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WM Stadion 2006 „Allianz-Arena“als „Meazza“ Münchens

21.10.2002 ·  Mit einer futuristischen Grundstein-Legung für das WM-Stadion 2006 soll in München eine neue Fußball-Ära beginnen - erst einmal steigen aber die Kosten.

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Laser blitzten, die Prominenz staunte - mit einer futuristischen Grundsteinlegung haben die Bundesligisten FC Bayern und TSV 1860 am Montag den langersehnten Startschuss für das neue Münchner Fußball-Stadion gegeben, in dem 2006 die Weltmeisterschaft in Deutschland eröffnet werden soll.

„Wir Fußballer freuen uns - jetzt geht's los. Lasst uns hier ein Stadion bauen, um das uns alle beneiden werden“, erklärte Franz Beckenbauer nach dem offiziellen Baubeginn des teuren „Kaiserpalastes“.

Zweitgrößtes WM-Stadion

In München soll eine neue Fußball-Ära beginnen - erst einmal steigen aber die Kosten. Das Stadion im nördlichen Stadtteil Fröttmaning, das bei der WM 2006 voraussichtlich Schauplatz des Eröffnungsspiels sein wird, soll bis zu 30. April 2005 fertiggestellt sein.

16 Städte haben sich ursprünglich beworben, Spielort der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zu werden. Wie sehen die Bauten aus, was kostet es? FAZ.NET-Bild für Bild.

Das neue Wahrzeichen im Münchner Norden ist mit mindestens 280 Millionen Euro Baukosten das teuerste und mit einer Kapazität von 66.000 Zuschauern hinter Berlin (76.000) das zweitgrößte der zwölf deutschen WM- Stadien.

Hohe Ansprüche

Die öffentliche Hand stellt die Mittel für die Infrastrukturmaßnahmen wie U-Bahn- und Straßenanbindung zur Verfügung - mit Kosten von über 200 Millionen Euro ist zu rechnen. Der Münchner Baureferent Horts Haffner glaubt bereits, dass in diesem Bereich die geplanten Bau kosten nur schwer einzuhalten sind.

Schließlich sind die bayerischen Ansprüche hoch: „Mit diesem Stadion werden wir mit Nou Camp in Barcelona, dem Meazza in Mailand und dem Bernabeu-Stadion in Madrid mithalten,“ erklärte Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber zur Grundsteinlegung.

Die Baukosten des Stadions wollen die Vereine zu gleichen Teilen übernehmen. Die FC Bayern AG hat zur Finanzierung des Baus 10 Prozent ihrer Anteile für rund 75 Millionen Euro an den Sportartikelkonzern adidas verkauft.

„Großer Tag für München“

Das Namensrecht hat sich der Versicherungskonzern Allianz für 90 Millionen Euro bis ins Jahr 2021 gesichert. Das Münchner Stadion ist damit neben Hamburg (AOL Arena), Hannover (AWD Arena) und Köln (RheinEnergieStadion) bislang die vierte WM-Arena mit einem Sponsor-Patronat.

Das Bayerische Fernsehen übertrug am Montagvormittag den zum Spektakel hochstilisierten Festakt live. Rund 2000 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sport drängten sich im Festzelt auf dem Baugelände im Norden der Landeshauptstadt.

„Wir haben uns lange auf diesen Tag gefreut“, erklärte Beckenbauer, in Personalunion Chef des WM-Organisationskomitees und Bayern-Präsident, nachdem um 11.41 Uhr der Grundstein bei einem Festakt mit viel Prominenz aus Sport, Politik und Wirtschaft gelegt worden war.

„Löwen“-Präsident Karl-Heinz Wildmoser prophezeite dem neuen Stadion derweil eine große Zukunft: „Für die Münchner Bevölkerung und die Fans beider Vereine wird die Arena eine tolle Heimat sein.“ Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) sprach „von einem großen Tag für München, für Bayern und den deutschen Fußball-Sport“.

Die Arena, die von den Schweizer Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron entworfen wurde, soll äußerlich einem riesigen „Schlauchboot“ gleichen - und je nach Spieltag in den jeweiligen Klubfarben rot oder blau leuchten.

„Schwieriger Prozess“

Neben dem Eröffnungsspiel soll München bei der Endrunde im eigenen Land ein Halbfinale und drei weitere Partien bekommen. Zuvor soll schon der Konföderationen-Cup, der 2005 in Deutschland ausgetragen wird, in München stattfinden.

Stoiber erinnerte am Montag nochmals an den „sehr, sehr schwierigen Prozess“, bei dem zunächst ein Umbau des Olympiastadions favorisiert worden war und schließlich scheiterte. Quasi in letzte Minute hatte es für den Neubau grünes Licht gegeben - durch einen Bürger-Entscheid am 21. Oktober 2001 gegeben, bei dem 65,8 Prozent für den Neubau gestimmt hatten.

Ein Bürgerentscheid als Basis der Träume eines Profi-Fußballers: „Das Stadion wird ein Traum. Dazu die WM im eigenen Land, das Eröffnungsspiel im eigenen Wohnzimmer - was für eine großartige Vorstellung“, schwärmte Nationalspieler Michael Ballack.

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