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Frühling : Wenn der Garten wieder erwacht

  • -Aktualisiert am

So schön das Frühjahr mit dem frischen Grün ist - leider wächst nicht nur das, was Gärtner auch wirklich haben wollen. Das Jäten beginnt. Bild: ZB

Der Frühling ist wieder da. Und das bedeutet auch mehr Einsatz im Garten. Säen, aufräumen, umpflanzen: In den nächsten Wochen ist viel zu tun.

          Im März wird es heller. Die Tage sind schon spürbar länger, und für viele Pflanzen bedeutet das den Start in die Wachstumsphase. Wer einen Garten hat, wartet schon sehnsüchtig darauf, wieder loszulegen mit Pflanzen und Säen, darauf dass sich Knospen öffnen und die ersten Keime zeigen. Auch der Balkon wird langsam wieder grün.

          Keimen lassen

          Noch ist es meist unfreundlich draußen. Doch jetzt ist eine gute Zeit zum Säen, auch für Balkongärtner: Tomaten, Basilikum, Spinnenblumen - das alles kann nun auf der Fensterbank vorgezogen werden und kommt im warmen Mai nach draußen. Manches ist schon ab Februar möglich, doch wer jetzt erst beginnt, hat nichts verpasst: Pflanzen, die in den nächsten Tagen oder Wochen keimen, wachsen besser - sie bekommen mehr Licht, und die Triebe werden kräftiger. Vorgezogen werden zum Beispiel Amaranth, ob als Zier- oder Nutzpflanze, Levkojen, Männertreu und Gartenmelde, aber auch Tomaten, Salat, Paprika und Auberginen. Ein bisschen Zeit haben noch Gurken und Kürbisse. Sie alle wachsen später auch auf dem Balkon, vorausgesetzt, sie bekommen genügend Erde, Sonne und Wasser. Bei wenig Platz können Zucchini zum Beispiel auch an einem Gitter in die Höhe ranken. Wenn die Früchte schwer werden, müssen sie allerdings aufgefangen werden, etwa mit einem Netz. Direkt in die Gartenerde können in den nächsten Wochen schon Spinat und Radieschen, Zwiebeln, Möhren und Erbsen gesät werden. Bohnen mögen wärmere Temperaturen, sie kommen erst im Mai in den Boden.

          Saatgut ist überall erhältlich, doch vielleicht haben Freunde und Nachbarn noch etwas übrig von den Lieblingsblumen oder Samenkörnchen aus Tomaten. Solange es sich nicht um Hybriden handelt, wachsen Pflanzen aus selbstgewonnenem Saatgut genauso schön wie aus gekauftem.

          Aufräumen

          Wenn der Boden mit Regen vollgesogen und matschig ist, sollte lieber nicht im Beet herumgestapft werden. Ansonsten wird es Zeit, die Stauden und Gräser zurückzuschneiden. Das ist eher eine ästhetische Frage, für ihr Wachstum ist es nicht unbedingt entscheidend, denn die neuen Triebe bahnen sich einen Weg. Stauden, die zu groß geworden sind, können jetzt aber ausgegraben und geteilt werden - so entstehen viele Ableger. Was im Topf lebt, ob auf Balkon oder Terrasse, freut sich über neue Erde oder ein bisschen organischen Dünger. Beim Wühlen im Gartenboden finden sich möglicherweise Schneckeneier. So schön die weißen Gelege aussehen mögen: aus jedem einzelnen wird eine hungrige Schnecke. Vögel freuen sich über diese Nahrung.

          Umgestalten

          Etwas Neues soll her? Beim Kauf von Stauden im Frühjahr muss man darauf vertrauen, dass da schon etwas sprießen wird, denn von den meisten ist noch nicht viel zu sehen. Am besten in einer guten Staudengärtnerei einkaufen, dort wird man auch beraten, was an welchen Standort passt. Vieles wächst zum Beispiel auch im Topf auf dem Balkon. Es müssen ja nicht immer einjährige Blümchen sein.

