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Trend: Beton : Hart, aber herzlich

Hocker aus Beton von Malin Nilsson und Camilla Arvidsson Bild: Landwirtschaftsvlg Münster

Sprödes Grau, rauhe Haptik, zeitlose Eleganz: Beton liegt im Trend. Es ist gar nicht so schwer, Stücke fürs Wohnzimmer selbst zu gießen. Wir haben sechs Einzelstücke gefunden.

          Ein Schwergewicht macht sich breit. War Beton einst nur in öden Fabrikhallen daheim und höchstens noch im Garten geduldet, hat sich der unterschätzte Werkstoff mittlerweile einen Platz zwischen Sofa und Couchtisch erobert. Vor allem der skandinavische Einrichtungstrend mit minimalistischem Design, Pastelltönen und klaren Formen macht Objekte aus Beton salonfähig. Das spröde Grau und die besondere Haptik faszinieren, das Material strahlt schlichte Strenge und zeitlose Eleganz aus, selbst wenn es bisweilen kühl und abweisend wirken kann. Der Werkstoff bietet viele Vorteile: Er lässt sich in jede Form bringen, ist robust, recycelbar und preiswert. Und es ist gar nicht so schwer, selbst ein schickes Teil für die Wohnung zu gießen.

          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Beton ist nicht gleich Beton, die Sorten unterscheiden sich in ihrer Körnung. Grundsätzlich besteht Beton aus Zement mit Zuschlag (ob feiner, weißer Quarzsand, grobkörniger Bausand oder Kies). Je feiner der Zuschlag, desto glatter und filigraner später die Oberfläche. Feinbeton, auch als Zementmörtel bekannt, eignet sich für die meisten Betonteile. Reparaturmörtel bietet sich wegen seiner geringen Körnung für Tischplatten und Detailmuster an, Weißzement für edle Objekte. Wer zum grobkörnigen Estrichbeton greift, erzielt eine rustikale Optik. Man bekommt alle fertig gemischt in 25-Kilo-Säcken im Baumarkt. Beton lässt sich auch selbst machen: Eine Schaufel Zement kommt auf zwei Schaufeln Sand.

          Um die Rohmasse herzustellen, wird der Fertigbeton in einen Eimer mit Wasser gegeben – wie viel, steht auf der Packung. Die Masse hat die richtige Konsistenz, wenn sie geschmeidig ist, wie Rührteig schwer von der Kelle fällt und sich nach dem Befüllen eine glatte Oberfläche bildet. Ist der Beton zu weich, wird das Objekt später an Ecken und Kanten spröde. Ist er zu hart, verteilt er sich nicht gut. Damit es keine Klümpchen gibt, ständig weiterrühren. Fürs Anrühren geht man am besten nach draußen – da macht es weniger, wenn der Beton mal ausläuft. Wer draußen in der prallen Sonne arbeitet, sollte wissen: Sind die Temperaturen sehr hoch, bindet der Beton schneller ab.

          Wie stellt man selbst Betonformen her?

          Als Gießform lässt sich vieles verwenden: Plastikflaschen, Tupperdosen, Backformen, Joghurtbecher oder Einweggeschirr – Hauptsache, die Form ist stabil. Vor allem Gefäße aus Kunststoff und fester Pappe sind geeignet, auch Formen aus Holz, Silikon oder Gummi. Glas und Metall empfehlen sich weniger, da man den Beton nach dem Abbinden schlecht von ihnen lösen kann. Vor dem Gießen wird die Form von innen mit Pflanzenöl eingestrichen oder mit Silikonspray besprüht – so bleibt die Masse nicht daran kleben. Der Vorteil der Spray-Dose: Sie verteilt das Öl in den kleinsten Ecken, an die man mit dem Pinsel schwer herankommt.

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          In Schale geworfen

          Damit sich keine Luftblasen im Beton bilden, rüttelt man die Form etwas oder klopft sie auf den Tisch. Wenn mal etwas danebengeht, sollte man es schnell wegwischen. Auch die Werkzeuge wie Eimer, Rührlöffel und Maurerkelle sollte man nach dem Benutzen sofort reinigen. Denn ist der Beton getrocknet, bekommt man ihn kaum noch ab. Aber nicht in den Abfluss kippen, dort verstopft er die Rohre. Am besten legt man ein Wachstuch oder eine Plastikplane auf die Arbeitsfläche.

          Für Einsteiger eignen sich kleine Projekte, eine Vase oder Schale. Wer mehr Erfahrung mitbringt, kann sich an größere Möbel wagen. Es ist ratsam, die benötigten Materialien vorab in Griffweite zu legen – muss man sie erst suchen, hat der Beton zwischenzeitlich angezogen. Da Beton sehr alkalisch ist, trocknet er die Haut aus und kann zu Ekzemen führen. Deshalb sollte man bei der Arbeit Gummihandschuhe tragen. Zum Aushärten stellt man das Objekt an einen kühlen und trockenen Ort und auf eine gerade Unterlage, damit sich die Betonmischung gleichmäßig verteilt.

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