http://www.faz.net/-hrx-7gwsq
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 01.09.2013, 14:51 Uhr

Elektrogeräte Bosch entdeckt den urbanen Kleingärtner

Die Hersteller von Gartengeräten richten sich auf eine neue Zielgruppe ein. Die Elektrogeräte werden kompakter und bedienungsfreundlicher. Es gibt viele Neuheiten mit Akku.

von
© Hersteller Isio für die Hecke

Die Hersteller von Gartengeräten richten sich auf eine neue Zielgruppe ein. Es gebe zwei Trends, meint Bosch, der unter ihnen der weitaus größte ist: Landflucht, ohne dass man in der Stadt einen eigenen Garten missen möchte, und eine möglichst einfache Handhabung. Die dürfte auch Kunden außerhalb der Städte erfreuen. Ein kleiner Garten mit wenig Platz erfordert kompakte Geräte, die man leicht unterbringen kann, und er lässt sich auch gut mit akkubetriebenen Werkzeugen pflegen.

Lukas Weber Folgen:

Daraus erklärt sich der Erfolg der kleinen Gras- und Strauchschere Isio, die mit 3,6-V-Akku etwa ein Pfund wiegt und die Liste der beliebtesten Elektro-Gartengeräte anführt. Das neue Modell für den kommenden Jahrgang ist nochmals 15 Prozent kleiner als sein Vorgänger und mit einem Klicksystem ausgestattet, mit dem sich die Köpfe für verschiedene Einsätze auf schlichten Knopfdruck wechseln lassen. Das sind wie bisher ein Gras-Scherblatt und eine Mini-Heckenschere. Mit beiden zusammen kostet der Isio etwa 80 Euro. Neu ist ein Sprüh-Aufsatz für zusätzliche 30 Euro, mit dem ein Liter Wasser oder auch Pflanzenschutzmittel als Strahl oder Nebel verspritzt werden können. Mit dem Isio-Teleskopstiel kommt man damit auch an hoch hängende Pflanzen. Die 1,5 Ah des Akkus reichen für rund eine Dreiviertelstunde Laufzeit.

25727872 © Hersteller Vergrößern Isio für Gras

Insgesamt hat Bosch etwa 70 Gartengeräte und 100 Zubehörteile im Programm; die steigende Bedeutung der kabellosen Technik zeigt sich aber daran, dass sich acht von zehn für 2014 angekündigte neue Modelle aus Lithium-Akkus versorgen. In der Klasse 18V wird es zwei Rasentrimmer mit einem Schneidesystem aus einem Nylon-Verbundstoff geben, der zwölfmal länger hält als herkömmliche Kunststoffmesser. Sind sie dennoch abgenutzt, kann man sie ohne Werkzeug durch neue ersetzen. Höhe, Neigung des Handgriffs und Position des Trimmerkopfs lassen sich mit Tastendruck einstellen. Mit einer Akkuladung von 1,5 Ah laufen die Trimmer 26 Minuten, die Preise beginnen bei 120 Euro.

Als Alternative zu lauten und stinkenden Motoren versteht Bosch die Geräte mit 36V Spannung und großen Lithium-Ionen-Akkus. Derzeit sind das alle Rotak-Rasenmäher, die Kettensäge AKE 30 LI und die Heckenschere AHS 54-20 LI. Im kommenden Februar wird die Gruppe wachsen, mit demselben Akku lassen sich dann auch noch eine Sense mit einem 1,6-Millimeter-Faden, der sich bei Abnutzung automatisch verlängert, und ein Laubbläser betreiben. Wir hatten beide schon kurz in Betrieb: Der Akkubläser ALB 36 LI ist eine Wohltat für lärmgeplagte Städter, die von ihrem Büro Aussicht auf Alleebäume haben, und der Stadtverwaltung dringend zu empfehlen. Das Gerät wiegt nur 2,8 Kilogramm und pustet bei säuselndem Geräusch mit 180 km/h, die Höchstgeschwindigkeit der Luft liegt bei 265 km/h, und auch dann ist der Krach noch erträglich. Wie alle Akkugeräte von Bosch lässt er sich leicht auseinandernehmen und verstauen. Mit 2,6 Ah läuft er 32 oder 12 Minuten lang, es gibt aber auch einen Akku gleicher Abmessung mit 4 Ah. Der Laubbläser wird ohne Akku 120 Euro kosten, die Sense 150 Euro (mit Akku und Ladegerät 270 und 300 Euro).

25727871 © Hersteller Vergrößern Akku-Sense für Gestrüpp

Mit dem großen Akku läuft der Rotak ebenfalls länger. Nach Angaben des Herstellers ist es jetzt möglich, mit einer Ladung 450 Quadratmeter zu kürzen. Die neue Generation sammelt dabei außerdem 99 Prozent der abgeschnittenen Halme ein. Dass es keine schlechte Entscheidung ist, eine Auswahl kabelloser Mäher anzubieten, zeigt der Erfolg des Mähroboters Indego. Der Automat ist Anfang des Jahres für knapp 1500 Euro auf den Markt gekommen und hat sich aus dem Stand zum meistverkauften Gerät dieser Art entwickelt. Der Indego nutzt die Satellitennavigation und zieht seine Bahnen systematisch statt nach dem Zufallsprinzip. Damit schafft er eine Fläche bis zu 1000 Quadratmeter in einem Drittel der Zeit. Auch Steigungen bis 35 Prozent sind laut Bosch kein Problem.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Akkubläser von Bosch im Test Pusterohr für Hobbygärtner

Man kann auch ruhig das Laub wegblasen. Der elektrische Bläser von Bosch läuft im Akkubetrieb und hat genügend Leistung, um zu Hause den Unrat vom Frühjahr zu bekämpfen. Mehr Von Lukas Weber

25.05.2016, 10:31 Uhr | Technik-Motor
Hüte mit Tradition Hersteller Borsalino verjüngt sich

Seit 160 Jahren stellt der italienische Hutmacher Borsalino Hüte her, unter anderem für Humphrey Bogart, Harrison Ford oder Pharrell Williams. Doch seit einigen Jahren befindet sich das Unternehmen in schwerem Fahrwasser, Investoren sollen die Marke neu beleben. Mehr

11.05.2016, 19:20 Uhr | Stil
Xduro Fullseven RX Hai, was für ein Bike!

In diesem Frühjahr stehen die Läden voll von E-MTBs. Haibike hat viel Erfahrung im Bau von Mountainbikes mit Elektromotor. Merkt man das dem Xduro Fullseven RX an? Mehr Von Hans-Heinrich Pardey

19.05.2016, 16:50 Uhr | Technik-Motor
Kinderschokolade Kinderbilder von Nationalspielern sorgen für hässliche Kommentare

Das altbekannte Jungengesicht auf der Kinderschokolade ist verschwunden, neue Kinder haben seinen Platz eingenommen. Hersteller Ferrero distanzierte sich daraufhin von jeglicher Form der Diskriminierung. Und auch der DFB bezog deutlich Position. Mehr

26.05.2016, 20:57 Uhr | Gesellschaft
Automobilindustrie Ermittler sehen bisher keine weiteren Abgas-Verstöße

Hat außer Volkswagen ein anderer Hersteller rechtlich eindeutig geschummelt? Die Staatsanwaltschaft Stuttgart sieht nach Informationen der F.A.Z. bislang keine weiteren Verstöße. Die Deutsche Umwelthilfe fordert derweil einen Verkaufsstopp für den Fiat 500x. Mehr Von Susanne Preuß, Stuttgart

23.05.2016, 17:24 Uhr | Wirtschaft