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Staatsballett Berlin Es ist an der Zeit!

 ·  Vladimir Malakhov verlängert seinen Vertrag als Direktor des Staatsballetts Berlin nicht - ein überfälliger Schritt. Nun muss ein Nachfolger gewählt werden, der international standhält.

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© 360-Berlin Vergrößern Am liebsten stellt er sich selbst in den Mittelpunkt: Auch in dieser Szene von 2007 wird Vladimir Malakhov umringt von seinen Tänzern.

Vladimir Malakhov hat angekündigt, seinen im Sommer 2014 auslaufenden Vertrag als Direktor des Staatsberlins Berlin nicht zu verlängern. Diesen Entschluss habe er nicht spontan gefasst, sagen Mitarbeiter im Staatsballett, sondern lange für sich erwogen. Als Malakhov am Freitagvormittag die Tänzer und alle anderen Staatsballett-Angestellten zusammenrief, um seine Entscheidung mitzuteilen, war das Ensemble darum wenig überrascht.

Die öffentliche Kritik an dem in der Ukraine geborenen, 45-jährigen Tänzer war in den letzten Jahren stetig gewachsen. Das Repertoire des Staatsballetts ergänzte Malakhov überwiegend durch unzulängliche oder belanglose neue Balletts, die häufig von ihm selbst getanzte männliche Hauptrollen enthielten. In dieser Saison präsentiert das Ensemble zudem keine einzige Premiere.
Im vergangenen Jahr verließ mit der Ersten Solistin Polina Semionova auch noch Malakhovs Lieblingstänzerin seine Compagnie in Richtung New York. Andere seiner Solisten, heißt es, fühlen sich ebenfalls unterfordert. Bei diesem Repertoire kein Wunder.

Keine einzige Premiere in diesem Jahr

Anders als Kulturstaatssekretär André Schmitz in seiner Abschiedsnote für Malakhov behauptet, spielt das Staatsballett Berlin im internationalen Ranking der größten Ballettcompagnien gar keine Rolle. Die vergleichsweise gute Auslastung – die Zahlen schwanken zwischen 82 und 85 Prozent – erklären sich in der Hauptstadt ebenso leicht wie in anderen touristischen Zentren Deutschlands, Dresden etwa. Besucher dieser Städte, die gerne in Opernhäuser gehen, kaufen auch Karten für Ballettvorstellungen, wenn es Spielplan und Reiseplan so wollen. Die Ballettstandards aber werden in London, New York, Paris und St.Petersburg gesetzt, und auch in Deutschland sind Düsseldorf, Hamburg, Karlsruhe und München der Hauptstadt weit voraus.

Malakhov, seit 2002 an der Staatsoper Unter den Linden engagiert und seit 2004 Intendant des Staatsballetts Berlin, ließ über seine Zukunftspläne nichts verlauten. Für die Zukunft des Staatsballetts aber wird es wichtig sein, einen Ballettdirektor zu finden, der ein Repertoire einführt, das dem internationalen Vergleich standhält. Das Staatsballett Berlin könnte nämlich als nationales „Tanzschaufenster“ exemplarisch vorführen, welche ungehobenen Schätze der Kanon des Tanzes birgt, und wer die wegweisenden zeitgenössischen
Choreographen sind.

Nacho Duato, dessen Name in diesen Tagen immer wieder fällt, kann diese Hoffnungen kaum erfüllen. Der Spanier ist, seit er Madrid aufgeben musste, komfortabel, aber nicht sehr glücklich am Mikhailovsky-Theater in St. Petersburg aufgehoben. Nach dem Engagement von Benjamin Millepied als Ballettdirektor durch die Pariser Oper gibt es dort aber einige Kandidaten, die vielleicht gerne nach Berlin gehen würden, wenn man sie freundlich bittet und ihnen gute Arbeitsbedingungen bietet. Allez-y!

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02.02.2013, 16:24 Uhr

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