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Rosen im Garten : Hoheit hält im Sommer Hof

  • -Aktualisiert am

Es muss nicht gleich ein Rosengarten sein, ein kleines Beet vor dem Haus tut es auch Bild: Caro / Riedmiller

Ausgesprochen schön, aber auch anspruchsvoll und kapriziös - Rosen fordern einen Gärtner heraus. Damit sie richtig zur Geltung kommt, braucht die Königin der Blumen passende Begleiter.

          Sie gilt als eine der edelsten Gewächse, gerne wird sie als Königin der Blumen bezeichnet. Sie ist symbolträchtig - mal ein Zeichen der Liebe, mal Zeichen politischen Widerstands. Um sie ranken sich Märchen und Gedichte. Schon Goethe liebte sie und ließ sein Haus von ihnen zuwachsen. Ihr Duft verführt, ihr Öl ist wertvoll. Und kaum eine andere Pflanze ist so dankbares Objekt der Züchter wie die Rose. Rund 30.000 Sorten gibt es, jedes Jahr werden es mehr. Gerne werden sie nach Persönlichkeiten benannt - ob nach Kleopatra, „Angie“ Merkel oder gar nach dem jungen Monarchenpaar William und Catherine.

          Der Juni gilt als Monat der Rose, durch die Witterung hat die Empfindliche in diesem Jahr jedoch auf sich warten lassen. Ohnehin stehen Hobbygärtner den Schönen zwiegespalten gegenüber, denn sie gelten als kapriziös und anspruchsvoll wie eine Diva. Die klassischen Edelrosen brauchen tatsächlich eine intensive Rundumbetreuung, sind sie doch oft anfällig für Krankheiten wie den Sternrußtau oder Echten Mehltau. Auch Blattläuse lieben Rosen, und Raupen vertilgen mitunter ganze Knospen samt Stiel.

          Ein vergleichsweise unkomplizierter Star

          Doch wird bei der Züchtung mehr und mehr auf die Pflanzengesundheit geachtet. Wer eine Rose auf den Markt bringen will, tut gut daran, nicht nur eine schöne, sondern auch eine robuste Pflanze zu züchten. Besteht diese den Test, an verschiedenen Standorten in Deutschland drei Jahre lang ohne Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu grünen und zu blühen, so erhält sie ein Prädikat: „ADR“ steht für Anerkannte Deutsche Rose. Sie verspricht ein vergleichsweise unkomplizierter Star im Beet zu sein.

          Damit sie optimal zur Geltung kommt, hat die Rose gerne Begleiter an ihrer Seite. Sie sollten etwas hermachen, sich aber nicht in den Vordergrund spielen. Klassischerweise teilt sie sich eine Rabatte mit Clematis, Lavendel oder Ziersalbei. Zum Gefolge können aber auch Gräser wie das Chinaschilf (Miscanthus sinensis) zählen, Sterndolden (Astrantien) oder Prachtkerzen (Gaura lindheimeri). Um sich entfalten zu können, braucht die Rose Sonne und viel frische Luft. Damit Pilze wie der Grauschimmel wenig Chance bekommen, sollte das Laub nach Regen schnell trocknen können. Sie mag keinen starken Schatten, Staunässe oder sauren Boden, und nur die Kartoffelrose (Rosa rugosa) kommt mit sandigem Untergrund zurecht. Ist die Erde durchlässig und humushaltig, wird sich eine Rose wohl fühlen - vorausgesetzt, es gab keine Vorgänger. Mit denen hadert sie nämlich: Damit sie an einer Stelle gedeiht, wo vorher schon Rosen standen, muss die Erde rund einen halben Meter tief ausgetauscht werden.

          Wer einen guten Platz für eine Rose im Garten hat, kann zwischen schier unendlich vielen Formen, Größen und Sorten wählen. Da gibt es die schlichten, edlen. Die romantisch-gefüllten. Die natürlich wirkenden und die grellbunten zweifarbigen. Darf es etwas mehr sein, kommt vielleicht die Vielblütige Rose (Rosa multiflora) in Frage, die Büschel kleiner weißer Blüten trägt und bis zu drei Meter hoch wird. Ganz wenig Platz, rund 30 Zentimeter, braucht dagegen die gelbe Zwergrose „Sonnenkind“, die sich für Balkonkästen eignet.

          Eine Anschaffung sollte überlegt sein, Fachleute raten von Lustkäufen ab. Denn nicht immer ist auf die Angaben auf dem Etikett Verlass, gerade, wenn es um die Gesundheit der Pflanze geht. Lieber in den Katalogen der Züchter stöbern oder in einem Rosarium - etwa in Dortmund, Uetersen oder Sangerhausen - beraten lassen. Gute Gärtnereien können eine gewünschte Sorte bestellen.

          Handbreit unter der Erdoberfläche

          Rosen sind in Containern oder, ab Oktober, als wurzelnackte Ware erhältlich. In dieser Form sind sie empfindlich, müssen einen Tag lang gewässert und nach dem Pflanzen beschnitten werden. Die sensibelste Stelle der Rose - dort, wo sie veredelt wurde - sollte eine Handbreit unter der Erdoberfläche liegen. So bildet sich weniger Wildwuchs, und die Pflanze ist im Winter geschützt. In kalten Gegenden ist es empfehlenswert, den unteren Teil der Pflanzen im Herbst mit etwas mehr Erde zu bedecken und mit Tannenzweigen zu schützen.

          Rosen sind hungrig, zweimal jährlich wollen sie gedüngt werden. Damit sie ihre Form und Vitalität behalten, ist bei fast allen ein Schnitt nötig - die Faustregel lautet: Rosen schneiden, wenn die Forsythien blühen. Eine gute scharfe Schere und Handschuhe, möglichst aus Leder, gehören zum Equipment. Wer die Königin der Blumen in seinen Garten einlädt, sollte gut vorbereitet sein.

          Pflanzen für ein Rosenbeet mit langer Blüte

          Wer die Pflanzen geschickt auswählt, kann vom Frühjahr bis tief in den Winter hinein blühende Rosen im Garten haben. Thomas Lolling, Leiter des Deutschen Rosariums in Dortmund, empfiehlt: Die Rosa glauca, eine blaublättrige Wildrose, trägt in der Regel schon im Mai magentafarben, ungefüllte Blüten. Von Ende Mai an folgt dann zum Beispiel die frühe, orangefarbene Gartenrose „Westside“. Im Juni öffnen die meisten Rosen ihre Blüten, zum Beispiel die „Schneeflocke“, ein kleiner Strauch - bei günstiger Witterung hält sie sich bis in den Spätherbst hinein. Zu den späten Rosen zählt etwa die gefüllte, rosafarbene „Crescendo“, die für gewöhnlich Ende Juni, Anfang Juli aufblüht.

          Quelle: F.A.S.

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