          Auf zum neuen Blumenbeet

          Wenn ein Blumenbeet neu bepflanzt wird: Warum nicht auch mal Platz lassen für Kräuter und Gemüse? Grünkohl zum Beispiel sieht schön aus, kann den Sommer über heranwachsen und wird geerntet, wenn sich alles andere bereits zur Winterruhe begeben hat. Der Boden muss nur genügend Nährstoffe bieten. Mangold mit roten oder gelben Stielen ist eine bunte Bereicherung, von der immer wieder geerntet werden kann. Petersilie wächst gut im Halbschatten und Schnittlauch eignet sich als Beetbegrenzung, die später violett blüht. Wenn Thymian an den Wegesrand gesetzt wird, duftet er gut, wenn man daran vorbeistreicht. Artischocken bringen mit ihrem silbrigweißen, markanten Laub Struktur in jede Rabatte, brauchen allerdings Platz, um sich entwickeln zu können - Konkurrenz vertragen sie nicht. Gartenmelde mit ihren roten, essbaren Blättern und Würztagetes mit den kleinen Blüten, die gut im Salat schmecken, können vorgezogen oder direkt in Zwischenräume gesät werden.

          Schneiden

          Rosmarin und Salbei sind zu groß geworden, auch der Lavendel scheint überaltert. Mediterrane Gehölze können stark zurückgeschnitten werden, doch sollte man damit lieber noch warten, bis es wärmer wird und die letzte Frostgefahr vorüber ist. Bei Rosen wird die Schere angesetzt, wenn die Forsythien blühen. Was gekappt wird, hängt von der jeweiligen Pflanze ab. Beetrosen werden notfalls radikal zurückgeschnitten, sodass Triebe mit nur drei bis fünf Knospen übrig bleiben. Bei anderen, zum Beispiel historischen Rosen, vorsichtiger vorgehen - darauf achten, an welchen Verzweigungen Triebe wachsen sollen, die Blüten bilden. Generell gilt: schwächere Triebe stark beschneiden, kräftigere etwas weniger.

          Ein gesunder Garten sieht gut aus und lockt zahlreiche Gäste ein.
          Ein gesunder Garten sieht gut aus und lockt zahlreiche Gäste ein. : Bild: dpa

          Im Frühjahr kann der Boden Nährstoffe brauchen. Am besten wird, bevor die Saison richtig losgeht, jede Menge Kompost zugegeben, je nach Bedarf ergänzt durch Hornspäne und Urgesteinsmehl: Einfach auf die Erde streuen und mit Grubber und Harke einarbeiten. Schön, wenn es Kompost aus dem eigenen Garten ist. Dann nähren die Pflanzenabfälle des Vorjahres das neue Wachstum. Ist jedoch kein Platz für eine Kompostecke oder der Kompost noch nicht fertig, kann zugekauft werden. Viele städtische Abfallbetriebe oder Recyclinghöfe bieten Kompost an, der meist ein Gütesiegel trägt. Er ist so erhitzt, dass Krankheitserreger und Unkrautsamen unschädlich gemacht sind.

          Jäten

          So schön das Frühjahr mit dem frischen Grün ist - leider wächst nicht nur das, was Gärtner auch wirklich haben wollen. Das Jäten beginnt. Doch was muss wirklich weg? Es gibt eine Menge Rezepte für Giersch - vom Auflauf bis zum Pesto. Er schmeckt ähnlich wie Spinat, ist nur etwas härter im Biss. Auch Brennnesseln sind essbar und gesund, wer aus ihnen oder - auch aus Beinwell - Jauche ansetzt, bekommt einen guten natürlichen Dünger, zum Beispiel für Tomaten. Aus Ackerschachtelhalm lässt sich eine pflanzenstärkende Brühe herstellen. So werden aus diesen Feinden Verbündete, die gern geduldet sind.

          Quelle: F.A.S.

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