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Erfolgreiche Gartenarbeit : Harmonie im Beet

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Was zum Salat passt, ist nicht nur eine ästhetische Frage. Bild: Julia Zimmermann

Auch Pflanzen hegen Sympathien. Mit einigen Artgenossen kommen sie bestens aus, mit anderen weniger. Das können sich Gärtner bei der Planung eines Gemüsebeets zunutze machen.

          Erdbeeren fühlen sich wohl neben Spinat und Erbsen, Kohl mögen sie dagegen gar nicht. Ringelblumen sind bei allen beliebt, Wermut allerdings weniger: Steht er in der Nähe von Iris, Dill oder Pflaumenbäumen, kümmern diese. Auch Pflanzen haben Vorlieben, was ihre Nachbarn angeht. Das sollte berücksichtigen, wer ein Gemüsebeet anlegen will. In ein paar Wochen beginnt die neue Gartensaison, und noch ist Zeit, sich Gedanken über das zu machen, was da in die Erde soll. Und was am besten nebeneinander wächst.

          Die Vorlieben der Pflanzen sind weniger reine Geschmackssache. Manche ergänzen sich einfach gut, weil sie zum Beispiel unterschiedliche Nährstoffe benötigen oder sich Schatten spenden. Aber es findet auch ein - fürs menschliche Auge unsichtbarer - Austausch statt, denn Pflanzen geben Gase und andere Stoffe ab, die sich auf ihre Nachbarn im Beet fördernd oder hemmend auswirken können.

          Mehr als die Wissenschaft hilft Erfahrung

          Nach einer alten Hausregel sollte ein frischer Blumenstrauß nicht neben Äpfel gestellt werden, da er sonst schnell verwelkt. Grund ist das Ethylen, das die Äpfel ausscheiden und auf das manche Pflanzen empfindlich reagieren. Kartoffeln zum Beispiel keimen schneller, wenn sie neben dem Obst liegen. Auch der Handel macht sich das Wissen zunutze, denn manche Früchte können den Reifeprozess anderer ungewollt beschleunigen, was bei Transport und Lagerung bedacht sein muss.

          Allelopathie heißt die Lehre von den Wechselwirkungen der Pflanzen untereinander. Nicht nur die Früchte, auch andere Pflanzenteile, sogar die Wurzeln scheiden Stoffe aus. Bekanntes Beispiel ist der Walnussbaum, der einen wachstumshemmenden Stoff abgibt, so dass der Boden unter dem Baum meist nur spärlich bewachsen ist. Doch gibt es auch positive Wechselwirkungen. Dieses Wissen macht sich auch die Mischkultur zunutze, nach deren Lehren Gemüse und Blumen so zueinander gepflanzt werden, dass sie sich gegenseitig stärken.

          Aber auch im Ziergarten ist es hilfreich zu wissen, dass zum Beispiel Maiglöckchen auf Tulpen und Rosen hemmend wirken können, während sie zum Beispiel in einträchtiger Harmonie bei einem Kirschbaum stehen.

          Möhren: Sie können mit vielen gut.
          Möhren: Sie können mit vielen gut. : Bild: Caro / Teschner

          Längst gibt es wissenschaftliche Forschungen zur Allelopathie, doch nützliches Wissen für Hobbygärtner bieten vor allem die Erfahrungen derjenigen, die lange Jahre nach dem Prinzip der Mischkultur gegärtnert haben. Allen voran die Biogärtnerin Marie-Luise Kreuter, die Expertin auf diesem Gebiet war, und unter anderen Schwester Christa Weinrich, die in der der Abtei Fulda seit Jahrzehnten nach diesen Prinzipien arbeitet. Sie haben ihre Beobachtungen in Büchern zusammengetragen und eigene Systeme daraus entwickelt.

          Anfänger sollten sich an bestehenden Systemen orientieren

          Eine richtige Mischkultur zu etablieren ist für Gartenneulinge alles andere als einfach. Denn außer den optimalen Nachbarn sind auch die Vorgänger und Nachfolger im Beet zu berücksichtigen sowie die Zeitspanne, die eine Pflanze dort verbringt. Manches, wie Kohl und Tomaten, steht lange dort, während Radieschen binnen weniger Wochen geerntet sind und den Platz frei machen.

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