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Laufuhren : Trainingspartner am Handgelenk

Im Uhrzeigersinn: Aldis Crane GPS-Uhr, die Mio Alpha, Polar RC3 GPS und die Sigma RC 14.11 Bild: Hans-Heinrich Pardey

Laufuhren versorgen Freizeitsportler mit jeder Menge Informationen - nützlichen und genauen ebenso wie bezweifelbaren oder auch überflüssigen. Wir haben fünf Uhren getestet.

          Es war nicht die erste Laufuhr des Lebens, die in einer Aldi-Süd-Filiale quasi als Einfach-so-mitgenommen-Artikel im Einkaufswagen landete. Aber für rund 80 Euro war die Crane GPS-Uhr mit den neongrünen Tasten und der gleichfarbigen LCD-Einfassung die billigste Uhr, die nicht nur die Pulsfrequenz zu messen versprach, sondern auch GPS-gestützt die Strecke aufzuzeichnen oder als einfaches Navi den Weg zu weisen. Dass außerdem ein Kompass mit an Bord ist, wurde eher als nicht unbedingt erforderliche Dreingabe gewertet. Entscheidender Kaufimpuls war die Frage: Kann eine derart billige Uhr mit anderen mithalten, die dreimal so teuer und noch teurer sein können, wenn sie von bekannten Markenherstellern stammen?

          Hans-Heinrich Pardey

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wir haben fünf verschiedene Uhren ausprobiert, wobei die sportlichen Disziplinen auf Laufen/Walken und Radfahren beschränkt blieben. Verzichtet wurde auch auf spezielle Triathlon-Uhren, die technisch und preislich in einer noch höheren Liga spielen. Die einzelnen Uhren waren außer der bereits erwähnten Crane GPS-Uhr die Sigma RC 14.11 (rund 140 Euro), die Garmin Forerunner 110 (rund 150 Euro), die Mio Alpha (rund 200 Euro) und die Polar RC3 GPS (rund 280 Euro, alle Preise UVP). Einige der Uhren werden im Internet wesentlich günstiger angeboten; da ist darauf zu achten, ob der Brustgurt mit Herzfrequenzsensor dabei ist oder nicht.

          Die Mio Alpha braucht weder Gurt noch Clip

          Keinen Brustgurt und auch keinen Puls fühlenden Fingerclip zu brauchen ist das Besondere an der Mio Alpha. Sie hat wie die Sigma RC 14.11 kein GPS-Modul, sondern kommuniziert mit einer Smartphone-App: Von der wird der Streckenverlauf aufgezeichnet, die Mio liefert die Herzfrequenz via Bluetooth Smart. Das ist von Belang, denn es klappt bei aktuellen iPhones, mit Android aber erst von der Version 4.3 an. Die Sigma-Uhr misst lediglich die zurückgelegte Entfernung, und zwar über einen Beschleunigungssensor im Sender des Brustgurts.

          Zu allen fünf Uhren gehört jeweils eine korrespondierende Software, die zum Auslesen gespeicherter Daten, zu deren Hochladen auf die PC-Festplatte oder in ein herstellereigenes Portal und zum Einstellen verschiedener Parameter der Uhr dient. Dazu wird die Verbindung über ein USB-Kabel hergestellt, das auf der Uhrenseite häufig nicht standardisiert, sondern „sehr proprietär“ geformt ist und dann Dockingstation heißt. Bei den Uhren mit fest eingebautem Akku (Crane, Garmin, Mio und Polar) dient die USB-Verbindung auch zum Laden.

          Der Bewegungssensor der Sigma ist ungenau

          Von ganz viel - etwa bei Garmin und Polar - bis zu gar nichts (Crane) reicht das Zubehör-Angebot. Für die Forerunner gibt es beispielsweise einen weicheren Brustgurt, ein Autoladekabel, eine Fahrradhalterung und noch mehr gegen Aufpreis. Bei der Crane gehörte die einfache Halterung für den Fahrradlenker schon zum Lieferumfang, ebenso wie ein Bürstchen zum Reinigen der auf der Gehäuseunterseite offenliegenden Anschlusskontakte.

          So hat jede dieser Digitaluhren bei all ihren grundsätzlichen Ähnlichkeiten genauso wie die Software ihre eigenen kleinen Besonderheiten und auch Kuriositäten - und wenn es nur das Wort „Fahrtzeit“ ist, das im Datacenter der Sigma der Laufzeit beigelegt wird. Denn von dem Bewegungssensor der RC 14.11 Streckenmessung auf dem Fahrrad zu erwarten endete in einer Enttäuschung: Weder die Geschwindigkeit noch die Strecke konnten annähernd korrekt gemessen werden. Der Bewegungssensor der Sigma ist auch Grund für etliche unfreundliche Kommentare in Internetforen über die mangelnde Genauigkeit beim Laufen.

          Aldis Crane Bilderstrecke

          Sigma hält fünf Prozent Abweichung für tolerabel und empfiehlt erst bei stärkerer Fehlmessung den Aufwand einer Kalibrierung. Wir haben den einfachsten Weg gewählt und anhand einer Vergleichsmessung einen errechneten Korrekturwert numerisch eingegeben. Dadurch erreichte die RC 14.11 umgehend die gleiche Genauigkeit der beiden GPS-Uhren von Garmin und Polar, die auf Anhieb zu völlig gleichen Streckenmessungen kamen - und das auch im schwierigeren städtischen Umfeld.

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