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Bavaria Cruiser : Schiffiger und pfiffiger

Ähnlichkeit ist nicht zu leugnen: Bavaria Cruiser 41 (vorn) und Cruiser 37. Wesentliche Unterschiede: ein Meter Länge und 40.000 Euro Bild: Werft/Peter Meyer

Hat man jemals solchen Enthusiasmus gespürt bei Bavaria? Die neue Generation der Bavaria-Cruiser macht mit einer sinnvollen Ausstattung, gutem Handling und leichtgängiger Steueranlage immens viel Spaß.

          Ja, kriegen die Kerle denn nie genug? An diesem Abend ist Mittwochsregatta des Klubs Flevo Mare auf dem Markermeer. „Da machen wir mit!“ begeistern sich spontan Daniel Kohl und Peter Meyer, nach stundenlangen Testfahrten mit den beiden neuen Cruiser-Modellen von Bavaria, der 37 und der 41. Seit zehn Tagen geht das schon so: Fachjournalisten reisen an, gucken, fragen, fotografieren, probieren aus, reisen wieder ab. Kohl und Meyer, die Männer von der Werft, könnten Feierabend machen. Ein Bierchen. Stattdessen: „Ablegen um 18.45 Uhr, Start 19.30.“ Es regnet, es bläst mit Stärke 7, es ist kühl, oh Mann. Aber gut, man will kein Spielverderber sein.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Hat man jemals solchen Enthusiasmus gespürt bei Bavaria? Kohl und Meyer, maßgebliche Leute der Produktplanung und Entwicklung, sind lässige Typen, Segler durch und durch, Strategen. In den beiden neuen Fahrtenyachten stecken auch ihre Ideen - gute Ideen. Rumpfformen, Kiele und Ruderblätter, entworfen vom Designbüro Farr, sind identisch mit denen der Vorgängermodelle, daran gab es nichts auszusetzen. Ansonsten ist fast alles neu: Strukturen verstärkt, Einbautoleranzen verringert, Layout des Decks modifiziert, Stehhöhe im Innern vergrößert, die schmalen Fensterschlitze im Aufbau durch große Seitenscheiben ersetzt. Wie die 41 hat auch die kleinere 37 jetzt eine doppelte Steueranlage, was die Bewegungsfreiheit verbessert und das Gefühl einer größeren Yacht erzeugt. Auf den Vorgängermodellen wurde Platz verschwendet, folgte die Form nicht immer der Funktion. Die Neuen wirken schiffig, stimmig, praxisgerecht. Die Raumausnutzung ist fabelhaft, der Stil zurückhaltend modern. Mehr Aufwand in der Fertigung, mehr Hinwendung zum Detail zeigt sich an vielen Stellen.

          Kein Vergleich zu früher

          Auf zur Mittwochsregatta. Rund 30 Boote vom Oldie bis zum Racer sind am Start, von denen sechs oder sieben in einer Klasse mit unserer Cruiser 41 segeln. Bei mittlerweile 30 Knoten Wind und mehr hämmert das Feld los, die Bavaria alsbald vorneweg. Um es kurz zu machen: Nach knapp acht Seemeilen hat sie im Ziel nach gesegelter Zeit einen satten Vorsprung von 17 Minuten vor der Zweitplazierten. Neues Schiff, neue Segel, gute Crew - das mag manches erklären. Es ist auch nicht ganz klar, wie die Besatzungen der anderen überhaupt einzuschätzen sind, doch die Art und Weise, wie die Fränkische davonrannte, war schon ein starkes Zeichen.

          Für einen reinen Tourer macht die zwölf Meter lange 41 immens viel Spaß: sinnvolle Ausstattung, gutes Handling, auffällig leichtgängige, feinfühlige Steueranlage. Einen ähnlichen Eindruck hinterlässt tags darauf auch die einen Meter kürzere Cruiser 37. Mit rund 110.000 Euro Grundpreis ist die in der Anschaffung etwa 40.000 Euro günstiger als die 41.

          Erste Einschätzung: Kein Vergleich zu früher, die bisher besten Bavaria-Segelyachten. Typen, die vom Enthusiasmus ihrer Entwickler zeugen.

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