitalter möglichst schnell erreichbar sein. Lieferdienste wie Foodora und Deliveroo bringen ganze Menüs nach Hause. Wer macht das Rennen?

          Radfahrer, die in schrillbunter Kleidung durch die Gegend strampeln, prägen mittlerweile das Bild in deutschen Großstädten. Auf den Rücken haben sie sich Kisten geschnallt. Ihre Mission: Essen zu hungrigen Menschen transportieren, die weder die Wohnung verlassen noch selbst kochen wollen.

          Diese nicht immer gemütliche Aufgabe verrichten die Essenskuriere für die Lieferdienste Foodora in Pink und für Deliveroo in türkisfarbener Kleidung. Sie fahren für ihre Kunden zu Restaurants, die zuvor allein auf Vor-Ort-Bewirtung gesetzt haben. Auch das Essen des Lieblingsrestaurants ohne eigenen Bring-Service kann nun daheim verspeist werden. Damit unterscheiden sie sich von zwei Anbietern, die schon etwas länger in Deutschland aktiv sind: Lieferheld und Lieferando vermitteln überwiegend Gastronomiebetriebe mit eigenen Lieferdiensten. Delivery Hero – ein Berliner Unternehmen, dem sowohl Lieferheld als auch Foodora gehören – strebt dem Vernehmen nach sogar an die Börse. Für den Kunden auf dem Sofa aber stellt sich vor allem eine Frage: Bei welchem Dienst bestelle ich? Welcher der vier Anbieter den besten Service hat, soll ein Test zeigen.

          Der erste Check gilt der Smartphone-App

          Der erste Check gilt der Smartphone-App, über die der Kunde sein Essen bestellt. Pluspunkt für Foodora und Deliveroo: Hier wird bei jedem Restaurant angezeigt, wie lange die Lieferung dauert. Lieferando und Lieferheld dagegen verraten das erst, nachdem der Kunde bestellt hat. Bei großem Hunger droht also Frust. Foodora bietet die Möglichkeit, Suchergebnisse nach dem Preisniveau zu filtern. Unterschieden wird zudem nach Merkmalen wie koscherem oder glutenfreiem Essen. Lieferando und Lieferheld hingegen sortieren nur nach Restaurant-Typen wie italienisch oder indisch, und in der Deliveroo-App gibt es lediglich ein Suchfeld, in das sich Schlagworte wie „Pizza“ eintippen lassen.

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          Für den Test sollen alle vier Anbieter exakt das gleiche Essen liefern. Schauplatz des Wettstreits ist Köln. Ein Restaurant zu finden, das mit allen Diensten zusammenarbeitet, dauert eine Weile. Schließlich findet sich ein indisches Restaurant im Stadtzentrum, das alle vier Apps anzeigt. Curry mit Entenfleisch ist bei allen Lieferanten mit 11,90 Euro aufgelistet. Damit ist das Gericht in der Außer-Haus-Variante deutlich günstiger als beim Besuch am Ort – dann nämlich kostet es 15,90 Euro. Allerdings gibt es bei den Lieferdiensten noch Zusatzkosten, die erst sichtbar werden, wenn die Mahlzeit im digitalen Warenkorb liegt. Dabei gilt es, einen Mindestbestellwert zu erreichen. Bei Foodora und Deliveroo beträgt er in der Regel zwölf Euro, bei Lieferando und Lieferheld variiert er je nach Restaurant, liegt aber bei dem indischen Restaurant auch jeweils bei zwölf Euro. Das Enten-Curry liegt also unter dem Mindestbestellwert – um genau zehn Cent. Die Antwort auf das Unterschreiten der Grenze fällt ganz unterschiedlich aus: Während Foodora und Lieferheld einfach die Differenz zum Mindestwert aufschlagen, berechnet Deliveroo zwei Euro extra. Lieferando lässt die Bestellung gar nicht erst zu.

          Nun fallen noch Liefergebühren an: 3,50 Euro bei Foodora, 2,90 Euro bei Deliveroo, je 1 Euro bei Lieferando und Lieferheld. So ist Lieferheld mit 13 Euro für das Curry am günstigsten, bei Foodora kostet die Bestellung 15,50 Euro und bei Deliveroo sogar 16,80 Euro. Bei Lieferando ist eine Bestellung nur möglich, wenn mit einem weiteren Gericht die 12-Euro-Grenze überschritten wird.

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