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Landschaftsarchitektur : Deutschlands Gartendesigner

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Schwierig und doch geliebt: Mit leuchtendem Rot setzt Ute Wittig ausdrucksstarke Akzente.

Rote Wände, ultramarinblaue Bäume, überdimensionale orangefarbene Möhren, die aus der Wiese wachsen: Ute Wittich ist die Pop-Art-Künstlerin unter den Gartendesignern. Farben spielen eine zentrale Rolle, wenn sie gestaltet.

„Farben finde ich wunderbar, in ihrer ganzen Vielfalt“, sagt Garten- und Landschaftsarchitektin Ute Wittich. „Sie bringen Leben in unsere graue Welt.“ Natürlich gestaltet sie auch mal einen zurückhaltenden, einen rein weißen oder grünen Garten, wenn der Bauherr es so will. Doch meist zeigt sich ihre Handschrift in den bunten Elementen, etwa einer leuchtend roten Wand, aus der Wasser in ein Becken fließt. Ute Wittich entwirft neben Privatgärten Firmen- und Hotelgärten, auch im neuen Europaviertel in Frankfurt hat sie die Grünflächen gestaltet. Im Herbst wird es dort ein neues Ensemble geben mit einer Skulptur ihres Mannes, des Künstlers Bernhard Jäger, der ebenfalls die Farben liebt: Drei Figuren in Blau und Rot, deren Rot wird von großen Blumentöpfen aufgegriffen, die Ute Wittich bepflanzt. Dabei ist Rot die einzige Farbe, mit der sie bei Blüten eher hadert: „Rot mag ich eher zurückgenommen, nicht dieses leuchtende Knallrot. Das ist mir zu viel.“

Ute Wittich

Am buntesten sind ihre temporären Gärten, etwa beim Sommerfestival in Schloss Ippenburg, wo sie in diesem Jahr mit mobilen Kräutergärtchen in leuchtendblauen Bollerwagen vertreten war. „Da darf ich mal richtig herumspinnen.“ So etwas tüftelt sie gerne mit ihrem Mann aus, „am Abendbrottisch mit einem Glas Wein“. Querdenken und „Quergucken“ findet Ute Wittich wichtig: „Ich schaue gerne mal zur Seite, interessiere mich für Kunst, Musik, fotografiere viel.“ Das bringt auch eine humorvolle Distanz zum Garten und ermöglicht Überraschendes. So färbt sie in Schaugärten Wasserbecken farbig ein, verlegt pinkfarbene Stege, setzt Spiegel in Mauerdurchblicke.

Ihr liebstes öffentliches Projekt ist allerdings ein eher in sanften Tönen gehaltenes: der Garten am Karmeliterkloster in Frankfurt am Main, wo sie unter anderem duftende Lavendelreihen und strenge Eibenhecken gepflanzt hat. Eine zentrale Rasenfläche im von einem Kreuzgang umgebenen Innenhof wird gesäumt von Blattschmuckpflanzen, dazwischen Hortensien und Strauchpfingstrosen. Ute Wittich ist auf keinen Stil festgelegt, plant zum Beispiel auch Naturgärten. Wichtig: Der Garten muss passen - zum Haus und den Bewohnern. „Ich lasse mich vom Bauwerk und den Bewohnern inspirieren. Man muss sich einfühlen. Das ist das Salz in der Suppe, das macht unseren Beruf spannend.“ Selbst besitzt die Frankfurterin zwar nur einen Dachgarten, aber auch der hat eine wichtige Funktion als Rückzugsort: „Mein Mann sagt immer: Na, gehste wieder schnibbeln?“ Gärtnern hat für sie etwas Meditatives: „Das Berühren, der Geruch an den Händen.“ Gerne lernt sie immer noch Pflanzen kennen, gerade macht sie sich etwa mit dem Bienenbaum und der Tuberose vertraut.

Seit 32 Jahren ist Ute Wittich selbständig, sie hat fünf Mitarbeiter, die ihre Arbeit unterstützen. Doch die Entwürfe und Pflanzpläne erstellt sie immer selbst, „das kann nur ich“, sagt die Gartenarchitektin. Denn sie zeichnet und koloriert sie immer noch von Hand, nicht am Computer. So entstehen richtige Kunstwerke.

Zu einem guten Garten gehören für sie auch Wasser, Licht, die passende Möblierung - „und Kunst, wenn es geht.“

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