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Landschaftsarchitektur : Petra Pelz komponiert Gärten wie Bilder

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Aufwendige Komposition: Petra Pelz’ Garten Bild: Regina Recht

Petra Pelz ist eine der bekanntesten deutschen Landschaftsarchitektinnen, und eine der unkonventionellsten. Weil sie tut, was sie für richtig hält.

          Der Duft einer Rose, der Geschmack von selbst gezogenen Pastinaken, die Freude an einem herbstlichen Staudenbeet - ein Garten kann glücklich machen. Wer eine grüne Leidenschaft in sich trägt, kennt das und gärtnert selbst, wann und wo auch immer möglich. Bei manchen ist diese Leidenschaft jedoch so groß, dass sie sie zum Beruf machen. Sie lassen sich als Gärtner ausbilden, als Landschaftsarchitekten, werden Dozenten, Gartenfotografen oder Autoren. Nicht immer ist der Weg klar vorgezeichnet, meist wird er von Zufällen bestimmt. Aber wer der Passion folgt, ist auf gutem Kurs in Richtung Glück.

          Auch Petra Pelz, eine der bekanntesten Landschaftsarchitektinnen Deutschlands, folgte ihrer Leidenschaft. Dabei hätte die gebürtige Magdeburgerin sich nicht träumen lassen, einmal zu den führenden Designerinnen zu gehören, die das „New Perennial Movement“ vorantreiben - eine internationale Strömung, die die Stauden und ihre Lebensbereiche in den Mittelpunkt stellt. Seit den 1990er Jahren gestaltet Petra Pelz Privat- und Firmengärten, seit fünfzehn Jahren auch Anlagen für Gartenschauen. So war sie mit großflächigen Bepflanzungen zum Beispiel bei der Internationalen Gartenschau Hamburg 2013 vertreten.

          Ein Begegnung, die ihr Leben veränderte

          Als Jugendliche wusste Petra Pelz noch nicht so recht, was sie werden wollte. Ihre Mutter hatte einen Garten, Pflanzen waren ihr vertraut, und so entschied sie sich, Gärtnerin zu werden. Sie studierte Gartenbau in Erfurt, war später beim Gartenamt der Stadt Magdeburg tätig. 1993 machte sie sich mit ihrem damaligen Ehemann selbständig, sie gründeten ein Landschaftsarchitektenbüro. „Nach der Wende war alles neu, alles offen, nichts war festgelegt“, erinnert sie sich. Aufbruchstimmung herrschte. Auch für Petra Pelz.

          Eine Begegnung sollte ihr Leben grundlegend verändern: die Bekanntschaft mit Wolfgang Oehme. Der Gartenarchitekt aus Chemnitz war in den 1950er Jahren in die Vereinigten Staaten ausgewandert, wo er später mit James van Sweden ein Landschaftsarchitekturbüro gründete. Mit ihrem für amerikanische Verhältnisse unkonventionellen Stil, Stauden in großzügigen Gruppen zu pflanzen, machten sich die beiden einen Namen. Ein Buch über diese Gärten fiel Petra Pelz in die Hände, sofort sprang der Funke über. Spontan schrieb sie an Oehme, nicht ahnend, dass sich daraus eine lange Freundschaft entwickeln würde. „Er antwortete, und ein paar Monate später stand er vor meiner Tür.“

          Oehme war auch nach Jahrzehnten in den Vereinigten Staaten mit seiner alten Heimat verbunden und sah die Möglichkeit, in Kooperation mit der Landschaftsarchitektin Projekte in Deutschland zu verwirklichen. Oehme stellte in den Vereinigten Staaten die Pflanzpläne zusammen, und Petra Pelz musste Gärtnereien ausfindig machen, die große Mengen der damals unbekannten Pflanzen wie Mandelwolfsmilch (Euphorbia amygdaliodes ,Robbiae‘) oder Wiesenknöterich (Bistorta officinalis ,Superbum‘) produzierten.

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