02.02.2013 · Vladimir Malakhov verlängert seinen Vertrag als Direktor des Staatsballetts Berlin nicht - ein überfälliger Schritt. Nun muss ein Nachfolger gewählt werden, der international standhält.
Von Wiebke HüsterRichtlinien für Lesermeinungen
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Bonne Chance Monsieur Schmitz!
In der Komischen Oper wird gerade das Weisse Rössel gegeben. Erfolgsschlager: "Zuschaun' kann I net". Das Gefühl hat nun auch Schmitz erreicht. Daß er Malakhov zunächst eine goldene Brücke bauen und ihn nur vom Auftreten abhalten wollte, ist kein Grund, sich in einem Interview zu beschweren. Die angeblich jetzt gewollte moderne Kompagnie ist vermutlich auch nur eine Hilfestellung für den Abschied. Oder doch Rückbau wie in Schönefeld? Mit Widerstand der Fans der Truppe wäre zu rechnen. Schmitz braucht jetzt beim Revirement der verkorksten Situation eine glückliche Hand. Für die Suche nach dem neuen Chef gibt Frau Hüster einen guten Tip. S Guillem wäre allerdings eine Neuauflage des Malakhov-Dilemmas. Laurent Hilaire wäre zB der für einen Ballettdirektor geeignetere Kopf. Zur Kompagnie würde er passen. Der kulturelle "move" kann zugleich der Beziehung Berlin-Paris dienen. Vielleicht sehen wir M Hollande dann in einer Vorstellung des SBB.
Es ist an der Zeit!? Einmal darüber nachzudenken, wie Berlin, auch
durch die Person des Kulturstaatsekretärs André Schmitz mit
seinen Kultureliten umgeht. Erst holt man Malakhov als das Staatsbalett
darnieder lag, beauftragt die Ausrichtung am klassisch-russischen Balett
und wirft ihm nun vor, er sei nicht modern genug. Ja, was denn nun? Dann
saniert man die Heimstätte Staatsoper (kein Ende in Sicht) und
Malakhov schafft auch trotz der nüchtern und schlichten deutschen
Oper eine Auslastung von über 80 Prozent für sein Balett. Ja,
wieviel denn noch? Natürlich kann die Besetzungen und die Anzahl
eigener Tanzdarbietungen diskutiert werden. Aber der Stil ist
entscheidend. Dabei ist New York, das Malakhov für Berlin verlassen
hat, in Einem kein Vorbild. Bei der Götterdämmerung Pavarottis
schrieb ein auflagenstarkes Blatt der Stadt: "Der Dicke singt
nicht" Hier in Berlin hört man "der Dicke tanzt nicht
mehr".
Das kulturelle Niveau einer Gesellschaft erkennt man auch am Umgang Miteinander.
Es war wirklich Zeit. WIRKLICH.
"Das Repertoire des Staatsballetts ergänzte Malakhov
überwiegend durch unzulängliche oder belanglose neue Balletts,
die häufig von ihm selbst getanzte männliche Hauptrollen enthielten."
Das ist noch gelinde ausgedrückt. Starkult, unkritische Zuschauer.
Ich erinnere hier an die zahllosen Male, in denen er FRAUENROLLEN
getanzt hat. Ich habe nichts gegen Rollentausch und Transgressionen.
Homosexualität wara hier selbst zu einer Abziehfolie geworden, er
selbst nichts mehr als ein Abziehbild seiner selbst. Tänzerisch
habe ich ihn nie für ein Genie gehalten, aber das sagte sonst kaum
jemand öffentlich.
Warum nicht Sylvie Guillem fragen, ob sie das Ensemble leiten
möchte?
In eine moderne Zukunft des 21. Jahrhunderts?
Das wäre doch traumhaft!
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