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Septembergewächs: Rutenhirse : Wilde Grazie

  • Aktualisiert am

Im September färbt sich das Laub der Rutenhirse rot. Bild: Mauritius Images

Präriegräser sind in Mode, vor allem die Rutenhirse wird immer beliebter. Kein Wunder, denn sie ist fast zu jeder Jahreszeit eine Zierde. Gärtner Hermann Gröne erklärt, welche Sorte die schönste ist und wie man die Pflanze richtig pflegt.

          Die Rutenhirse ist ein Präriegras und stammt aus Nordamerika. Seit Präriepflanzungen populär sind, wird auch bei uns die Rutenhirse immer beliebter. Für mich ist es eine der interessantesten Pflanzen im September: Sie hat eine schöne Blüte, das Laub verfärbt sich zur gleichen Zeit rötlich.

          Rutenhirse ist jetzt in Mode, doch neu ist die Gattung nicht. Es gibt sie schon sehr lange bei uns, schon Karl Foerster hat mit Rutenhirse gearbeitet. Zu den ältesten Sorten gehören ,Rotstrahlbusch‘, ,Hänse Herms‘ und ,Rehbraun‘, sie wurden schon vor 60, 70 Jahren von Züchtern ausgelesen.

          Heute sind viele Panicum-Sorten auf dem Markt. Einige bleiben mit etwa 60 Zentimetern eher klein, zum Beispiel die Sorte ,Heiliger Hain‘: Sie ist besonders grazil, eine der filigransten. Das Laub ist schon früh im Jahr rot gefärbt und glänzt ein bisschen metallisch. Andere, wie ,Cloud Nine‘, werden 1,80 Meter hoch, und sind damit schon Großstauden. Ganz neu ist die Auslese P. ,Northwind‘: Sie hat keine Herbstfärbung, aber eine markante, aufrechte Wuchsform. Sie wird 1,50 Meter hoch und bildet ein vertikales Element im Beet. Das kennt man sonst nur von einem anderen Gras, dem Garten-Reitgras (Calamagrostis acutiflora) ,Karl Foerster‘. P. ,Northwind‘ ist eine Pflanze mit großer Zukunft!

          Gut kombinierbar mit Fetthennen

          Früher hat man Rutenhirsen meist mit Fetthennen (Sedum) und Kissenastern (Aster dumosus) kombiniert, das ist immer noch der Klassiker in vielen Gärten. Ich selbst bin auf das Gras aufmerksam geworden, als ich vor rund 20 Jahren im Sichtungsgarten Weihenstephan unterwegs war, um Kissenastern anzuschauen. Dort habe ich die Rutenhirse zum ersten Mal gesehen. Mittlerweile habe ich sieben, acht Sorten in meinem Garten. Die neueste ist mir kürzlich bei einer Gartenreise in die Niederlande aufgefallen: P. ,Squaw‘ ist im Spätsommer kräftig rot und wird etwa 1,20 Meter hoch. Mit dem Sedum ,Matrona‘ kombiniert, sieht die Pflanze toll aus.

          Die Rutenhirse ist sehr pflegeleicht und eignet sich für sonnige Lagen, Trockenheit verträgt sie aber nicht. Sie gehört zu den Präriepflanzen, die aus frischen, feuchten Regionen stammen. Daher kann man sie gut mit den typischen Beetstauden zusammen setzen, zum Beispiel mit Kerzenknöterich (Persicaria amplexicaulis) oder Riesenehrenpreis (Veronicastrum). Sie wachsen auch auf schweren Lehmböden und vertragen sogar Staunässe.

          Pflanzen können Sie Rutenhirsen die ganze Vegetationsperiode über. Große Horste können Sie teilen, aber besser nicht während der Blütezeit, sondern im Frühling. Panicum ist ein „warm season grass“, das heißt, es treibt – im Gegensatz zur Segge zum Beispiel – recht spät aus. Im April kommen die ersten Hälmchen, ab Mai geht es dann ganz schnell. Setzen Sie frühe Alpenveilchen-Narzissen neben das Gras, dann wirkt es auch im Frühjahr.

          Wenn ein größerer Horst in der Mitte kahl wird, brauchen Sie ihn nicht sofort zu teilen. Der Pflanze fehlen einfach die Nährstoffe: Streuen Sie die kahle Stelle dick mit Kompost ein, dann wächst es dort nach. Von November an zieht die Rutenhirse ein und verliert ihre Rotfärbung. Aber alle Sorten sehen auch im Winter gut aus! Schneiden Sie sie daher nicht im Herbst zurück, sondern erst am Ende des Winters. Das Gleiche gilt übrigens für Kissenastern und Sedum. Daher ist das nach wie vor eine schöne Kombination, auch während der kalten Jahreszeit.

          Hermann Gröne ist Gärtner und Gartengestalter aus Nettetal. Protokoll: Ina Sperl

          Quelle: F.A.S.

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