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Internationale Gartenschau : Nass, aber erfolgreich

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„Ein MEHR aus Farben“: Die IGA in Berlin fand nun, bedingt durch das wechselhafte Wetter, ein verfrühtes Ende. Bild: dpa

Noch zehn Tage: Die Internationale Gartenschau Berlin zieht nach vorläufigem Ende, bedingt durch das Wetter, ihre Bilanz. Rund 400.000 Menschen weniger als gedacht besuchten die IGA.

          Das Wetter zum vorläufigen amtlichen Endergebnis der Berliner Internationalen Gartenschau (IGA) war kongenial: Sturmwarnung, mit kräftigen Regenschauern als Vorboten. Wo die IGA eine Enttäuschung war, steht der Schuldige fest. Jeden zweiten Tag regnete es in diesem Sommer, und wenn es nicht regnete, war Regen vorhergesagt worden. Die Gewissenserforschung der Verantwortlichen konnte daher kurz ausfallen. Es werden wahrscheinlich in den 186 Tagen der IGA nur 1,6 Millionen Besucher den Weg nach Marzahn-Hellersdorf gefunden haben, statt zwei Millionen wie gedacht. Und das lag nicht an den Eintrittspreisen.

          Bei der Bilanz am Donnerstag fiel kein einziges böses Wort. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Staatssekretär Christian Gaebler, sprach vom „Glück im Unglück“, auch wenn er damit nicht das Wetter, sondern die Umplanung meinte. Ursprünglich sollte die IGA auf dem Gelände des alten Flughafens Tempelhof stattfinden, doch wegen mangelnder Akzeptanz unter den dortigen Anrainern wurde sie in die nordöstlichen Großsiedlungen von Berlin verlegt. Dort seien die „bleibenden Werte“, die das „neue Kleinod“, ein neuer Park auf fast 100 Hektar, mit sich brachte, hochwillkommen. Von der Seilbahn und von der Aussichtsplattform Wolkenhain aus bekam so mancher einen „neuen Blick“ auf den Bezirk und auf das grüne Berlin insgesamt. Im Umweltbildungszentrum erfuhren 50.000 Kinder und Jugendliche Neues über die Welt.

          Das Durchschnittsalter der IGA-Besucher war niedriger als bei Gartenschauen üblich (knapp 50 statt 55 Jahre). 60 Prozent kamen aus Berlin – von den 33000 Dauerkartenerwerbern, ist zu vermuten, stammen wohl die meisten aus der Nachbarschaft. 98 Prozent der Besucher äußerten sich zufrieden über ihren Aufenthalt. 250 Volunteers leisteten 18.000 Stunden Arbeit.

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          Die Zeiten, in denen „die Platte“ in Marzahn und Hellersdorf verfemte Wohnquartiere waren, sind ohnehin vorbei. Der Bezirk wächst, und er soll bis 2013 dramatisch weiterwachsen. Er hat durchaus Platz für Neubauten, und es wird kräftig gebaut. Wer in der Seilbahn über Wälder, Wiesen, Gartenanlagen schwebte, hörte Nachbarn mit spürbarem Stolz ihren Gästen erklären, was es mit Marzahn-Hellersdorf auf sich hat, wo die Häuser höher sind (in Marzahn), wie kinderreich und jung man war, als die ersten Mieter einzogen. Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher wird mit Neid erfahren, dass damals, in den späten 1970er Jahren, die Errichtung eines Sechsgeschossers 61 Tage dauerte. Eine städtische Wohnungsbaugesellschaft errichtet in der Schkeuditzer Straße zeitgemäße Varianten des Plattenbaus, nachdem bis 2005 aus 1600 Wohnungen mit viel Geld 409 wurden, in den attraktiven und modernisierten „Ahrensfelder Terrassen“.

          Noch bis zum 15. Oktober um 18 Uhr hat die IGA geöffnet, dann wird sie geschlossen, dann werden ihre Zäune abgebaut – und ihr Nachleben beginnt. Die Firma Leitner spendiert noch drei Jahre lang die Seilbahn, die den IGA-Haupteingang mit der U-Bahn verbindet. Bis dahin wird geklärt, ob sie bleiben und ins öffentliche Nahverkehrssystem eingebaut werden kann.

          Bis Ende März 2018 wird die IGA als Volkspark wieder eröffnen. Am 1. Dezember werden die „Gärten der Welt“ wieder eröffnet. Sie bleiben eintrittspflichtig. Die Resonanz auf die IGA, so ein Sprecher von „Berlin Partner“, der Tourismusagentur, sei positiv, und das sei wiederum nicht nur für den Bezirk, sondern für ganz Berlin positiv. Denn wer viele Touristen anziehe, müsse immer neue Attraktionen bieten – und versuchen, die Gäste gut in der Stadt „zu verteilen“.

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