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Gartenarbeit im November : Vor dem ersten Frost

  • -Aktualisiert am

Immer schön federn: Der Drahtrechen oder Fächerbesen eignet sich am besten, um kleine und mittlere Rasenflächen vom Herbstlaub zu befreien. Wer ihn mit einem Anschluss für Wechselgeräte kauft, kann den Stiel auch mit einer Vielzahl anderer Köpfe versehen Bild: Peter Thomas

Der November bringt den Endspurt für die Arbeit in Haus- und Nutzgärten. Dabei helfen die richtigen Werkzeuge.

          Fruchtig, schwer und aromatisch – so duftet der Herbst mit jeder Erdscholle, die beim Umgraben der Beete zurück auf den Boden fällt. „Bei schweren Böden ist dieses Wenden der oberen Bodenschichten mit Spaten oder Grabgabel sinnvoll“, sagt Horst Guthmann. „Leichtere Böden aber“, fügt der Geschäftsführer der Raiffeisen-Warengenossenschaft in Rüsselsheim-Bauschheim an, „sollte man besser nur auflockern.“ Denn so wichtig es auch ist, die Beete nach der Ernte für die kommende Saison vorzubereiten – der Schichtwechsel im Garten bekommt nicht jedem Boden gut. So schadet das Umgraben mehr, als es nutzt, wenn die Erde leicht und locker ist. Denn dabei wird der Schichtaufbau des Bodens gestört. Besser ist es, die Beete nur zu lockern – beispielsweise mit dem sogenannten Sauzahn. So heißt eine einzinkige Hacke mit halbrund gebogenem Kopf und schmalem Blatt an der Spitze.

          Die Beete vorzubereiten ist nur eine der Disziplinen, welche der November dem Gärtner bei seinem Endspurt im Gartenjahr bringt. Auch der Rasen will noch einmal gepflegt sein, die bunte Blätterpracht der Laubbäume gilt es zu bändigen und den Kompost zu organisieren. Der Aufrüstung des gartentechnischen Arsenals sind dabei wenige Grenzen gesetzt: Die Motorfräse hilft bei der Erdbearbeitung, mit dem elektrischen Vertikutierer wird der Rasen gelockert und belüftet, der Gartenhäcksler schließlich zerkleinert Reisig und kleine Äste in handliche Fragmente für den Kompost.

          Eine überwältigende Vielfalt

          Aber nicht immer ist der Einsatz von Maschinen sinnvoll. Beispielsweise lohnt sich die Investition in Erdbearbeitungsmaschinen erst bei entsprechend großen Nutzgärten. Kleinere Beete hingegen können mit klassischem Handwerkszeug bequem vorbereitet werden. Dabei ist die Ergonomie wichtig, rät Horst Guthmann: Beim Spaten beispielsweise sollte der Stiel dem Benutzer etwa bis zum Hüftknochen reichen – das ist die richtige Proportion für einen flüssigen Bewegungsablauf beim Graben. Der Stiel selbst besteht klassischerweise aus flexiblem Eschenholz, ist über Nieten in der sogenannte Tülle mit dem geschmiedeten Blatt verbunden und endet entweder in einem runden Querholz (T-Griff) oder in einem u-förmig gebogenen Element mit Querholz zwischen beiden Schenkeln (D-Stiel).

          Vier Zinken sollt ihr sein: Die klassische Grabgabel im Einsatz beim Umgraben Bilderstrecke
          Vier Zinken sollt ihr sein: Die klassische Grabgabel im Einsatz beim Umgraben :

          Welcher Stiel und welches Blatt am besten passt, wird letztlich jede Gärtnerin und jeder Gärtner selbst herausfinden. Die Eckdaten jedoch stehen fest: Ein Spaten guter Qualität kostet ab 30 Euro, etwas weniger ist für eine vierzinkige Grabgabel auszugeben. Man kann aber auch ein Mehrfaches dieser Summe investieren – bei Manufactum beispielsweise wird ein englischer Gartenspaten mit Metallteilen aus unterschiedlich legierten Stählen (zäh für die Tülle, hart und elastisch für das einem Stück geschmiedete Blatt) für 132 Euro angeboten.

          Wer statt des Umgrabens auf die Lockerung des Gartenbodens setzt, kann zu verschiedenen Hacken mit Zinken oder geraden Blättern greifen – die Vielfalt ist hier überwältigend. Da kommt es dem engagierten Gartenfan zugute, dass die meisten Hackentypen als Wechselgeräte erhältlich sind. Das heißt, dass man verschiedene Köpfe kauft, die platzsparend aufbewahrt werden und sich je nach Bedarf über eine Bajonettverbindung mit Schraubfixierung am Stiel befestigen lassen. So bietet beispielsweise Wolf Garten im System „Multistar“ mehr als 20 verschiedene Anbaugeräte für die Bodenbearbeitung, ähnlich sieht es bei Gardena im „Combisystem“ aus. An die Stiele lassen sich auch Besen und Rechen für das Zusammenkehren von Blättern montieren.

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